German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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Wuppertaler Krautrock Open Air 2008

Wuppertaler Krautrock Open Air 2008

Wuppertal - 06.09.2008


1. WUPPERTALER KRAUTROCK OPEN AIR FESTIVAL

Wuppertal-Elberfeld, Waldbühne Hardt, 6.09.2008


Für Festivalveranstalter und Neuling in dieser Branche, Guido Simm wurde es zum Samstag hin richtig spannend, denn am Veranstaltungsvortag fing es abends an zu regnen und sollte dieser Wetterzustand anhalten, würde sich das natürlich nicht nur auf die Besucherzahlen auswirken...


Aber Samstag morgen war dann überraschenderweise die Umgebung schon wieder größtenteils abgetrocknet und auch die Temperaturen wurden angenehm. Als gegen 14.30 Uhr das wunderschön gelegene Festivalgelände in der Freizeitanlage Hardt, inmitten von Wuppertal öffnete, hielt sich der Fanansturm allerdings noch in Grenzen. Laut Veranstalter Simm sollten es dann summa summarum knapp 800 Leute gewesen sein. Schade, dass es nicht mehr wurden, denn das Festival wäre für die doppelte Anzahl Leute gerüstet gewesen.


Das OA Gelände selbst war in zwei Hälften aufgeteilt, der vordere Eingangsbereich war mit verschiedenen Merchandisezelten, Getränke- und Essensständen bestückt, dazwischen waren Biertischgarnituren aufgestellt und zusätzlich noch Band Pavillons, bei denen man auch die verschiedenen Künstler persönlich antreffen konnte und es war sich auch kein Musiker zu fein, um Autogramme zu schreiben, für Fotos her zu halten oder einfach nur zu „plauschen“. Dazu gab es noch Infostände vom Gronauer Rock – und Popmuseum, vom Grobschnitt und Guru Guru Fan Forum. Dadurch bildete sich schon mal eine ganz entspannte und gemütliche Atmosphäre, bei der sich auch die verschiedenen Fans sehr schnell näher kamen. Die auch noch vorgesehene Wuppertaler Band Hölderlin musste leider kurzfristig absagen.


Diesen „Krautrock City“ Vorplatz verließ man dann über einige Treppenstufen aufwärts Richtung Bühnengelände, das sich harmonisch in die Felsschlucht einfügte. Halbrunde, breite, nach unten abfallende Stufen umgaben die Bühne, so dass normalerweise alle Fans eine relativ gute Sicht auf das Bühnengeschehen haben sollten.


Als erste Band begann die aus Witten stammenden Baumstam. Bekannt eigentlich nur mehr oder weniger Krautrock-Insidern, denn die Ruhrpotter lieferten bereits 1974 mit ihrer LP On Tour ihr Debüt ab. Wenige Jahre später lösten sie sich auf, um sich 2004 in teilweise neuer Besetzung zu reformieren. Die Mannen um Kopf, Gitarrist und Sänger, Uli Klawitter, zusammen mit Drummer Gerdi Stracke - noch aus der Urformation - sowie die Neueren Volker Wobbe, auch schon 1974 eingestiegen, am Bass und Adi Klawitter junior an den Keyboards und der zweiten Gitarre. In dieser Besetzung veröffentlichte die Band vor wenigen Monaten ihren dritten Tonträger Moment (2004 erschien ihre zweite LP/CD Dreams Of Yesterday) und stellten den Silberling auch schwerpunktmäßig hier in Wuppertal vor. Die Baumstäme begannen ihren Auftritt pünktlich und nutzten ihre etwa einstündige Performance um sich in bester Spiellaune den Fans aus dem gesamten Bundesgebiet und auch Nachbarländern zu präsentieren.


Ihr modifizierter, abwechslungsreicher Hardrock konnte auf jeden Fall etliche neue Freunde dazu gewinnen, was sich am zahlreichen Besuch der Fans an ihrem Pavillon zeigte. Ein wenig gewöhnungsbedürftig an der Baumstam Mucke war, wenn Sänger Uli Klawitter einige Songs der neuen CD mit deutschen Texten präsentierte. Das passte nicht so ganz mit den in Englisch gesungenen Rockern zusammen. Aber das ist eben Baumstam 2008! ( www.baumstam.de ).


Nach kaum merklicher Umbaupause kam die zweite Band des Festivals, Shades Of Dawn, die Band mit der jüngsten Vergangenheit. Gegründet anno 1993, und seither auch schon einige Personalwechsel, haben sie sich dem Prog und Artrock verschrieben. Sie sind aber im eigentlichen Sinne für mich keine Krautrocker mehr ( ...und jetzt fragen bestimmt ein paar wieder, was ist denn nun Krautrock ?... für mich eine deutsche Zeiterscheinung der hiesigen Rockmusik mit all ihren Schattierungen und Ablegern bis etwa 1975 – das als meine Kurzdefinition! ) Der Düsseldorfer „Fünfer“ mit den zwei Keyboardspielern Bernhard Marx und Peter Schneider, sowie Chris Struwe, drums, Klaus Lohr, Bass, und Leadsänger / Gitarrist Hans-Jürgen Klein haben bisher ebenfalls schon drei Tonträger veröffentlicht. Aber für mich musikalisch noch ein unbeschriebenes Blatt. Als die Jungs ihren unangepassten, nicht mainstream-kompatiblen Sound, irgendwo zwischen Genesis, ELP, Yes, Pink Floyd und ähnlichem anspielten, war bei den meisten Zuhörern Staunen angesagt. Die meisten hörten irgendwo bekannte Anleihen der schon genannten Bands heraus, aber SOD hatte ihren Songs, meist um die 10 Minuten Dauer, einen völlig eigenständigen Charakter gegeben. Vom musikalischen Niveau her, legten sie ein absolut professionelles Set hin. Klar dominierten - bei einer Band mit zwei Keyboards - die Tasten und auch der Bombast kam nicht zu kurz, man hat aber gemerkt, dass die fünf Musiker hinter ihrem Sound stehen und ihn mit Leidenschaft präsentierten. ( www.shades-of-dawn.de )


Nach ein paar Gesprächen, ich hatte noch nicht einmal mein frisches Bier angetrunken, spielten bereits die „Ur-Krauts“ von Birth Control auf. Dabei fiel mir in der Anfangsphase nicht auf, dass Peter Engelhardt ja gar nicht an der Gitarre zupfte, sondern sein adäquater Vertreter Jens Filser. Alle Achtung, dass sich Aushilfsgitarrist Filser so brillant und fehlerfrei in die Band einfügte! Weshalb Engelhardt fehlte, hab ich leider nicht mitbekommen. Der Rest der Band wie gewohnt: Chef Nossi an den Drums und Vocs, Sascha Kühn bediente die Tasten und Hannes Vesper den Bass. Die Band spielte routiniert, aber nie langweilig ihre Songs, Und auch schon wie auf dem Herzberg Open Air diesen Jahres, kam auch hier in Wuppi mit Peter Föller ein alter Bekannter aus den 70ern zu zwei Songs ( Back From Hell und She's Got Nothing On You) als Special Guest auf die Bühne. Für mich war aber der eher unbekanntere Song: Like Nothing Ever Changed der Birth Control Höhepunkt. Da konnte eben Jens Filser sehr ausgiebig zeigen, was er an der Sechssaitigen kann und Nossi begeisterte gleich anschließend mit seinem abwechslungsreichem Solo, auch Keyboarder Sascha Kühn ging ein wenig fremd und half an den Percussions mit.

Natürlich durfte auch nicht der Oberhit Gamma Ray fehlen, auf den die meisten Fans warteten. Dann, nach gut eineinhalb Stunden war auch schon Birth Controls umjubelter Auftritt beendet ( www. birth-control.de ).


Und auch nach dieser letzten, sehr kurzen Umbaupause – man hatte wahrlich kaum Zeit um zu quatschen, was zu essen ( sinnigerweise gab es auch Krautnudeln...) und Getränkenachschub zu besorgen - kamen schon die Hannoveraner Jane zum Finale auf die Hardter Bretter.

Unter den Zuschauern war auch ihr Ex-Keyboarder Werner Nadolny, der ja nach der letztjährigen Tour ausgestiegen ist und mittlerweile eine neue Band unter anderem mit Jutta Weinhold und Geff Harrison aus der Taufe gehoben hat. Für Ihn kam dann Wolle Kranz, der ja schon mal auf der zweiten und dritten Jane LP mitspielte. Gründungsmitglied, Bassist und Sänger Charlie Maucher und Gitarrist Klaus Walz holten nach Peter Pankas tragischem Krebstod letzten Jahres dann Fritz Randow an das Schlagzeug und als zweiten Gitarristen und Sänger Ex-Harlis Mann Arndt Schulz. Charlie stellte dann gleich zu Anfang ihres Auftrittes fest, dass es Wettergott Petrus heute ja doch noch einmal gut mit ihnen meinte und dann rockten sich die Jungs munter durch ihre 38 jährige Schaffensperiode, wobei Jane schwerpunktmäßig Titel aus ihren Anfangsjahren spielten. In der Mitte ihres Sets wurde Martin Hesse vorgestellt, ehemaliger Jane Mitstreiter, der auch immerhin fast sieben Jahre Bassist und Sänger in der Gruppe war. Mit Your Circle präsentierte er einen eigenen, härteren Song und mit Another Way etwas älteres aus der Live Doppel LP Live At Home. Bei Hesses Kurzauftritt gingen dann die Meinungen der Jane Fans gewaltig auseinander, die einen waren voll begeistert, während die anderen über seine Show nur entsetzt waren... Ich persönlich fand es toll, dass Walz & Co ihren alten Mitstreiter einluden!


Danach ging es wie gewohnt mit altem und neuem weiter, natürlich ein fast viertelstündiges Hangman und mit Here We Are kam auch mal wieder ein „neuer alter Song“, der schon seit Ewigkeiten nicht mehr live gespielt wurde.

Und leider muss ja alles einmal ein Ende haben und die Hannoveraner läuteten es mit So So Long ein.( www.jane.com ).
Bedingt durch die umliegenden Anwohner der Freizeitanlage musste dieses Festival um 22 Uhr beendet werden. Natürlich skandierten noch etliche Fans nach weiteren Zugaben, aber es war leider nicht mehr möglich und so ging ein super organisiertes, hervorragendes, friedliches, freundliches und auch noch trockenes Open Air zu Ende.

Michael Fink


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