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BIRTH CONTROL

10.3.2001, Heiligenhaus, Nassenkamp Inn


Vorweg: Birth Control gehören auch nach erneuter Umbesetzung zu den besten Live-Bands dieses Landes.

 

Am 10.3. 2001 geben sie mal wieder alles, um ihre Kundschaft zufrieden zu stellen. Selten genug sucht die Band in Nähe des Rheinlandes, also sollte man schon die Gelegenheit wahrnehmen, sie mal zu sehen - so dachte ich zumindest.
Leider sollte es anders laufen. Du kommst an und kein Parkplatz ist frei. Nächste Überraschung: 20 Mark (!) Eintritt sind verlangt, Mindestverzehr 6 Mark (!!). Der alte mürrische Kassierer pflaumt mich dumm an, als ich etwas stutze. Ja ok, für Birth Control nimmt man einiges auf sich.

 

Beim Betreten der Wirtschaft gleich die nächste böse Falle. Es ist brechend voll. Nein, nicht nur gut gefüllt. Mehr geht ganz einfach nicht. Man hat schon Mühe, bis zur Theke vorzudringen, die dicht beim Eingang liegt. Sicht zur Stage beträgt Null. Nach der Durchquerung des halben Raumes geht es nicht weiter. Tatsächlich quetschen sich dann trotzdem die Bedienungen mit einer Trillerpfeife bewaffnet zwischen durch. Wer die Toiletten erreichen möchte, die sich intelligenter weise direkt neben der Bühne befinden, hat verloren. Entlüftung der Bude bei offener Tür per Durchzug. Der reinste Affenstall.

 

Ohne die Aussicht mich mit dem Fanclubleiter unterhalten zu können wäre ich sofort wieder gegangen.
Als mir einfällt, dass noch was aus dem Auto zu holen wäre, sehe ich, dass der Kassierer weitere Gäste einlässt. Beim Verlassen der Hütte wird der Verzehr abkassiert, Behandlung und Tonfall reden mir ein, ich sei ein Strafgefangener. Zurückkehren hätte weiteren Ärger erspart, neuer Mindestverzehr ist erforderlich. Was Wunder, dass ich nicht noch einmal Eintritt zücken muss.

 

Veranstaltern wie Nassenkamp gehört das Handwerk gelegt, denn sie gefährden mit ihrer rücksichtslos geldgeilen Geschäftspolitik Menschenleben. Bei einer Panik wären ohne jeden Zweifel Tote zu beklagen gewesen. Jedes kleine Feuerchen hätte schwere Verbrennungen zur Folge gehabt, da man sich kaum (fort-)bewegen konnte.
Leidtragende sind außerdem kleine Bands, die eigentlich darauf angewiesen wären, dass Leute sich für sie interessieren. Leute, die das nächste Mal keinen Bock mehr darauf haben, abgezockt zu werden und einfach weg bleiben. Mehr als 200 Besucher waren in einen Raum gestopft worden, der schon bei 100, höchstens 150 gut befüllt gewesen wäre. Wenn unter solchen Verhältnissen überhaupt Merchandise stattfinden kann, leiden Verkauf und persönliches Gespräch unter dem verständlichen Drang des Publikums, endlich da raus zu sein.

 

Jürgen Hornschuh

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

Juli 2001
Burg Herzberg OA
Foto: Klaus Unland

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