German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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Festivals in 2004

10 Jahre Music Hall Worpswede 2004
Alive OA 2004
Animagic 2004
Astan 2004
Balver Höhlenrock 2004
Bang Your Head 2004
Blues Rock & More Open Air 2004
Bonenkai 2004
Burg Herzberg 2004
Einweihung Rock n Pop Museum Gronau 2004
Fehmarn Open Air 2004
Herzberg goes Wilhelmsthal 2004
Krautrock Festival Niederwürzbach 2004
Krautrockpalast 2004
MDO Gaming Convention 2004
Mera Luna Open Air 2004
Open Flair 2004
Polo-Rockfestival 2004
Rock Hard Festival 2004
Taubertal 2004
Varus Open Air 2004
With Full Force 2004

Einweihung Rock n Pop Museum Gronau 2004

Gronau, Rock n Pop Museum, 20.7.2004


Einweihung
Gronau, Rock’n‘ Pop Museum, 20.7.2004

 

Unglaublich! Wenn das Wort historisch fällt, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Und dieser Tag war nicht nur für Gronau ein ganz besonderer. Ich wüsste nicht, dass irgendwo schon zu Lebzeiten nach einem Rockstar ein Platz benannt wurde. Das ist das eine. Aber dass dann auch noch ein einzigartiges Rock- und Popmuseum eingeweiht wird, das ist schon der Hammer.

Ich gebe zu, dass ich am Anfang äußerst skeptisch war und diesem Projekt keine Chance gab. Ich glaubte, dass so ein Museum in Hamburg oder Berlin stehen müsse. Die Macher haben sich trotzdem nicht beirren lassen. Gottseidank.
Ich bereue zutiefst meinen Unglauben!

Was die Gronauer da in ihre Stadt gesetzt haben ist ein echtes Juwel! Das Museum ist nicht irgendeine Industrieruine am Rande der Stadt. Nein, es liegt mitten auf einem der schönsten Plätze die ich kenne. Als Gronau die Bundesgartenschau beendet hatte, da blieben Grachten, Wasserspiele und wunderschöne Gebäudeensembles stehen. Verbunden durch Brücken, wie ich sie auch von der Expo 2000 kenne. An einem alten Turm wurde sogar eine Kletterwand eingerichtet. Der Besuch lohnt sich in jedem Fall!

Hier also befindet sich das in schöner Baustilmischung angelegte Museum. Halb Industriebau, halb Hightechtempel. Groß und großzügig mit viel Platz im Innern.
Bei einem Rundgang vorab für die Presse trifft man einfach auf Unglaubliches. Da steht das Fanta Vier-Auto genauso, wie man Jimi Hendrix’ Bühnenoutfit mit seiner Zither (Ich wusste gar nicht, dass der das spielte) und John Lennons Drogenpöttchen dort zu sehen bekommt.

Man kann in einem besonderen Raum „körpernah“ Rockmusik erfahren. Smoke On The Water hab ich so nur beim Deep Purple Konzert vor fünf Jahren beim Bang Your Head gehört. Wahnsinn! Auch eine Chillglocke lässt die Ahnung aufkommen, wie sich Raver fühlen. Überall gibt es interaktives, da müssen Schubladen geöffnet werden, oder man betritt speziellen Rasen - also, man steht auf Gras...
Natürlich müssen noch viele Stücke dazukommen, aber dass überhaupt schon so viel da ist, das ist eine Superleistung. Respekt.

Nun aber zur Einweihung des Udo-Lindenberg-Platzes.

In den Reden von Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, und Landeskulturminister Michael Vesper, sowie des Bürgermeisters und der verschiedenen Macher tauchte immer wieder das Wort Kultur auf. Das erfreut uns vom German Rock natürlich sehr. Behaupteten wir doch schon immer, dass Rockmusik selbige ist.

Nun, wo auch Politiker Rockstars ehren, da freut es mich umso mehr, dass sie ihre eigene Jugend nicht vergessen und nicht verleugnen dem Rockvirus verfallen gewesen zu sein.

Udo Lindenberg saß sehr relaxt bei der Pressekonferenz und hörte sich die Lobeshymnen an. Nur am durch Stirnkrausen erzeugtem Auf und Ab seines Hutes konnte man die innere Spannung erkennen. Mehrfach erzählte Udo wie es ihn freut und dass Hermine und Gustav so nun auch geehrt würden, ohne die es ihn ja nicht gäbe. Auch wenn er es nicht so zeigte. Er war schon sehr bewegt. Ich hatte ihn ziemlich genau dreißig Jahre nicht persönlich gesehen, stellte aber erfreut fest, dass er noch derselbe geblieben ist. Das ist nach einer so langen Zeit in diesem Haifischbiz nicht selbstverständlich. Es könnte aber der Grund dafür sein, dass er auch noch da ist. Udo hatte für jeden und alle Zeit. Wer immer ihn um ein Autogramm bat bekam eins, da geriet der Zeitplan natürlich etwas ins Wanken.

Um etwa 21:00 Uhr war es dann soweit. Udo und Gefolge stiegen auf ein kleines Podest neben dem improvisierten Straßenschild, das mit der Stadtfahne verhüllt war. Bevor Udo das tat signierte er aber noch ein Protest-Transparent gegen Kernkraft, dass zusammen mit anderen tapfer über Stunden der Presse entgegengehalten wurde. Lindi bekannte sich mal wieder klar und offen zu politischen Gegebenheiten.

Dann durfte er das Schild enthüllen. Wieder erinnerte er an seine Eltern und dann reckte er erfreut seine Arme in den leicht grauen Gronauer Himmel. Es war ein bewegender Moment. Da steht jemand, der über 30 Jahre immer sein Ding durchgezogen hat, der alle Höhen und Tiefen durchlebt und durchlitten hat und wird nun so geehrt...

Udo, Du hast es ehrlich verdient!

Im Anschluss dieses Festaktes ging Lindi mit dem riesigen Pressetross über die Brücke zur Bürgerhalle, in der das Zeitmaschine Gronau-Konzert ablaufen sollte. Dieser Gig war schon seit zwei Wochen ausverkauft, doch vor der Halle gab es eine Videowand, so dass alle Gronauer die Gelegenheit hatten ihn live zu sehen.
Mit diesem umjubelten Auftritt ging ein toller Tag genau um Mitternacht zu Ende, denn Udo machte pünktlich Schluss.

Kurt Mitzkatis


Bürgerhalle Gronau 20.07.2004

Heimspiel für Udo Lindenberg

“Genial”, “erste Sahne”, “immer noch top” waren nur einige Kommentare der Besucher nach dem Konzert in Udos Geburtsstadt Gronau. Die Eröffnung des Rock`n`Pop-Museums zusammen mit dem 30-jährigen Bestehen des Panik-Orchesters waren der Anlass für diesen außergewöhnlichen Abend.
Da die Bürgerhalle schon im Vorfeld restlos ausverkauft war, wurde das Konzert vor der Halle noch auf einer großen Videowand übertragen. Echt ein netter Zug des Veranstalters, den ca. 400 Fans nutzten. Los ging es mit der Zeitmaschine-Gronau.
Sichtlich gut gelaunt präsentierte Udo die Jazzband, bei denen er in den fünfziger Jahren das erste Mal und natürlich an diesem Abend wieder am Schlagzeug saß. Damals wie heute war er mit mindestens 10 Jahren Abstand der Jüngste in der Band, und das mit 58! Untermalt wurde das Geschehen von vielen Bildern der damaligen Zeit. Seine Eltern Hermine und Gustav, Geschwister, Freunde sowie viele Schnappschüsse aus Gronau waren zu sehen.

Das Ganze immer wieder kommentiert von “unserem Udo” und einem seiner Freunde aus dieser Zeit. Wirklich amüsant und bewegend! Und dann knallte es richtig.


Präsentiert von dem Schauspieler Heinz Hoenig rockte das Panik-Orchester direkt los. Ein Hammer! Angetrieben von der Rhythmusmaschine mit Bertram Engel am Schlagzeug und Steffi Stephan am Bass präsentierten sich alle Musiker in echter Spiellaune. Vor allem Hannes Bauer bieten die schnelleren Stücke Gelegenheit für seine glänzenden Gitarrensoli. Bei den immer wieder eingestreuten Balladen schlägt die Stunde für Jean-Jacques Kravetz am Klavier. Zusammen mit der einzigartigen Stimme von Udo Lindenberg gehen diese Lieder wirklich unter die Haut. Ein emotionaler Höhepunkt war sicherlich Wozu Sind Kriege Da, das von Kindern gesungen wurde. Dem Publikum konnte man die Nachdenklichkeit bei diesem immer noch aktuellen Lied (wird sich leider wahrscheinlich auch nie ändern) deutlich ansehen. Konnte Ellen ten Damme mit Ihrer Band als Vorgruppe noch niemanden zu Begeisterungsstürmen bewegen, so gelang es Ihr als Solosängerin mit dem Panik-Orchester. Bei Das Gesetz Bin Ich wollte Ihr aufgrund Ihrer stimmlichen und optischen Bühnenpräsenz sicher niemand widersprechen. Gerade die Gastauftritte sorgen bei einem Lindenbergkonzert immer wieder für Spannung.
So auch Carola Kretschmer, Wegbegleiterin des Panik-Orchesters in den Siebzigern. Mit einem gekonnten Gitarrensolo eroberte sie sich das Publikum. Doch trotz aller Supermusiker, auf ihn können und wollen wir nicht verzichten. Udo Lindenberg! Ist dieser Mann wirklich schon 58? Man mag es kaum glauben. Über zweieinhalb Stunden einzigartiger Gesang und die Beweglichkeit der Anfangstage. Wahnsinn!


Die Texte der Lieder laden ebenso wie seine Worte an die “Panik-Omas” und “Panik-Enkel” zum Nachdenken oder aber zum Schmunzeln an. Zum grandiosen Abschluss Honky Tonky Show sorgten alle Beteiligten des Abends, einschließlich Udos Geschwister Inge und Erich, dem Zwerg Felix sowie dem größten Transvestiten der Welt noch einmal für Partystimmung auf der Bühne.
Nur wenige Fragen blieben nach diesem super Abend noch offen: Muss die Lautstärke zum Schluss wirklich bis zur Schmerzgrenze gehen? Sind 20 Euro Eintritt wie an diesem Abend nicht auch für andere Konzerte genug?
Waren die Herrschaften ü60 im Publikum Fans der Musik oder ehemalige Lehrer und Nachbarn von Udo?

Detlef Döring


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