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Doomsday 2000

Dresden, Ostragehege, 19./20.08.2000


Doomsday - Das Orkus-Festival

Dresden, Ostragehege, 19./20.08.2000

 

Die Götter sind gelandet...

In seinem mittlerweile fünften Lebensjahr hat das 2000er (vom Szene-Magazin Orkus präsentierte) Doomsday-Festival vom 19. bis 20. August ein Programm aufgefahren, dessen gewaltige Headliner im nächsten Jahr kaum zu toppen sein dürften...

 

Nach insgesamt 12 Jahren standen hier die Industrial-Götter Skinny Puppy erstmalig wieder auf einer deutschen (und seit acht Jahren überhaupt) auf einer Bühne,- auch die legendären Sisters Of Mercy sind für die extreme Seltenheit ihrer nur alle Jubeljahre mal stattfindenden Live-Shows bekannt. Schon allein diese beiden Hammerbands machten das Doomsday zum Muss für alle Fans elektronischer Klänge. Was den Austragungsort anging, so wurde das Gelände der Jungen Garde dem zu erwartenden Besucheransturm nicht mehr gerecht, so dass man auf das Ostragehege überwechselte.

 

Eine gute Entscheidung, wenn auch die Verbauung der hinteren Mittelfläche zu einiger Unübersichtlichkeit führte. Entgegen allen Vermutungen fanden dann aber die mindestens 15000 Besucher trotzdem ausreichend Platz vor der Bühne. Was die Security anging, so machte die JaPo Chemnitz ihre Arbeit so phantastisch, dass sie beim Festivalservice in diesem Jahr eindeutig die oberste Punktzahl für Freundlichkeit und Professionalität verdient. Die Fans wurden regelmäßig mit Wasser versorgt, selbst Trinkflaschen und Becher wurden per Schlauch nachgefüllt.

 

Der Sonnabendnachmittag startete 13.30 Uhr in brütender Mittagshitze mit einem interessantem Opener,- Unheilig mischten diabolisch angehauchte Elektrobeats mit deutsch- und englischsprachigen Texten und einem leichten Touch Vampirflair. Auf ihr demnächst erscheinendes CD-Debüt kann man gespannt sein. Die Elektro-Pop-Kult-Formation Illuminate fand großen Zuspruch,- die echten Vollblut-Romantiker im Publikum zerschmolzen, bei so viel Grazie und Gefühl auf der Bühne... Die gebündelten Powerpakete von Zeromancer hatten es \"echt drauf\", wobei der Sänger so was wie ein eineiiger Zwilling von Blind Passengers-Nik zu sein schien. Die erste Tanz-Ekstase verursachten die Düsterfolker der Letzten Instanz. Brachialromantik zwischen Rapunzel, Das Spiel, Love Is A Shield und Singt Halleluja, die alle Sinne berauscht.

 

Während De/Vision nostalgische Erinnerungen weckten, war entspanntes Zurücklehnen angesagt,- die Jungs haben das Zuschauer fesseln immer noch nicht verlernt! Den Dudelsack-Metal-Marsch bliesen die sieben Vaganten von In Extremo,- bewährtes Mittelalterfeeling im Zeichen der neuen Single Vollmond, mit einer Setlist die phantastisch, und einem Band-Team das unglaublich war... Eine ebenfalls traumhafte Show lieferten Mastermind Phillip Boa & sein Voodooclub, selbst ein gänsehautprovozierendes First We Take Manhattan durfte nicht fehlen. Auch Wolfsheim ernteten die ungeteilte Aufmerksamkeit der Besucher. Die Rechnung aus Minimalistik auf der Bühne und einem Maximum an Atmosphäre fürs Publikum ging restlos auf. Als sich The Sisters Of Mercy in absoluter Bestform zeigten, war die allgemeine Euphorie perfekt. Von More über Temple Of Love bis hin zu Vision Thing war so mancher Über-Hit der launischen Dunkelmänner vertreten. Von der phantastischen Lichttechnik bis hin zu einem coolen, motivierten Andrew Eldritch stimmte einfach alles. Auch wenn das englische Management jede Spur von Kreativität, Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Presse durch eine \"vertraglich\" von den Fotografen erzwungene Nach-Zensur aller gemachten Fotos von vornherein unterbunden hat, (was auch die German Rock News dazu zwingt sich durch den Boykott der Aufnahmen jeder Form solcher Erpressung zu entziehen) fotografierten wenigstens die Fans im Publikum nicht \"umsonst\"... Die Show an sich war ein packendes Erlebnis.

 

Am Sonntag übernahmen Accessory das Aufwärmprogramm (diesjähriger Toursupport von And One),- Elektropop mit Schlagzeuggewitter. Philtron ließen sich vom anfangs katastrophalen Monitorsound nicht aus der Bahn werfen und zelebrierten ihre Auffassung von Elektro-Punkrock mit einem Frontmann, der ständig alles um- und durch die Gegend warf. Der gut abgerichtete Manager war jederzeit sofort zur Stelle, sammelte auf, baute wieder zusammen und holte zurück. Glücklicherweise versuchte der gute Mann wenigstens ein einziges Mal nicht zu folgen, als ein Drumstick seinen Weg ins Publikum nahm... (Auch wenn es sicher verdammt unterhaltsam gewesen wäre zu beobachten, wie er das Teil nach ca. 50 Metern Luftlinie wieder auf die Bühne apportiert...!) Nicht weniger abgefahren war, wie die Freaks von Velvet Acid Christ ihren genial-noisigen Brachial-Industrial unter die Leute brachten. Der ständig wie angestochen über die Bretter wütende Frontmann gab den Fotografen kaum Chancen für einen wirklichen Treffer... hatte neben der aufwärtsstrebenden Haarpracht aber alles total unter Kontrolle. Die charismatischen Terminal Choice (mit Berliner DJ am Mikro) klangen satt und melodisch, genau wie die extrem abgefeierten, wie immer smart gestylten Elektronik-Gentlemen von Covenant. Auf ihrer Gratwanderung zwischen Party, Ironie und Botschaft hatten And One das Publikum von der ersten Sekunde an im Griff. Unkontrollierte Zuckungen (im Publikum ebenso wie auf der Bühne) waren die angenehme Folge. Diese Jungs sind einfach die geborenen Performer!

 

Nach einstündiger Umbaupause hob sich der Vorhang für die monumentale Auferstehung der Legende Skinny Puppy. Um selbige live zu erleben waren unter den mehr als 15.000 Zuschauern auch Fans aus Amerika, Südafrika und ganz Europa angereist! Die in den folgenden eineinhalb Stunden Stunden dargebotene spektakuläre Bühnenshow mit atemberaubender Grusel-Kulisse, Lehm, Kunstblut, Videowand und etlichen anderen Effekten belohnte für jegliche Anreise-Strapazen und den \"Hitze-Terror\" beider Tage. Als fünf Minuten nach Showende die ersten Gewitterblitze ein gewaltiges Natur-Feuerwerk zündeten, hörte man so manchen Festivalbesucher auf dem Heimweg glücklich seufzen: \"... Ich war dabei!!\"

Andrea Göbel


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