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Nightwish (FIN)

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Konzertbericht

Diskografie


Rezensionen

NIGHTWISH (FIN)
Wishmaster
Drakkar / BMG

Auch das dritte Monumentalwerk von Mastermind Tuomas & Co. wird dem unglaublich hohen Erwartungsdruck (nach Oceanborn) aufgrund seiner weiter gesteigerten Eingängigkeit wieder vollauf gerecht. Neben Tarjas unglaublich präsenter Sopran-Engelsstimme voller Grazie und Power sind mit überwältigenden Gitarrenriffs, prickelnden Spinett-Passagen und seelenvollen Fantasylyrics die Suchtfaktoren eines alles verschlingenden Strudels aus Lebenshunger und Energie. Nichts ist leidenschaftlicher als der Opener She Is My Sin, nichts besitzergreifender als der wuchtig-hymnenhafte Titelsong, nichts beschwörender als das kultige Wishmaster, nichts verführerischer und mehr voll Lebensgier als Wanderlust und auch das zu Tränen rührende Dead Boy\'s Poem ist nicht von dieser Welt! Diese Töne streicheln, packen und atmen,- mit jeder Melodie legt sich ein goldener Schleier aus Licht und Wärme auf die erschaudernde Haut. In diesen Klängen kann man sich ständig neu verlieren, obwohl man schon vom ersten Ton an längst verloren ist.

Andrea Göbel

Interviews

 

Das Interview


NIGHTWISH (FIN)

FBZ Braunschweig, 8.11.2000

GR: = ANDREA GEOBEL für GERMAN ROCK NEWS
TH
: = Tuomas Holopainen Songwriter/Keyboarder für NIGHTWISH

 

Nachdem Nightwish-Interviews besonders gern in der Konstellation Tarja und Tuomas geführt werden, machte eine heftige Erkältung der Frontfrau diesmal im Braunschweiger FBZ einen gewaltigen Strich durch die langbewährte Rechnung. Bandleader Tuomas schlug sich allerdings auch ganz allein wacker durch das packende Wortgefecht.

 

GR: Die Euer aktuelles Werk Wishmaster betreffende allgemeine Begeisterung hat alle nach Oceanborn hochgeschraubten Erwartungen noch übertroffen. Welcher Song der Scheibe ist Dein absoluter Favorit?


TH: Dead Boy\'s Poem steht bei mir an erster Stelle, da es inhaltlich sehr persönlich ist. Es ist das Abbild eines Wunsches, Zeugnis darüber, wie ich den Menschen durch meine Musik in Erinnerung bleiben möchte. Auch den musikalischen Aufbau von Dead Boy\'s Poem  mag ich sehr. Es basiert auf zwei sehr unterschiedlichen Parts, der Ballade und dem sehr bombastischen Teil.

 

GR: Wer spricht die Kinderstimme bei diesem Song?


TH: Das ist ein kleiner finnischer Junge, der aus England kommt und deshalb logischerweise phantastisch englisch spricht. Er stammt aus meiner näheren Verwandtschaft. Mein zweitliebster Song der Scheibe ist übrigens The Kinslayer. Meiner Meinung nach einer der besten Heavy-Songs, die ich je geschrieben habe. Er hat textlich das Colorado-Massaker zum Inhalt, Du hast sicher von dieser schlimmen Sache gehört. Ich habe nie zuvor über etwas so Realistisches geschrieben.

 

GR: Trotz allem ist die Fantasie Dein größtes Betätigungsfeld. Bist Du in Deiner Jugend sehr positiv zur Träumerei motiviert worden, oder war das für Dich eher eine Flucht aus der Realität um Dich bewusst vor der kalten Außenwelt zu schützen?


TH: Wie das alles ganz genau angefangen hat weiß ich selber nicht mehr. Ich habe mich eigentlich schon immer für Fantasie interessiert, seit ich denken kann. Eine Menge Bücher haben mich dahingehend positiv beeinflusst, als ich noch ganz klein war, liebte ich Disneyfilme. Ich war ein normaleres Kind als es vielleicht scheint.

 

GR: In welche Büchern wärst Du damals am liebsten selber hineingekrochen um in der Handlung mitzumischen?


TH: Lord of the Rings und die ganzen Disney-Lovestorys habe ich verschlungen. Ganz begeistert war ich auch von der Neverending Story.

 

GR: Was war Deine bisher größte Erfahrung über Dich selbst, zu der Dir die Musik verholfen hat? Was hast Du über Dich selbst gelernt, durch die Musik?

 

TH: Sie hat mich bescheiden und demütiger gemacht, auch den musikalischen Meisterleistungen anderer gegenüber. Gleichzeitig gibt sie mir Selbstvertrauen. Ich habe mit der Komponiererei etwas gefunden was ich gut kann. Das ist ein tolles Gefühl. Musik ist für mich der absolut beste Weg meine Gefühle auszudrücken. Ich bin eigentlich verdammt schüchtern und introvertiert, so spreche ich mit den Leuten am besten durch meine Musik.

 

GR: Es ist leichter für Dich als mit Menschen direkt zu reden?

 

TH: Definitiv. Ich bin kein großer Redner.

 

GR: Hast Du mal darüber nachgedacht außer Tarjas Sopran noch eine männliche Opernstimme zu Nightwish auf die Bühne zu holen?

 

TH: Ja, das habe ich. Es wäre ein wirklich interessanter Kontrast. Im Moment werde ich erst mal alles lassen wie es ist, aber für die Zukunft könnte ich mir so ein Experiment gut vorstellen, genau wie den Einsatz noch ganz anderer Elemente.

 

GR: Spielst Du mit dem Gedanken eines männlichen Gastsängers nur für einen Song, oder eventuell für den Umfang einer ganzen CD?

 

TH: Die Idee eines kompletten Albums in diesem Stil gefällt mir schon ganz gut. Vielleicht zu einem Thema wie The beauty and the beast.

 

GR: Kannst Du Dich noch an Deine allererste bewusste Begegnung mit Metalmusik erinnern?


TH: Mein großer Bruder hat sich damals ein Album gekauft, das mich sehr beeindruckt hat. Ich habe keine Ahnung, ob man diesen Sound wirklich als Metal bezeichnen konnte, aber ich fand den Sound toll. Ich war damals zehn. Mein Bruder ist ganze zehn Jahre älter als ich.

 

GR: Die jetzige Tour mit Sinergy und Eternal Tears Of Sorrow ist die erste Nightwish-Headlinertour in Deutschland. Wie fühlst Du Dich dabei?


TH: Anfangs war ich aufgrund dessen mächtig aufgeregt und hätte eigentlich lieber noch eine weitere Supporttour gemacht. Ich war mir nicht sicher, ob wir wirklich schon reif dafür sind. Unsere Plattenfirma hat uns dann noch mal gut zugeredet und uns letztendlich überzeugt. Aber erst nach den ersten Shows im Oktober, die dann auch wirklich phantastisch gelaufen sind haben wir dann auch wirklich geglaubt, dass wir den Headlinerjob packen. Nach so vielen ausverkauften Shows kann man ja schließlich nicht weiter bezweifeln, dass es die richtige Entscheidung war.

 

GR: Tarja steht musikalisch total auf J. Sebastian Bach. Wer ist Dein Favorit in Sachen Klassik?

 

TH: Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, aber ich persönlich höre eigentlich keine klassische Musik. Wenn mal irgendwo im Radio Klassik zu hören gibt ist es o.k., aber ich lege mir so etwas in der Freizeit eigentlich nie selber auf.

 

GR: Was hörst Du Dir denn dann vorrangig an?

 

TH: Filmmusik und Soundtracks. Ich mag die bombastischen Sachen, Filme wie The Rock und Titanic. Der absolute Überflieger für mich ist zur Zeit der Gladiator-Soundtrack. Den hören wir schon die ganze Tour im Bus rauf und runter.

 

GR: Vielleicht solltest Du selbst ja auch einmal einen Soundtrack schreiben?

 

TH: Genau das ist einer meiner größten Träume! Es ist allerdings nicht so einfach, dahingehende Kontakte zu knüpfen.

 

GR: Vor einer Weile waren Nightwish erstmalig auf Südamerika-Tour, ganze neun Konzerte lang. Wie ist es gelaufen?

 

TH: Die ganze Tour war der reine Wahnsinn. Wahrscheinlich war es das bisher größte Highlight meines Lebens! Es war auch die bisher anstrengendste Tour, da wir unglaublich viele Interviews und Autogrammstunden gegeben haben, zum Schlafen sind wir eigentlich so gut wie gar nicht gekommen. Das hat die Angelegenheit zu einem echt anstrengendem Job gemacht. Die Live-Shows haben uns dann aber für all den Stress wieder entschädigt. Schon beim ersten Auftritt dort machte mich eine Publikumsmenge von über 20.000 Leuten echt sprachlos. Die Leute sangen jede Zeile unsere Songs komplett mit. Wenn ich meine Arme hochgerissen habe, taten 20.000 Leute das gleiche. Es war unbeschreiblich! Wir hatten dort auch das erste Mal die ganze Zeit Security um uns. Am Anfang dachte ich dass es nicht nötig wäre, die ganze Zeit von Sicherheitsleuten umgeben zu sein, aber es hat sich dann doch als sehr nützlich erwiesen. Die Fans sind uns bis zum Hotel gefolgt, haben uns laufend fotografiert und sich die ganze Nacht vorm Hotel postiert. Wenn wir zum Frühstück kamen, standen sie draußen schon bereit. Wir fühlten uns dort fast wie die Beatles! Die Fans haben versucht nach allem von uns zu greifen, was sie kriegen konnten. Man hat geradezu versucht uns die Klamotten vom Körper zu reißen. In Panama-City waren wir die allererste europäische Metalband, die dort jemals aufgetreten ist! Die Shows hatten den Selben Umfang wie in Deutschland, unser Support hat in Südamerika jeden Abend gewechselt.

 

GR: Ihr habt Euch ja in Finnland beim Vorausscheid für den Grand Prix 2000 beteiligt. Wie kam es dazu? War das ein ernsthafter Versuch oder eher ein Spaß?

 

TH: Ich würde nicht sagen, dass es eine dumme Idee war, aber es war wirklich eine spaßige Idee. Ich war der Meinung dass wir es als erste Metalband mal versuchen sollten, die Grenzen des Grand Prix zu sprengen. Es war eher so was wie ein Statement. Der herkömmliche Grand Prix ist schließlich eine einzige Katastrophe. Total spießige, langweilige Songs. Ich fand es gut, daraus einfach einen kleinen Werbefeldzug für Nightwish zu machen. Wir wollten ein Zeichen setzen und das ist uns auch gelungen. Von 220 Bewerbern haben wir es immerhin unter die ersten sechs geschafft. Es handelte sich um eine Originalübertragung im Fernsehen. Alle anderen Acts boten den üblichen Müll und dann kamen wir in unseren schwarzen Klamotten auf die Bühne. Das war echt spaßig. Das Publikum hat uns dann auch die meisten Stimmen gegeben - in diesem Punkt haben wir den Wettbewerb sogar gewonnen (!), aber die Jury hat uns die wenigsten Punkte gegeben. Das Ganze hat in Finnland anschließend eine riesige Diskussion ausgelöst! Eine Woche später schoss unser Oceanborn-Album wieder in die Charts, auf Platz 24.

 

GR: Kannst Du etwas Genaues zu den bisherigen Verkaufszahlen von Whismaster sagen?

 

TH: Bisher sind es wohl etwa 140.000 Wishmaster Alben, Oceanborn hat sich mittlerweile einige hunderttausendmale verkauft.

 

GR: Wie stimmig ist die Chemie auf dieser Tour zwischen Nightwish und den Supportbands?

 

TH: Phantastisch! Wir kannten uns alle schon vor dieser Tour. Auch wenn wir vorher noch nie zusammen gespielt haben, so hatten wir uns doch schon öfters getroffen. Alles läuft deshalb sehr locker, es gibt keinen Streit.

 

GR: Wie lang ist diesmal das Nightwish-Set?

 

TH: Anfangs haben wir über eineinhalb Stunden gespielt, aber seitdem Tarja durch die Erkältung Stimmprobleme hat, mussten wir den Umfang etwas reduzieren.

 

GR: Von Eurer Tour mit Rage weiß ich, dass ihr total wild darauf seid, neben den Konzerten auch noch so viel wie möglich von Architektur und Lifestyle Eurer Reiseumgebung mitzubekommen. Welche Stadt hat Euch auf dieser Tour am meisten beeindruckt?

TH: Ich liebe Prag! Wir hatten dort zwei Off Days, weil eine Show gecancelt werden musste.

 

GR: Wie sicher seid Ihr, dass Ihr die letzte Show morgen in Köln mit Tarjas Stimme noch komplett über die Bühne bringen werdet?

TH: Absolut sicher! Es ist der schließlich die allerletzte Show der Tour und es sind wohl auch eine Menge lustige Überraschungen geplant, die während der Show die Musiker verwirren sollen.

 

GR: Kannst Du mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit schon ein paar Streiche verraten, die geplant sind?

 

TH: Ich wäre froh, wenn ich was Genaues darüber wüsste! Da ich persönlich nicht Teil der Verschwörung bin, werde ich wohl bis morgen warten müssen.

 

GR: Gab\'s nen besonders lustigen Zwischenfall auf der Tour?

 

TH: Ja, den gab es in Marseille! Versehendlich drückte ich mitten im Break des ersten Songs einen falschen Knopf meines Keyboards und der Demo-Song startete in einem schrägen Technobeat. Das ganze dauerte ca. 2 Minuten und niemand von uns wusste, woher es kam. Alle haben sich gekrümmt vor Lachen. Erst nach all der Zeit realisierte ich: Oh mein Gott, das kam von Deinem Keyboard! Davor sind die ganzen Techniker wie wild über die Bühne gerannt und haben den Fehler sonst wo gesucht. Ich wäre am liebsten im Boden versunken.

 

GR: Wie genau wird es nach dieser Tour weitergehen? Sind noch einige Gigs in Finnland geplant, oder braucht Ihr erst mal eine Pause?

TH: Ende November haben wir noch zwei Shows in Kanada. Der Dezember ist dann erst einmal frei. Anfang Januar arbeiten wir dann an einer DVD über die Show vom 29. Dezember in Finnland. Wir werden das gesamte Konzert im Livesound aufzeichnen.

 

GR: Ist auch eine Live-CD demnächst in Aussicht?

 

TH: So was ist von der gleichen Show geplant. Sie wird aber nur auf fünf- oder zehntausend Kopien limitiert sein.

 

GR: Worauf bist Du momentan besonders stolz?

 

TH: Wishmaster hat in Finnland Platin bekommen! Das ist mehr als ich je erwartet habe!

 

GR: Wo hattet Ihr das beste Publikum auf dieser Tour?

 

TH: Ich denke das war in Frankreich. Wir haben dort noch nie zuvor gespielt, aber die Reaktionen waren unglaublich. Besonders in Paris sind die Leute total ausgeflippt.

 

GR: Und das beste Konzert in Deutschland?

 

TH: Da ist mir Kaufbeuren in besonders guter Erinnerung.

 

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