German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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Bang Your Head 1999
Benne Open Air 1999
Burg Herzberg Festival 1999
Castle Rock (Hessen) 1999
Force Attack 1999
Gerberhaus Open Air 1999
German Rock Night 1999
KlangArt 1999
Lovefield 1999
Nachwuchsfestival - Bergisch Gladbach 1999
Progparade 1999
Rübeland 1999
Space Trance Tronics Night 1999
Stemweder Open Air 1999
Sundown- Festival 1999
Wacken Open Air 1999
With Full Force 1999

KlangArt 1999


KLANGART

Osnabrück, 10.-13.06.1999

Tangerine Dream:

 

Kreidler:

Clifford Gilberto:

[Fotos: Rita Mitzkatis]

Auf dem diesjährigem Festival gab es eine Menge interessanter Performances, insgesamt waren sie erfolgreich. Es könnte noch mehr Publikum kommen. Aber das Klangartfestival ist mittlerweile eine feste Einrichtung in Osnabrück geworden. Für den German Rock e.V. gab es zwei interessante Konzertabende.

Clifford Gilberto Rhythm Combination /Kreidler am 11.6.99 im Haus der Jugend


Gleich zu Anfang stieß es übel auf ,daß das Osnabrücker Publikum und wohl auch die Veranstalter keinen Wert auf Pünktlichkeit legten.  Um 20.30 Uhr sollte es laut Zettel beginnen. Eine Stunde später war es überhaupt erst soweit. Gilberto Clifford fing in einem fast leeren Saal ohne Ankündigung an. Man hätte ihn fast für einen Roadie halten können. Doch die laute Musik ließ auf Konzertbeginn schließen. Er blieb allein, obwohl doch die Rhythm Combination angekündigt war. Musikalisch fiel das nicht auf, weil 95% der Klänge eh als Samples aus den Boxen kamen. Der Meister zupfte nur mal hier und dort mit dem Bass oder klimperte auf dem Keyboard. Das ganze Konzert war also schon vorher eingespielt! Weil Gilberto immer nur Begleitparts übernahm, hatte er gar keine Möglichkeit zu improvisieren. Auch irgendwelche Reaktionen auf die Zuschauer wurden so logischerweise unmöglich. Trotzdem war alles da. Saxophonsoli genauso wie Keyboards und so weiter. Geradezu paradox fand ich es, als das Publikum einem Schlagzeugsolo aus der Konserve applaudierte. Ich denke, an diesem Abend war Gilberto bestenfalls Performer aber kein Musiker! Man konnte sich fast schon veralbert fühlen. Schade....

Ganz anders Kreidler! Hier gab es neben den beiden Elektronikern auch einen Bassisten und einen Schlag- zeuger. Auch wenn dessen Parts locker von einer Drumbox hätten kommen können, merkte man doch die Aufmerksamkeit und die Spannung, die im Zusammenspiel von Musikern liegen kann.


Kreidler fingen sehr melodiös an. Im Laufe des Konzerts wurde ihre Musik immer mechanischer und monotoner. Das Ganze wurde aber so raffiniert inszeniert, daß man sehr gespannt die logischen Verknappungen registrierte. Es ist sicherlich nicht so einfach, diesen Prozeß mit vier Musikern zu demonstrieren. Es gelang aber. Kreidler paßten zur Klangart und waren den Abend wert.

TANGERINE DREAM

12.6.99 in der Stadthalle Osnabrück


Beginn 20.00 Uhr stand auf dem Zettel. Vor 21.00 kam niemand in den Saal. Osnabrück: das muß anders werden! Viele schimpften.


Nun zum Konzert. Die ausverkaufte Halle schimmerte in mattem Blau. Ein Vorhang verwehrte einen Blick auf die Bühne. Als akustischer Count Down war der Dialog von einer bemannten Mission und dem Bodenpersonal von Cape Canavaral zu hören. Man hatte große weiße Luftballons in die Menge geworfen, und so gab es eine entspannte Atmosphäre. Was würde nun als Uraufführung kommen? Ich hatte Tangerine Dream   zuletzt 1976 in Hamburg gesehen und war gespannt...


Der Vohang ging auf und vier Musiker gingen direkt ohne ein Wort zu ihren Instrumenten: Edgar und Jèrome Froese an die Keyboards und Emil Hachfeld an die Percussions (Ein buntes Sammelsurium von Trommeln - teil-weise von innen beleuchtet!). An der Gitarre stand Gerald Gradwohl. Sehr melodisch und durchaus an alte Zeiten erinnernd begann die Band, während hinter ihnen auf einer großen Leinwand die Bilder vom Start des Mars Polar Lander projeziert wurden.


Man hatte also einen musikalisch untermalten Film der Reise zum Mars mit Start , Erde, Mond und Marslandung zu genießen. Tangerine Dream haben keinen Knüller gelandet - aber auch nicht gelangweilt. Mir hat das Konzert sehr gefallen. Es gab von allem etwas. Ab und zu blitzten bekannte Passagen auf, um dann wieder in den Klangfluß abzutauchen. Was konnte man denn erwarten? Die wirklichen Pioniere der elektronischen Musik sind ihrem Stil nicht untreu geworden. Sie haben aber auch nicht im Stil von Status Quo nur Altes und Bekanntes gebracht. Wahrscheinlich ist man zu verwöhnt durch all die Nachfolger, die auf dieser Gruppe aufbauten.


Die Zuschauer waren zufrieden. Nach einer langen Zugabe endete eine gelungene Aufführung, die der Klangart durchaus ein Glanzlicht aufsteckte.


Eine Bemerkung noch am Rande. Das Fotografieren sollte nach nur 5 Minuten abrupt beendet werden. Der Veranstalter ließ kein Wenn und Aber zu. Durch persönliche Nachfrage bei Edgar Froese durften wir dann aber doch noch weitere fünf Minuten fotografieren. Sonst gäbe es diese Fotos hier nicht. Danke Edgar! Eine Woche später in Balingen - Keine Probleme, obwohl Bands wie Deep Purple sicherlich nicht unbekannt sind. Also bitte: Osnabrücker seid fair zur Presse!


Kurt Mitzkatis


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