German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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Konzerte in 2000

02.12.2000
Eric Burdon und Man

Eric Burdon (GB)
Man (GB)
11.11.2000
Grave Digger
06.10.2000
Die Happy, Dover, Uncle Ho, Such A Surge



Die Happy
30.09.2000
Inquire

Inquire
08.09.2000
Late September Dogs

Late September Dogs
26.08.2000
TOURTAGEBUCH - EUROPA 2000 Angel Dust, Lefay, Steel Prophet, Stormhammer


Angel Dust
Stormhammer
Steel Prophet (USA)
Lefay (S)
28.07.2000
Knorkator

Knorkator
21.07.2000
Ash Ra Tempel

Ash Ra Tempel
30.06.2000
Knorkator

Knorkator
16.06.2000
Ambrosial Candy, Pulse und Meat Against Bread





Ambrosial Candy
06.05.2000
And One und Second Sight

And One
Second Sight
02.04.2000
Ash Ra Tempel

Ash Ra Tempel
19.02.2000
Nygard und Dementia


Nygard

Insgesamt 317 Konzerte gespeichert

LATE SEPTEMBER DOGS

8.9.2000 Mondkonzert „In The Wood" Albersdorf 


Kultband Late September Dogs gab Mondkonzert: Für die Bühne geboren!

 

Seit einigen Jahren für unzählige Fans das musikalische Großereignis des Jahres: Das Mondkonzert der Late September Dogs, diesmal im nordischen Albersdorf im geradezu idealen Ambiente der Waldbühne, die am ehesten an ein antikes Amphi-Theater erinnern lässt. Mit einer aufwendig-inhaltlich einfallsreichen Deko wurde die Besonderheit des frühen September-Termins unterstrichen.


Eine Stunde vor Konzertbeginn vier langgezogene Musikergesichter im Backstage-Bereich: Dauerregen, der in diesen Breiten allerdings zur Normalität zu zählen scheint. Dennoch immer mehr schoben sich durch den Eingang, Autoschlangen bildeten sich, anschließend Menschenschlangen an der Kasse. Es war alles richtig, nur eben, dass heute das Kultereignis Nummer eins auf dem Programm stand, ein Mond Konzert inklusive Vorstellung der neuen Alienated-CD, dem bisher fünften Album der Late September Dogs, und, was wichtiger erscheint, nicht gerade dem schlechtesten.

Eine Rechnung, die jedes Mal erneut aufgeht, ist die Konzert-Konzeption. Während eigentlich alle Bands ihre Novitäten zu Konzertbeginn vorstellen um dann in alt bekannter Manier die Mitmachsongs und Hits zu feiern, gehen die Dogs auch hier die entgegengesetzte Richtung, und das mit einigem Erfolg; denn die Dogs wollen nicht nur anders sein beim „gegen den Strom schwimmen", sie sind es einfach auf authentische Weise. Zudem sind sie, wie bei kaum einem vorigen Album unmittelbar am Zeitgeistgeschmack der unaufhörlich wachsenden Fangemeinde.

Nachdem die beiden ersten Blöcke dem Bekannten ihrer vorigen Alben gewidmet war wie das unsterbliche Talking To The Moon, das dem Spezialhappening seinen Namen gab, wurde die brachiale Mystik-Romantik in die Bühnenecke gestellt, und die Late September Dogs Jetzt-Zeit konnte durchstarten. Als wenn Energiebündel und Powerpaket Björn Both, ohne den die Dogs nur Late September wären, seine sämtlichen Reserven nur für den dritten Konzert-Block gespart hätte, steigt er gnadenlos mit seiner unnachahmlichen Stimme ins Alienated-Programm ein. Ein musikalischer Genius, ob als Songwriter, an der Gitarre, am Bass, an der Djembe, dem Didgeridoo oder als Meister an den Stimmbändern.

Es geht im Dauernieselregen mittlerweile in die vierte Live-Stunde des Mammut-Spektakels, zwischen den Songs entwickelt er zudem die Gabe, den Kontakt zum Publikum zu halten und darüber hinaus zu steigern. Nicht die Spur von Ermüdung oder Ermattung ist ihm anzumerken: Dieses Tier muss speziell für die Bühne geboren sein. Ihm gelingt scheinbar spielend, wovon viele nur träumen können: Massen von Fans bei der Stange zu halten, und zwar auch im vierstündigen Dauerregen es fertig zu bringen, dass keiner den Ort des Geschehens verlässt.

Selbst nach Kassenschluss strömen Hunderte hinzu, um nicht zu versäumen, was diese Band an Hochkarätigkeit zu bieten hat. Eine Feuertänzerin dreht ihre Kreise im Regen, ein Alien betritt die Bühne, obwohl seine Herkunft nicht identifizierbar ist: Er, sie oder es ist mindesten genauso im musikalischen LSD (Late September Dogs)-Rausch wie Tausend andere auch. Zum nagelneuen Song Visitors genau der richtige Umgang für die Dogs. Die Spezies Musiker, denen es mühelos gelingt, das Publikum derart mitgehen zu lassen, dass die norddeutsche Tiefebene noch mal einen Meter tiefer gestampft wird. Spätestens beim Rainbow Warrior fügt sich jeder dem ekstatischen Rhythmus, der trotz eingesetzter Elektronik etwas urwaldhaftes, ursprüngliches sich erhalten hat, wenn Borky, eigentlich der unaufdringliche Bassmann, am Synthesizer Tausende von Tanzbeinen zum Mitmachen anschließt, in der unnachahmlichen atmosphärischen LSD-typischen Manier.
Keyboarder Nico Fintzen liefert geschickt die Klangteppiche, auf denen sich die LSD-Songs voll entfalten können, auch er ein Meister der Schwarz-Weiß-Malerei im Tastendschungel. Nachdem Drummer Steve Hanson bei den Alienated-Songs wie Stay seine Drumfelle per Schlauch aufbläst, das Publikum aber unnachgiebig sein Schlagzeug-Solo fordert, ist bei ihm zum Konzertschluss erst die Puste raus, und das nach vier Stunden konstanter Rhythmus-Vorgabe.

Doch auch er muss zur gleichen Spezies Tier wie Frontman Björn Both zählen, die als Musiker erst richtig loslegen, wenn andere längst die Sticks fallen lassen oder nur noch ins Mikro röcheln können. Bei Both's lautmalerischen Äußerungen weiß kaum jemand unter Sprachforschern, welchem Kontinent sie entsprungen sein mögen: indisch-aborigini Slang mit feinen englischen Zutaten, dennoch durch die enorme aurische Ausbreitung aufs gesamte Publikum, wissen alle offenbar, was gemeint ist, unterlegt von ethno-sphärischen Klängen, die das Prinzip Trance-Dance mustergültig vorleben.

Ähnlich wie bei dem ersten, vor vier Jahren erschienenen Album, scheinen auch Alienated-Songs Inhaltsstoffe beigemischt zu sein, die für die LSD-Sucht, über die sich Experten längst einig sind, zuständig sind und sie auslösen. Auch Studio-Besitzer und Mondkonzert-Organisator Holger Krehky kam aus dem Staunen nicht heraus. Bei dieser ungewöhnlichen Liebes-Bezeugung der Fans gesteht er ein, dass er derartiges in den vergangenen 50 Jahren nicht erlebt hat.

Langzeituntersuchungen bezüglich der Suchtstoffe in ihrem Songmaterial stehen noch aus bei dieser erst kürzlich entdeckten Spezies, die sich vor allem auch durch Wetterfestigkeit, gepaart mit Regentanzfreudigkeit, Kontinuität, nimmermüden Einfallsreichtum auszeichnen. Auch einsetzbar, um Großgrundstücke mit Fanhilfe platt zu stampfen, um Abtanzfreudigkeit zur Massenhysterie werden zu lassen. Geheimtipp: auch für den Export vorzüglich geeignet.

 

Fazit: ein überschäumendes Ereignis seit der letzten Sturmflut.

Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

Late September Dogs auf dem Mondkonzert am 08.09.2000 in Albersdorf Foto: Leander Segebrecht

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