German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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With Full Force 2006

Hurricane Open Air 2006

Scheeßel, Eichenring, 23.-25.06.2006


HURRICANE OPEN AIR 2006

Scheeßel, Eichenring, 23.-25.06.2006

 

Das Hurricane feierte Jubiläum und zwar sein zehntes. Von vielen wurde erwartet, dass noch größere Headliner geholt werden, aber stattdessen ging man genau den anderen Weg und holte kleinere Bands als letztes Jahr und verkleinerte auch die Besucherzahl auf 50000, um den ursprünglichen Charakter des Festivals wiederherzustellen.


Scheinbar der richtige Schritt, denn seit ein paar Wochen war das Hurricane wieder ausverkauft.

 

Das Festival machte seinem Namen auch wieder alle Ehre, wie es sich in den nächsten Tagen herausstellen sollte. Da wir auch wie viele andere am Donnerstag anreisten, um noch einen guten Platz auf dem Campingplatz zu ergattern, verging der Tag wie immer: Sofort wurde das Zelt aufgebaut, der Grill angeworfen und das erste Fass Bier geöffnet.

Freitag, 23.06.:


Am Nachmittag ging es das erste Mal für dieses Jahr aufs Gelände, nachdem die Pressepässe geholt und umgehängt wurden, wurde erst mal der veränderte Bühnenaufbau in Augenschein genommen.

Dieses Jahr wurden die Bühnen parallel zueinander aufgebaut um eine Soundvermischung zu vermeiden. Hinzu kam noch eine Zeltbühne, wie sie langjährige Hurricanegänger schon von früher kannten. Dorthinein ging es zuerst, wo gerade The Weepies auftraten. Die Sängerin verzauberte mit ihrer traumhaft schönen Stimme und den ruhigen Melodien das Publikum und war als Einstieg in ein anstrengendes Festival genau richtig.

Mit den ersten Klängen von der Green Stage, die die Hauptbühne war, ging es hinüber zu Ben Harper, der mich mit seiner Musik stark an Lenny Kravitz erinnerte, aber mit seiner Combo sowohl rockte als auch Reggae und Souleinlagen zum Besten brachte.

Anhand der Staubwolke, die sich über dem Publikum wegen des heißen Wetters und der tanzenden Menge bildete, sah man, dass die Musik ankam. Hiernach ging es erst mal wieder zurück zum Campingplatz um sich für den restlichen Abend mit Würstchen und Bier zu stärken.

Vor der Blue Stage wurde es zu diesem Zeitpunkt das erste Mal richtig voll, um eine der derzeit angesagtesten englischen Bands die Arctic Monkeys zu sehen. Ihre Live-Qualitäten sind nach dem Auftritt auf jeden Fall unbestritten und sie hinterließen mit Ihrem typischen Brit Pop einen guten Eindruck.

Auf der Green Stage betraten zwischenzeitlich Fettes Brot die Bühne, um wie einige andere Bands ein Heimspiel vor der eigenen Haustür abzugeben. Die Menge sprang zu alt bekannten Liedern wie Jein oder Schwule Mädchen. Bisher hatte ich Autritte von Fettes Brot immer nur genommen, um mal wieder zum Zelt zu gehen, aber diesmal lohnte es sich, auf dem Gelände zu bleiben.

Als nächstes ging es wieder zur Blue Stage wo die nächste Band ihr Heimspiel abgeben sollte: Tomte. Sie waren wie immer wunderbar, egal ob sie in einem kleinen Club spielen oder wie hier auf einem großen Festival Tomte und ihr Frontmann Thees verstehen es, das Publikum in Ihren Bann zu ziehen. Er bedankte sich während des Auftritts bei Folkert Koopmans (Geschäftsführer von FKP Scorpio) dafür, dass er trotz eines Vorfalls im letzten Jahr bei Kettcar, fürs Hurricane gebucht wurde.

Mit Hits wie New York über Korn Und Sprite, waren Tomte das Highlight des ersten Tages.

Von weiter hinten verfolgten wir danach noch wie Manu Chao auf der Green Stage mit seinem Latin, Ska, Reggae das Publikum vor der Bühne zum Kochen und Springen brachte.

Samstag, 24.06.:

Der erste Blick aus dem Zelt offenbarte, dass sich am Wetter nichts geändert hatte immer noch warm, sonnig und staubig.

Auf der Hauptbühne trat zur Mittagszeit Skin, die ehemalige Sängerin der Band Skunk Anansie auf. Nachdem ihr erstes Soloalbum noch eher ruhig war und ihr zweites doch schon mehr an alte Skunk Anansie Zeiten erinnerte, gab Skin gleich von Beginn an auf der Bühne Vollgas und zog das Publikum mit Ihrer charismatischen Stimme in den Bann.

Nach leider nur 40 Minuten war das erste Feuerwerk leider schon wieder vorbei. Da am heutigen Tag auch das WM Achtelfinale Deutschland gegen Schweden ausgetragen wurde, konnte man leider nicht alle Bands mit verfolgen...
Bei der LCD Leinwand auf dem Campingplatz war jedenfalls kurz vor dem Anpfiff kein einziger Platz mehr zu finden. Bei der Pressekonferenz am nächsten Tag wurde mitgeteilt dass ca. 30000 Menschen das Spiel sahen und aufgrund dessen, das Deutschland Spiel auf den Leinwänden an der Blue Stage ebenfalls übertragen wurde. Daher konnten Nada Surf nur 15 Minuten in der Halbzeitpause spielen.

Nachdem das Weiterkommen unserer Jungs gebührend gefeiert wurde, ging es wieder aufs Festivalgelände zur Green Stage auf der Adam Green auftreten sollte. Vor der Bühne hatten sich zu dem Zeitpunkt schon Rastafaris, Kiffer und andere Alternative eingefunden.

Adam Green betrat die Bühne und sang mit seiner sehr eigenen unkonventionellen Art seine Lieder, bei denen er von Geigerinnen unterstützt wurde. Man konnte vermuten, dass er den Tag über nicht nur Wasser getrunken hatte, aber man sah ihm und dem Publikum an, dass alle ihren Spaß beim Auftritt hatten. Für ein Duett holte er sich einen Fan aus dem Publikum, der mit ihm singen durfte.


Relativ zum Ende hin holte er sich zwei als Bunnies verkleidete Mädchen auf die Bühne, mit denen er über die Bühne \"hoppelte\" und dann mit den beiden hinter der Bühne verschwand und nicht mehr gesehen war.

Auf diese witzige Show folgten auf der Blue Stage The Hives aus Schweden, die trotz des verlorenen WM Spiels, wie immer mit ihrem gestriegelten schwarz weißen Bühnenoutfit und ihrer Performance überzeugten. Sie brachten das Publikum so zum Toben, dass sich eine Staubwolke über die Masse legte.

Vom lauten Rock ging es wieder zur anderen Bühne, wo die Romantiker des deutschen Pop Element Of Crime die Bühne mit Ihrem Frontmann Sven Regener betraten. Er zog alle mit seiner rauchigen Stimme und seinem schon legendären Ausruf \"Romantik\" in seinen Bann. Element Of Crime spielten sowohl Lieder ihrer alten Platten als auch Lieder der neuen Platte wie zum Beispiel Delmenhorst.

Von der Green Stage kam schon die erste Musik von The Strokes herüber. Dem Frontmann schien wohl der Erfolg sehr zu Kopf gestiegen, jedenfalls schien die Kamera, die auf Schienen vor der Bühne hin und her fuhr, ihm nicht zu gefallen. Nach einigem hin und her zertrümmerte er die Kamera mit seinem Mikrofonständer. \"Er mag wohl keine Kameras, er wird sie jedenfalls bezahlen müssen\", sagte Folkert Koopmans auf die Frage, was los war bei den Strokes. Von diesem Vorfall abgesehen, kann man aber nichts gegen die musikalische und die Lichtshow sagen.

Sonntag, 25.06.:


Der Sonntag begann wieder sonnig und heiß und es dachte wohl scheinbar jeder, dass es das erste Hurricane seit Jahren ohne Regen werden würde. Aufgrund der Hitze ging es erst zu The Cardigans wieder aufs Gelände. Mit ihrem melodiösen Pop und trotz der großen Hitze konnten sie das Publikum zum Mitklatschen animieren und dank der Security gab es auch eine Abkühlung aus den bereitgestellten Feuerwehrschläuchen.

Nach dem poppigeren Anfang sollte es mit der Band Live wieder rockiger werden, die weiterhin die Stimmung weiter anheizte, leider ohne dass sie das Lied Dolphins Cry sangen.

Um vor die Wellenbrecher zu kommen, warteten schon einige um zu Wir Sind Helden vor die Bühne zu kommen. Für die vier war es wie immer, wenn sie auf dem Hurricane auftraten, ein Heimspiel, das mit Spielspaß und Witz unter Beweis gestellt wurde. Ein nettes Konzert für einen noch bis dahin warmen, trockenen Sommerabend, denn am Himmel erschienen schon bedrohlich dunkle Wolken. Kurz bevor Muse die Bühne betraten, ging auch schon ein Unwetter (oder doch ein Hurrikan?) über dem Festival nieder.

Regen und Sturm waren so stark, dass das Hurricane vorzeitig beendet werden musste.


Der Campingplatz verwandelte sich von einem Moment zum nächsten in Schlamm und Wasser und nicht wenige Zelte standen teilweise bis zu dreißig Zentimeter unter Wasser. Im Laufe der Nacht und des nächsten Tages mussten Bauern festgefahrene Autos vom Parkplatz schleppen.

Als Fazit kann man sagen, dass die Verkleinerung der Festivalbesucher auf 50000 sich positiv bemerkbar machte und es dadurch auf dem Gelände und dem Campingplatz um einiges entspannter zuging und es jederzeit möglich war, einen Platz zum Entspannen zu finden. So relaxte und freundliche Besucher und Security gab es letztes Jahr seltener zu sehen. Auch die vermeintlich \"kleinen\" Bands und die Fußball WM taten dem Hurricane keinen Abbruch.
Daher kann ich nur sagen: Wir sehen uns beim 11. Hurricane 2007 auf jeden Fall wieder!


Matthias Spillner


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