German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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Konzerte in 2006

21.11.2006
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D'Espairs Ray (J)
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Inner Exit

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Achim Reichel

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Fettes Brot und Virginia Jetzt

Fettes Brot
Virginia Jetzt
28.05.2006
Dir En Grey und Ostkreuz


Dir En Grey (J)
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BAP

BAP
02.04.2006
Inner Exit

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10.02.2006
Potentia Animi

Potentia Animi
08.02.2006
Tokio Hotel und Blog 27



Tokio Hotel
01.02.2006
Die Happy, Disgroove


Die Happy

Fettes Brot
Fettes Brot, Hamburg

Biografie

FETTES BROT ... Bio

(Stand 21.12.2004)

... kommt Anfang 2005 mit ihrem funkelnagelneuen eigenen Label (Fettes Brot Schallplatten) und am 21.03. mit dem neuen, nächstgrößten Album AM WASSER GEBAUT. Ab April 2005 geht's es auf große Fahrt durch die heiligen Hallen einheimischer Kulturlandschaft. Nach den immergrünen Teen-Rap-Hymnen wie Schwule Mädchen, Jein oder Nordisch By Nature wird es jetzt wirklich ernst, diesmal geht's um A.L.L.E.S. - in Sound, Sprache und Inhalt wird die nächste Stufe erklettert.!!!

Was zuletzt geschah?

2003: Im Frühling feierte die Band im elften Jahr ihr 10jähriges Bühnenjubiläum - zum ersten Mal mit mehr Gepäck als zwei Plattenspielern, einem Mischpult und drei Mikrophonen, ging es durch die ehrenwerten, bestuhlten Theaterhäuser des heimischen Kulturkreises bis die Kronleuchter wackelten und die Verzierungen von den Wänden krümelten. Die Menschen wurden Zeugen einer Bastard-Rap-Revue, die sich hinter den Ohren gewaschen hatte. An Bass, Gitarre, Tasteninstrumenten und Konservenschlagzeug begleitet von einem Quartett reiner Musiktitanen, griffen die Drei in die Kiste mit den Lieblingsplatten eigener Schöpfung und den Highlights von Kinderzimmer bis Abi Fete: EMF, Quincy Jones, Hendrix, Oasis, Rocky Soundtracks, Scooter, DJ Jazzy Jeff & the Fresh Prince ...

Als im Herbst einmal mehr das Leben und Werk von Rio Reiser gefeiert wurde, gaben sich Fettes Brot die Ehre mit einem obskuren Song namens Ich Bin Müde, den sie von einer ursprünglichen Pianoballade in einen dreckigen Punk-Blues, irgendwo zwischen White Stripes und Cody ChesnuTT, verwandelten, was das FAZaS-Feuilleton im Jahresrückblick 2003 zu der Forderung anstachelte, die Brote sollten ab sofort immer Rio Reiser interpretieren, und sie auf Platz vier der besten Pop Songs des Jahres wählte.

Im Herbst flog dann ein Mann mit Herpes aus der Hamburger Bürgerschaft. Gerne wollen wir glauben, dass der Herr Innensenator Schill ein bisschen auch über die ausgestreckten Beine von Bela B. und den Broten stolperte, die rechtzeitig im vorletzten Frühling eine klingende Kampfansage an den ungeliebten Ex-Richter mit Namen Tanzverbot ins Netz gestellt hatten.

Die selbsternannte Gutmenschengemeinschaft AERZTE/BROTE wuchs dann zum Jahresende 2003 auf mehr als großzügige Einladung der Arztgruppe zu einem triumphal schnaufenden, gut geölten Rap'n'Roll-Express durch die grössten Eishockeyarenen zwischen Hamburg und Zürich, wo man vor im Schnitt 15.000 Menschen das Kunststück vollbrachte, auch das ultra-HipHop-kritische Rockpublikum zu verhexen.

2004: Gedopt durch diese unverhoffte Zuneigung begann die konzentrierte Arbeit an ihrem fünften Studioalbum, das die Eindrücke der letzten 12 - 18 Monate verdaut, wiederkäut und als heißester Scheiß Anfang 2005 auf jede Türschwelle legen wird, wahlweise unter einer brennenden Tageszeitung versteckt. Dieses wird das erste Album nach den 30. Geburtstagen dieser ewig jungen, zufällig genetisch favorisierten Menschen sein, die die Welt als Fettes Brot kennt, schätzt und liebt.

Und was soll man sagen: Die fetten Jahre gehen weiter. Ironie wird durch Tiefe ersetzt, leere Phrasen durch grosße Melodien, lässige Posen durch echte Haltung. Angenehm genervte Studionachbarn und andere frühe Ohrenzeugen nölen etwas von „Outkast gemischt mit Münchener Freiheit? Aber hören Sie doch selbst, denn ...

Eine erste Single wird unter anderem beim Bundesvisionscontest am 14.02.05 vorgestellt und heisst Emanuela. Ein ansteckender Bastard aus importiertem Latino Soul und einem schmutzigen Disco-Punk-Shuffle, der so ganz und gar mit allen einheimischen Rap-Klischées bricht und mehr zu bieten hat als das gängige Hallo, da sind wir wieder der treuen Konkurrenz.

Mit freundlichen Grüssen

Ihre

Fettes Brot Schallplatten GmbH


Bilder

PR-Foto 2005

PR-Foto 2005

PR-Foto 2005

PR-Foto 2005

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 27.04.2005 im Hyde Park in Osnabrück Foto: Madlen Meier

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen

Fettes Brot am 07.07.2006 in der Kulturbrauerei in Berlin Foto: Monique Wüstenhagen


Bilder von Festivals


Fettes Brot am 15.08.2010 auf dem Open Flair Foto: Madlen Meier

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Fettes Brot auf der MTV Campus Invasion am 03.07.2005 in Osnabrück Foto: Madlen Meier

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Konzertbericht

FETTES BROT und FIVA MC

Hyde Park Osnabrück

27.04.2005

Es ist der 27. April 2005 - Vor uns bahnt sich eine Autokolonne den Weg zum Hyde Park in Osnabrück wo in Kürze drei Jungs mit Hamburger Slang ihre aktuelle Scheibe Am Wasser Gebaut präsentieren wollen. Die Schlange vor dem Eingang zieht sich über den Parkplatz aber es geht doch relativ zügig voran. Am Eingang angekommen wird es dann Zeit eben dem Veranstalter Goldrush zu danken, dass der Einlass für mich und damit für den German Rock doch noch so unkompliziert geklappt hat, trotz anfänglicher organisatorischer Schwierigkeiten auf beiden Seiten.

Drinnen angekommen geht es dann pünktlich um 20 Uhr mit Fiva MC und DJ Radrum los. Fiva MC ist eine junge Dame, die Freestyle HipHop vom Feinsten abliefert. Das Publikum schüttelt die Köpfe und hängt gebannt an ihren Lippen um den Worten zu lauschen. Immer wieder spricht Fiva MC direkt die Leute an a la „ seid ihr mit mir…?“ u. „ könnt ihr mich hören?“ Nach 30 Minuten verlässt sie dann unter tosendem Applaus die Bühne, und ich muss sagen auch mich, der eigentlich nicht so auf komplett auf Hip Hop steht, hat sie in ihren Bann gezogen, jedenfalls bei diesem Liveauftritt.

Um 20:50 Uhr erscheinen dann drei riesig scheinende Figuren hinter dem gespannten Vorhang. Als dieser dann fiel erschienen also Schiffmeister, König Boris und Dr. Renz alias Björn, Boris und Martin und legten los.

Mit neuen Hits wie Wie Immer, passend als Startsong, Lauterbach, Yasmin, Schrotteimer und natürlich der Kracher schlechthin Emanuela rockten sie das Haus. Aber natürlich durften Schwule Mädchen und Nordish By Nature auch nicht fehlen. Es war eine gelungene Mischung und das Publikum ging von Anfang an ab. Witzig waren auch die auffallend langen, sympathischen und lustigen Ansagen der Brote um zum Beispiel Bögen zum nächsten Song zu spannen. Auch der Song Müde von Rio Reiser kam bei den Leuten gut an. Unterstützung bekamen die Drei von zwei Backgroundsängern und einer Sängerin, der scratchende DJ rundete das Ganze dann ab.

Nach zwei Zugaben und zwei Stunden Spielzeit durften die Drei dann den wohlverdienten Feierabend machen, wenngleich das Publikum sie immer noch nicht gehen lassen wollte.

Fazit: Super Abend, gute Musik, vibrierende Bässe, und glückliche Leute. Wann immer die Fetten Brote unterwegs in deiner Stadt sind, lass sie dir nicht entgehen!

Madlen Meier

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FETTES BROT und VIRGINIA JETZT!

Berlin, Kulturbrauerei, 07.07.2006

Seitdem ich erfahren habe, dass wir dieses Konzert miterleben würden, fragte ich mich, welcher Schelm sich die Kombination aus den Berliner Seichtpoppern Virginia Jetzt! und dem Hamburger Hip Hop-Trio Fettes Brot ausgedacht hat, die für mich nicht viel mehr gemeinsam haben als das Singen in deutscher Sprache. Gewöhnlich schlägt mein Herz mehr für Pop als für Hip Hop, aber ich gebe zu, dass ich heute etwas voreingenommen bin und Virginia Jetzt! kaum Chancen ausrechne, Fettes Brot in meiner Gunst zu schlagen. Noch bin ich aber bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen, auch wenn der Abend wenig vielversprechend mit Gewitterschauern beginnt, so dass wir schon mal durchnässt in der Berliner Kulturbrauerei eintreffen, wo das Open Air stattfinden soll.

Punkt 19 Uhr, - es regnet nach wie vor, betreten Virginia Jetzt! die Bühne. Die vier Musiker beherrschen ihre Instrumente, ihre Songs haben hübsche, mitsingbare Melodien, aber irgendwie kommen sie bei mir über das Prädikat „ganz nett“ nicht hinaus. Die Texte sind derart gestaltet, dass sie auch noch der Oma gefallen könnten. Der ganze Auftritt wirkt dann auch sehr familienfreundlich, aber auf der anderen Seite nichtssagend, unspektakulär und manchmal durch das massive Buhlen um Sympathien auch peinlich.

Die Band hat es schwer angesichts der heutigen Übermacht von Fettes Brot-Anhängern im Publikum. Irgendwo haben Virginia Jetzt! aufgeschnappt, dass Hip Hopper „Yo“ sagen würden. Für die Band Grund genug, anlässlich ihrer heutigen Funktion als Vorgruppe für Vertreter dieses Genres, dieses in ihren Song Ein Ganzer Sommer einzubauen. Diese Aufgabe sollen die Zuschauer übernehmen, indem sie eben „Yo“ rufen und ihre Arme in die Luft recken sollen, wobei sich deren Begeisterung und Bereitschaft dazu jedoch zunächst in Grenzen hält. Der Funke will und will einfach nicht überspringen. Das ändert sich erst recht nicht, als Sänger Nino Skrotzki behauptet, Fettes Brot hätten ihm angeboten, in ihre Band einzusteigen und er nun ewig darüber philosophiert, was er nun tun soll, soll er „ja“ sagen oder „nein“ oder „jein“. Das Ganze soll offenbar lustig sein, aber ein junger Mann hinter mir spricht das aus, was auch ich denke: „Halt doch einfach die Klappe“. Das hört Nino jedoch nicht und so nimmt das Unglück seinen weiteren Lauf. Den traurigen Höhepunkt bildet dann eine anbiedernde Version des Fettes Brot-Klassikers Jein, für die sich die Gecoverten zwar später in einem Nebensatz brav bedanken werden, aber es fällt mir schwer zu glauben, dass die Jungens das wirklich gut finden. Immerhin hat es mittlerweile aufgehört zu regnen und Virginia Jetzt!  können am heutigen Abend neben Radiohits wie Mein Sein gleich drei neue Songs aus ihrem Repertoire vorstellen, unter anderem die demnächst erscheinende Single Bitte Bleib Nicht, Wenn Du Gehst..

Den anwesenden Fans wird es also mit Sicherheit gefallen haben. Mir fehlen die Vergleichsmaßstäbe, denn ich habe Virginia Jetzt! noch nicht in einem anderen Rahmen live spielen sehen. Heute wirken sie auf mich leider wie eine Band, die ihre Identität noch nicht gefunden hat, die eingeschüchtert und zu stark beeinflusst ist von ihrer Rolle als Support Act für die äußerst erfolgreichen Hamburger. „Wer bin ich hier? Was mach' ich hier? Und wofür?“ singen sie schon in ihrem Opener Das Ganz Normale Leben. Das scheint heute ernster denn je gemeint zu sein. Alles andere wirkt hingegen irgendwie gekünstelt und verkrampft. Nach 45 Minuten und dem Bekenntnis, Von Guten Eltern zu sein, in dem die Musiker dann noch mal die Rocker rauskehren, ist Schluss mit dem aufgesetzten Lustigsein und zumindest in meiner Umgebung ist kein Wunsch nach einer Zugabe vernehmbar. Also gibt es auch keine.

Nun bleibt etwas Zeit, den Umbauarbeiten auf der Bühne zuzusehen oder sich mit Leckereien zu stärken. Kurz nach 20 Uhr kann man den neuen Fettes Brot-Song Fußball Ist Immer Noch Wichtig von Band hören und aus meiner Position schon mal König Boris, Doktor Renz und Schiffmeister neben der Bühne beim Einsingen. Ein paar Minuten später geht es dann los, aber das diesmal richtig.

Von der ersten Sekunde an nehmen die drei Jungs und ihre Begleitband das Publikum in sehr positiver Weise gefangen. Fettes Brot vermitteln das, was ich bei Virginia Jetzt! so vermisse: Authentizität.  Möglich, dass sie ihre witzigen Show-Einlagen vorher einstudiert haben, aber zumindest erscheinen sie spontan und echt. Die Drei verfügen zudem über ein hohes Maß an Selbstironie und wirken so charmant und sympathisch, dass es einem Tränen vor Freude in die Augen treiben könnte. So können Fettes Brot die Zuschauer  ungestraft als „kleine Mistviecher“ bezeichnen, sie werden trotzdem bejubelt, denn jeder versteht das Augenzwinkern hinter dieser Äußerung. Auch untereinander scheinen sich die Bandmitglieder bestens zu verstehen, so dass sie gelegentliche gegenseitige verbale Seitenhiebe durchaus vertragen können. Dass Fettes Brot nicht immer nur witzig sind, sondern auch nachdenkliche, tiefgründige Songs schreiben können, beweisen ihre letzten beiden Singles Soll Das Alles Sein? und An Tagen Wie Diesen. Letzteres wird auch live mit der gesanglichen Unterstützung von Finkenauer präsentiert.

Natürlich dürfen aber auch die größten Hits und Tanzflächenfüller Emanuela und Schwule Mädchen nicht fehlen. Nicht nur bei diesen beiden Titeln wird klar, dass Fettes Brot wirkliche Superstars sind, die aber zugleich auf dem Boden geblieben und immer noch die netten Jungs von nebenan sind. Sie werden durchgehend von der ersten bis zur letzten Zuschauerreihe frenetisch gefeiert. Dazu bedarf es keiner Aufforderung, die Anwesenden tanzen, springen, singen und wirbeln von sich aus ihre Arme durch die Luft. Ein weiteres Highlight zwischen den vielen Highlights ist die Zugabe Lauterbach aus ihrem aktuellen Album Am Wasser Gebaut, wo das Publikum zeigen kann, dass es noch viel Energie und noch lange nicht genug von den drei Broten hat.

Nach 90 Minuten voller Spaß schließen die Nordlichter ihr Set mit einem ihrer früheren Erfolge, Nordisch By Nature, das sie uns in vier Versionen kredenzen, indem sie es zu den Melodien von Sailing, Don't Worry Be Happy, Macarena und I'd Like To Move It neu interpretieren. Sehr, sehr schön, das Ganze, aber es hätte noch viel länger dauern können….

Fazit: Fettes Brot jederzeit gern wieder (Berlin, Berlin, fahrt bald wieder nach Berlin!), Virginia Jetzt! bedingt, um sie selbst als Headliner zu sehen und sich dann vielleicht doch noch eines Besseren belehren zu lassen.

Sandy Dobrileit

Diskografie

Jahr vonJahr bisBezeichnungArtCover
2005 2005 Am Wasser Gebaut CD
2005 2005 Emanuela CD Single
2006 2006 Soll Das Alles Sein? CD Single

Rezensionen

FETTES BROT

Emanuela – Single

2005, Indigo, CD 5661-2 ( Maxi CD)

Die Hamburger Jungs sind wieder da! Am 21.02.2005 veröffentlichen Fettes Brot ihr neues Album Am Wasser Gebaut und um uns einen kleinen Vorgeschmack oder sogar Heißhunger zu machen, kommt am Valentinstag ( 14.02.2005 Achtung Männer!) erstmal die Single Emanuela zum Vorschein.

Welcher Mann oder vielleicht auch Frau kennt das nicht: Da kommt eine scharfe Braut daher und verdreht einem den Kopf. Doch alle Freunde raten dir, lass die Finger davon.

Bei Fettes Brot heißt die Gute Emanuela und wie der Name so klingt auch der Song. Latin Funk gepaart mit Hip Hop und einem Refrain, der sich in den Gehörgang bohrt und nicht mehr raus will.

Bei diesem Titel bleibt kein Hip Hopper sitzen und vielleicht tanzt auch mal die eine oder andere Latin- Queen nun zum Sound der drei fetten Brote.

Fazit: Wenn der Titel erstmal eine Weile läuft, könnte er durchaus an den Erfolg von Schwule Mädchen anknüpfen.

Madlen Meier

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FETTES BROT

Am Wasser Gebaut

2005, Fettes Brot Schallplatten 02-2 / Indigo 5700-2  CD

Moin, moin, was geht? Wir sind im schönen Hambuich, in einer der besten Musikbäckerein. Von hier kommen alle paar Jahre immer coolere Scheiben, die sich wie geschnitten Brot verkaufen. Nu aber Butter bei die Fische, genug geschnackt: Fettes Brot is in da house!

Martin Vandreier alias Dr. Renz oder Speedy Konzalik, Björn Warns alias Schiffmeister oder Björn Beton und Boris Lauterbach alias König Boris haben im März 2005 ihr achtes Album ihrer 11jährigen Geschichte auf ihrem eigenen Label veröffentlicht. Erwachsen, ernst und selbstbewusst stehen sie am Ufer ihres Erfolges wie Am Wasser Gebaut und kokettieren mit ihrem Weichei-Image innerhalb der aggressiven Hip-Hop-Szene. Für Gangstas waren sie schon immer „zu seicht“, für Pop-Fans sind sie endlich melodisch genug. Die erste Single-Auskopplung Emanuela läuft bundesweit auf Rotation in den Airplays, verdientermaßen.

Ihre neue CD mit 10 Tracks zwischen 2:53 und 5:13 Minuten passt auf eine Seite einer 90er MC und ist überraschend komplett. Unglaubliche funky Songs (Wie Immer, Emanuela oder Glaub Dran) ergänzen sich mit souligen Latin-Grooves (Yasmin, Die Meisten Meiner Feinde oder Soll Das Alles Sein). Die Refrains werden teilweise mit richtigen Hooklines gesungen, die Themen sind ernsthafter als früher, gehen auch mal tiefer in die Gesellschaft hinein (An Tagen Wie Diesen) oder fordern den lustvollen Sturz des Systems (Kuba). Als Geschenk an die alten Fans gibt es einen louder-louder-louder Shouter mit dicken Beats (Lauterbach). Am Ende lauert der garantiert nächste Single-Hit, wenn ich nicht ganz falsch liege. So viel kann falsch sein: Meinungen, Kleidung, Freunde, Clubs, Songs und eben auch die Falsche Entscheidung – „da scheissen wir drauf“, trotzen die Brote. Den Refrain zum Mitsingen schaffen am Ende sogar kleine Kinder ...

Ein tolles Album, das Genregrenzen spielend überwindet und niemanden verschreckt. Und ist es fett? Türlich, türlich Digger!

Regina Sommerfeld

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