German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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1968

Konzerte in 2003

26.09.2003
Strinx

Strinx
16.08.2003
TOURTAGEBUCH - CHINA 2003 Final Virus
02.05.2003
Heinz Rudolf Kunze

Heinz Rudolf Kunze
20.03.2003
Zeltinger Band und Bourbon Street Band


Zeltingerband
04.01.2003
Saltatio Mortis

Saltatio Mortis

Insgesamt 322 Konzerte gespeichert

Tourtagebuch Final Virus

China 2003

14./15. Oktober 2003

Flug und Ankunft in Shanghai

Irgendwie haben wir es dann doch geschafft, der Final V. (auf Grund eines anderen Virus SARS werden wir unter oben genannten Kürzel durch China touren) auf großer Reise durchs drittgrößte Land der Welt.

Beginnen werden wir die Reise 2000 km vor Shanghai, irgendwo im Luftraum über Russland. Koff (ein spezielles Bier aus Finnland), spanischer Rioja a.d. 2000 und ein Skatblatt vor Augen, das die Weltordnung in ein Chaos stürzen könnte, ist unsere Begleiter ins Land des unkontrollierten Verkehrs. Unsere Chinesischkenntnisse beschränken sich auf Reiskochen und ein paar Worte, die man im täglichen Leben benötigt: "Guten Tag" spricht man "nihau", "danke" klingt wie "Schere" auf Eiffeler Platt also "schiersche" und bis später "dsaitjeng".

Prächtig vorbereitet landen wir in Shanghai Pu Dong, werden dort von einer Infrarotkamera gescannt, da SARS noch nicht ganz aus den Lungen verdrängt ist und standesgemäß von den überaus höflichen Chinesen/innen empfangen und zum Hotel Shen Zhou gebracht werden. Neben der völlig überdimensionierten Skyline Shanghais, dem Smog, der ans Ruhrgebiet der 70'er Jahre erinnert, ist vor allem die Verkehrsituation, wobei die Begriffe Verkehr und Situation nicht zutreffend sind, das Auffälligste. Eher könnte man sagen, dass die Chaostheorie hier in die Praxis umgesetzt wurde. Noch nie haben wir solch ein geordnetes Chaos erlebt, geschweige denn eine solch chaotische Ordnung. Im Grunde ist zumindest Shanghai die wahrgewordene Idee des Final Virus.

15./16.Oktober 2003

Im Shen Zhou Hotel angekommen, geht es erst mal ab in die Falle, um den fehlenden Schlaf durch frische Energie zu ersetzen. Am Abend treffen wir unseren Mann in Shanghai und seine überaus attraktive Schwägerin Chun Zhou Ying, die uns präzise Anweisungen in Sachen chinesisch Essen geben. Ach so, Peter ist der Mann, welcher die China-Tour erst ermöglicht hat und beide stehen uns als Dolmetscher und Begleiter in China zur Verfügung. Um einen fließenden Übergang in den nächsten Tag zu gewährleisten, starten wir mit dem Umtrunk schon beim ausgiebig-rotierenden Essen.

Der weitere Plan des Abends besteht darin, die hoteleigene Zockeranlage zu stürmen. Irgendwie kommt es anders und wir landen stattdessen in der Karaoke-Bar, welche im 13. Stock zu finden ist (ganz im Gegenteil zu den Amis gibt es in chinesischen Hotels einen 13. Stock). Wir sind erstaunt darüber, dass die Karaoke-Performer durch die Bank erstaunlich intonationssicher sind. Na ja, nach kurzer Adaption schwingt sich McBroesel auf die Bühne, um sich mit einer Chinesin beim Elvis Song Love Me Tender zu duellieren. Anschließend will noch ein Chinese den Wahnsinn auf die Spitze treiben... Broesel und der süße Chinese singen gemeinsam ein chinesisches Lied auf chinesisch und das mitten in China,-abgefahren. Gegen Mitternacht schwingen wir uns in Richtung Rotlichtmilieu, nicht ohne den Versuch des Abzockens zu erleben. Zum ersten Mal wird uns klar, wie geschäftstüchtig manche Chinesen sein können,- da wird neben den eigentlichen Kosten für ein paar Bier noch eine Reinigungsgebühr fällig und auch die Knabbereien, die keiner bestellt und gegessen hat, werden auf die Rechnung geschlagen. Als Bonbon kommt noch ein fiktiver Betrag hinzu und schon zahlt man 20 Euro mehr als geplant. Alright, weiter geht es ab ins Rotlichtmilieu...

Sagen wir es so: Es wird eine ordentliche Party und gegen 4.00 Uhr zocken wir zurück ins Hotel. Um 9.00 Uhr geht es ab zur Musikmesse, um ein paar unserer Freunde und Partner zu treffen.

Der Rest des Tages besteht darin, diese fantastische Stadt aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Besonders am Abend ist die Skyline Shanghais der absolute Wahnsinn und alle fragen sich, ob irgendwie ein paar Halluzinogene im Essen waren. Man kann unendlich viel über diese Stadt erzählen, aber verstehen kann das alles wohl nur, wer mal da gewesen ist.

17.Oktober 2003

Erstes Konzert im Carlton-Ritz Hotel Shanghai

Endlich ist es soweit... Morgens um 9.00 Uhr fahren wir zur heiligen Konzertstätte ins Carlton-Ritz Hotel. Dort treten wir, sagen wir mal, als Vorpremiere für das fünfte International Arts Festival, das das größte und bedeutendste in China ist, auf. Uns erwartet ein riesiger Theater-Saal, natürlich komplett bestuhlt. Zum ersten Mal bekommen wir unser Equipment in die Hand, das die 9000 Km Reise, den Packern sei Dank, heil überstanden hat. Fest steht, was nicht wackelt, soll heißen, unsere wunderschöne Mixperson Rick Opgenoorth, auch bekannt unter den Künstlernamen Brad Pitt oder Kurt Cobain, hat definitiv die sogenannte Ar...-Karte gezogen, denn er muss drei Etagen klettern, um an sein Mischpult zu gelangen.

Wie man weiß, ist der Sound an dieser Stelle, sagen wir mal, nicht optimal, sodass er gezwungen ist, 50 mal hoch und runter zu laufen, um den optimalen Sound aus diesem Raum zu kitzeln (hohoho).

Am Ende dieses Abends wird nicht nur der Abend am Ende sein... Der Soundcheck wird den Umständen entsprechend etwas länger ausfallen, aber zu guter Letzt schaffen wir es dann alles auf den Punkt zu bringen. Die Karten für das Konzert kosten ca. 15-40 Euro, was bedeutet, dass eigentlich nur die etwas betuchteren Leute zum Konzert erscheinen können. ...ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass die 17 Millionen Metropole Shanghai eine Zweiklassengesellschaft ist, - entweder bettelarm oder reich. Es gibt nichts dazwischen. Sehr erstaunlich, dass es so gut wie keine Kriminalität gibt, ganz im Gegensatz zu uns oder den United States of Pavians... Das Konzert beginnt gegen 19.15 Uhr. Alle Zuschauer sitzen auf ihren Stühlen und wir merken schon, dass eine Menge Spannung in der Luft liegt. Unser Mann vor Ort, Peter Wiedehage, leitet das Konzert mit einer Ansprache auf Chinesisch ein, damit alle gewarnt sind...

Es ist unglaublich was dann geschieht. Wir eröffnen das Konzert mit unserer Ouvertüre Pavian Masturbation, die wie jeder Infizierte weiß, die Vertonung einer Selbstbefriedigung des leider noch amtierenden Präsidenten der United States of Pavians ist. Eingebunden haben wir ein chinesische Lied mit dem dem Titel: Lüfte Deinen Schleier (leider liegt dem Schreiberling gerade nicht der Originaltitel vor, kann aber nachgereicht werden.) Directement fangen die Zuschauer an mitzusingen, zu klatschen und es wird schnell klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann der Saal explodieren wird. Mit den Worten "Stand up for your Rights" ist dann endgültig alles klar. Alle Zuschauer stehen von ihren Plätzen auf, singen mit, tanzen, schreien, stehen auf den Stühlen, feiern alle Soli megamäßig ab, und es kommt zur völligen Ekstase.  Das Konzert dauert gut 90 Minuten. Unmittelbar danach begeben wir uns zum Ausgang, um den Zuschauern nochmals zu danken. Wir werden umarmt, geküsst, teilweise stehen Leute minutenlang sprachlos vor uns und starren uns voller Bewunderung an,- es ist unglaublich! Was soll man da noch sagen ?!? Vielleicht: “Bis morgen...”

18.Oktober 2003

Jo, morgens um 9.00 Uhr machen wir uns per Kleinbus auf den Weg nach Ningbo, das ca. 300 Km südlich von Shanghai zu finden ist. Da Ningbo in einem riesigen Deltagebiet liegt, was bedeutet, dass der Boden bis in 100 Meter Tiefe im Grunde nur aus Sand oder sonstigem Geröll besteht, sind die Autobahnen in einem sehr, sehr lädierten Zustand. Zwar wird ständig und immer wieder ausgebessert, aber letztendlich kommen die fleißigen Bienchen dem Absacken der Autobahn nicht hinterher, sodass alle die noch keinen Bandscheibenvorfall haben diesen schon vor der Fahrt der Krankenversicherung melden können.

Die Fahrt dauert fünf Stunden und wir sind gut durchgeschüttelt, nicht gerührt, als unser Ziel endlich erreicht ist. Dort checken wir für eine Nacht im Lianyi Hotel ein und schauen uns anschließend die beiden Locations an in denen wir heute und morgen ordentlich abrocken werden. Der MCD-Club ist unser erstes Ziel und es wird wirklich abgefahren. Der Chef des Hauses spendiert allen eine Massage, wobei nur Antje (unsere Kamerafee) und Malin (die schwedische Illumination) dieses Angebot nutzen können bzw. sollten, denn der Rest hat erst einmal eine Dusche nötig.

Im Club spielt jeden Abend eine wirklich sehr coole Band, die auch noch meganett ist von den Philippinen kommen und völlig ausflippen als wir die ersten Töne in den Raum schmeißen. Schwupp-di-Wupp ist der ganze Laden rockenderweise unterwegs... Na ja, gegen 2.00 Uhr verlassen wir dann die Party, um uns auf das fette Konzert im Ningbo Yi Fu Theater vorzubereiten bzw. uns dem amtierenden Jet-Lag hinzugeben.

19.Oktober 2003

12.00 Uhr mittags,- wir checken aus, wir checken ein und zwar ins Mega-Eine-Millionen-Sterne Hotel Tianhai, und werden wie Könige behandelt. Alles vom allerfeinsten und wenn das nicht reicht halt noch mehr.

Es muss so ungefähr 14.00 Uhr sein, als wir zum Yi Fu Theater heizen. Der Soundcheck gestaltet sich leichter als in Shanghai, vor allem weil Mr. Burt, also Rick, keine 400 Etagen zum Mischpult laufen muss.

Um 19.00 Uhr werden wir zum Interview erwartet und um 19.30 Uhr empfängt uns der Kulturbeauftragte Herr Shi (ausgesprochen: wie Schön nur ohne n), der auch das Konzert von Anfang bis Ende verfolgen wird.

Jo, das Konzert an sich findet vor vollem Haus statt. Die Kartenpreise liegen zwischen umgerechnet zwei bis 20 Euro, so dass definitiv vom kleinen Kind bis zur Ommi alles vertreten ist. Schon nach dem zweiten Song stehen alle von ihren Sitzplätzen auf und es geht eine ordentliche Party ab. Kurz, nachdem Broesel eine kleine Chinesin auf die Bühne holt, springt ihr Lover hinterher und holt sie wieder runter. Der ganze Saal schreit sich weg vor Lachen. Hey Jude wird zur Hymne und, und, und...

Der völlige Wahnsinn, denkt man, doch getoppt wird das ganze noch nach dem Konzert. Wir stellen uns unmittelbar nach Konzertende in die Eingangshalle, um uns noch einmal zu bedanken bzw. zu verabschieden. Abgefahren war es ja schon in Shanghai, aber was uns hier an Herzlichkeit entgegen kommt ist in Worte nicht zu fassen. Unendlich viele Autogramme, Fotos, Umarmungen,- wir stehen locker noch eine Stunde im Foyer und sind mega-ergriffen, als ein wunderhübsches, vielleicht drei oder vierjähriges Mädchen uns zum Schluss die Hand reicht und sich mit Glanz in den Augen von uns verabschiedet Ein grandioser Abend, der ewig in unseren Herzen sein wird.

Zum Chill-Out gehen wir noch in den MCD-Club und verabschieden uns gegen 2.00 Uhr von allen, die uns mit offenen Armen empfangen haben.

20.Oktober 2003

Zhou Ying, sie ist die wahre Chefin und zugleich Schwester von Chun Zhou Ying wie auch beide Schwägerinnen unseres Mannes vor Ort sind, gefiel es überhaupt nicht, dass wir in einem Kleinbus über die Straßen Chinas fahren müssen und hat kurzerhand einen Reisebus bestellt, damit die heutige Reise nach Wuxi, eine am Kaiserkanal gelegene Handelsstadt, für uns so angenehm wie möglich ist.

...mal am Rand erwähnt, der an erste Stelle stehende Name ist der Nachname, was aber auch nicht immer stimmt, denn in China ist alles alles und kann aber auch alles andere bedeuten.

Klar wird das in einem chinesischen Gedicht, das nur aus einem Wort besteht, das so geschrieben steht:

"Netz"

(frei übersetzt und doch so genau)

Die Fahrt geht wieder gen Norden und dauert auch so runde fünf Stunden. Wuxi ist eine sehr reiche Stadt, für chinesische Verhältnisse, und wir werden wieder meganett im Hotel empfangen. Heute ist der letzte Tag einer großen Handelsmesse und wir werden zum Abschlusskonzert eingeladen. Dieses Finale ist auch zugleich das erste Internationale Festival Wuxis Es wird ein grandioser Abend,- alle teilnehmenden Musiker aus aller Welt hauen einen wirklich um, aber was das Orchester der chinesischen Befreiungsarmee da zaubert ist jenseits von Gut und Böse. Wir sind völlig aus dem Hauschen und können nur staunen, was die auf die Bretter bringen. Absolut perfekt an allen Instrumenten gepaart mit einem fetten Schuss an Selbstironie sind wir in einem Moment den Tränen nah und im nächsten schreien wir uns weg vor Lachen. Unglaublich vor allem, wie Chinesen die Tierwelt imitieren können, wirklich irre...

21.Oktober 2003

Der Aufbau und Soundcheck gestalten sich etwas komplizierter als gedacht. Eigentlich müssen wir nur 20 XLR-Kabel einstecken und halt das Signal irgendwie ins Mischpult kriegen, um es dann anschließend in die Boxen zu jagen. Wenn man dann noch bedenkt, dass uns nahezu 20 Mann zur Verfügung stehen, könnte man denken, dass die Kiste in einer Stunde im Sack ist,- doch das stellt sich als Irrtum heraus. Es dauert geschlagene vier Stunden bis der ganze Kram gecheckt ist, denn zunächst finden die Jungs die festinstallierten Stageboxes nicht (und das, obwohl sie dort Tag für Tag arbeiten!), dann dürfen jegliche Kompressoren, Equalizer nicht verstellt werden (denn der alteingesessene Tontechniker würde niemals wieder die ursprüngliche Einstellung finden!) und, und, und... Erst als wir beim Soundcheck ein chinesisches Lied spielen, werden sie freundlich und endlich dürfen wir sogar Kabel von einem Kanal in den anderen Kanal umstecken und der EQ darf verstellt werden (allerdings muss nach dem Konzert alles wieder die ursprüngliche Einstellung haben). Na ja, vergessen wir es halt...

Zum Konzert kommen junge wie auch alte Leute, die größtenteils nicht einmal wissen, was Rockmusik ist, denn es hat in Wuxi bis heute noch nie ein Rockkonzert gegeben. Eine große Herausforderung, zumal eine Menge Leute der Volksbefreiungsarmee angehören und jede Menge beschränkter Sozialisten (ihr wisst schon welche Art von Sozialisten gemeint sind, oder). Wir tasten uns Step-by-Step ran und schauen zunächst wie das völlig unvorbereitete Publikum reagiert. Nach und nach wird uns bewusst, dass auch hier wieder eine Menge Energie in Raum ist, die nur darauf wartet losgelassen zu werden. Und irgendwann ist der Punkt gekommen, wo sie reagieren... Erst ist es mitklatschen, dann mitsingen, endlich stehen sie auf und lassen sich an den Bühnenrand holen.

Die Atmosphäre wird immer heißer und wir merken, dass den Alt-Regime-Anhänger das ganze gar nicht in den Mao-Kragen passt, das Volk hingegen den Freiheitsdrang ausleben möchte und auch in einer Form vollzieht, die bis zu diesem Tage einzigartig ist,- gut 200 Leute kommen auf die Bühne und feiern und tanzen mit uns zum Pulp-Fiction Song Misirlou... Ab diesem Punkt steht die Halle Kopf,- nur die erstarrten Ursozialisten, wenn man sie denn überhaupt so nennen sollte, dreht es den Magen um... Nach dem Konzert verabschieden wir uns wie immer von unserem Publikum in der Vorhalle und bekommen hochoffiziell eine Ehrenmedaille der Stadt Wuxi überreicht inklusive der Einladung zur nächstjährigen Eröffnungsfeier der Expo in Wuxi. Wir haben Geschichte geschrieben...

22.Oktober 2003

Schon sehr früh fahren wir von Wuxi nach Yiwu zur Megaeröffnungsfeier der alljährlichen Messe. (alles, wirklich alles, was ihr jemals gekauft habt und worauf Made in China steht, kommt aus Yiwu) Eröffnungsfeier hört sich gut an, aber was es bedeutet erzählen wir euch jetzt... Das ganze findet im Stadion Yiwus statt und wird in ganz China live vom ersten Programm übertragen, was bedeutet, dass ca. 800 Millionen Menschen uns sehen werden. Im Stadion sind 35 000 Leute und die Bühne ist so groß wie die von U2 oder den Stones! Und das ist absolut wahr...

Hinzu kommt, dass wir an diesem Abend die einzige nichtchinesische Band sind die live spielt ,- also für China eine Megaattraktion und für uns das Megahighlight! Was soll man sagen, wenn man dann um 21.20 Uhr Ortszeit auf der Bühne steht und auf 35 000 Menschen schaut, die alle Lampen in der Hand haben und unser Konzert von Anfang bis Ende abfeiern wollen und auch werden,- ihr werdet die Bilder sehen und es ist wahr! Wenn es einen Gott gibt, dann ist er Final V.- infiziert!

Nach dem Konzert werden wir bestürmt von Fans und Autogrammjägern,- die Mannen der Volks-Befreiungsarmee, welche uns selbst die Hände schütteln wollen, müssen uns vor dem Ansturm retten... Danke!

23.Oktober 2003

Da wir erst um 16.00 Uhr von Yiwu nach Hangzhou fahren, um dort den 21.40 Uhr Zug nach Peking zu nehmen, gehen wir durch die Stadt und kaufen noch ein paar Sachen ein, denn hier ist alles für Händler ausgelegt, sodass natürlich die Preise sehr, sehr niedrig sind. Aber was dann passiert, haben wir uns nicht träumen lassen...

Alle, wirklich jeder Bewohner der Stadt hat den Event entweder im Stadion oder zu Hause vor dem Bildschirm erlebt. ...und zum ersten Mal können wir nachempfinden, was die Megastars Madonna, Mick Jagger etc. Tag für Tag erleben müssen... Schritt für Schritt erhöht sich die Anzahl derer, die uns in reality erleben wollen. Mitten im Kaufhaus bildet sich eine riesige Menschentraube, um Autogramme zu ergattern.

Kein Schritt bleibt unbeobachtet,- gehen wir weiter, läuft die Nachricht, das wir in der Stadt sind, wie ein Lauffeuer durch Yiwu... Zur Krönung wird die Liveübertragung nochmals im TV gesendet, sodass wir auch das Vergnügen haben uns auf dem Bildsschirm zu sehen. ...und wir stellen fest, dass Reno wirklich mehr als attraktiv ist. Aber genug, wir fahren nach Hangzhou, steigen in den Zug und feiern erst mal bis morgens um 5.00 Uhr, denn ankommen werden wir erst um 14.00 Uhr in Peking.

24.Oktober 2003

In Peking angekommen, haben wir schon das erste Erlebnis. Am Ausgang des Hauptbahnhofs werden nochmals alle Gepäckstücke kontrolliert. Zwei weibliche Furien (weiblich schreibe ich dazu, da es ja auch männliche gibt) heben Renos Gitarren-Amp an und stellen fest, dass das Ding mehr als 20kg wiegt, so dass wir dafür noch nachbezahlen müssen. Was will man machen? Wir blechen also und schreiten hinaus auf den Bahnhofsvorplatz. Über die Outside-Boxen werden irgendwelche Sachen verkündet, die sich sehr seltsam anhören.

Plötzlich wird uns klar wo wir uns befinden,- ihr kennt sicherlich den Film Mars Attacks, na ja, und genau so hört sich die keifende Ansagerin an. Wir schreien uns weg vor Lachen und Bo, der wirklich alles in Echtzeit nachmachen kann, hört und hört nicht auf die Stimme aus den Speakern zu wiederholen, so dass alle Bauchkrämpfe bekommen.

Ab geht es ins Hotel,- nach kurzem Einchecken düsen wir los zum Kaiserpalast. Nach einer guten halben Stunde kommen wir dort an und sind umgehauen von der Schönheit wie auch der Größe dieses einmaligen Bauwerks. In einem Buch steht 17 Jahre, an den Tafeln sind 14 Jahre Bauzeit angegeben,- auf jeden Fall wurde der Palast 1420 bezogen und bis 1911 von den Ming- und Quing Dynastien als kleine Behausung benutzt.

Leider kommen wir an diesem Tag nicht mehr in den Palast, so dass wir uns entschließen, den Platz des himmlischen Friedens zu besichtigen, der unmittelbar an den Kaiserpalast anschließt. Wir kommen rechtzeitig, um noch einen Wachwechsel zu erleben. Alle Besucher die vor dem Eingangstor des Palastes stehen, staunen, Fotos machen (dort hängt auch dieses riesengroße Portrait von Mao) werden von den Wachen bestimmt, aber nicht unhöflich, an die Seite verfrachtet, sodass der Wechsel ohne Hindernisse vonstatten gehen kann. ...und der Platz des himmlischen Friedens: Absolut der Wahnsinn, was dort für monumentale Bauten hingesetzt wurden, die aber aufgrund der Offenheit und der Über-Dimension des Platzes dezent wirken. Da fragt man sich was das mit Kommunismus bzw. Sozialismus zu tun hat, aber gut, so sind sie halt, die Reichen und Schönen. Und zur Krönung dann noch diese wunderbaren Arbeiterdenkmäler...

Nach gut drei Stunden fahren wir, erschöpft von Reise und Rundgang, zurück ins Hotel, um am Abend mit Zhou Yings bester Freundin und Mann ordentlich zu speisen. Und zum ersten Mal wird uns bewusst, was die Südchinesen von den Nordchinesen unterscheidet. Vor gut 800 Jahren herrschte Dschingis-Khan über einen Grossteil Nordchinas. Die Nordchinesen sehen deshalb auch etwas anders aus als die im Süden lebenden,- halt etwas derber, kantiger, halt wie Mongolen. Was das bedeutet könnt ihr ja ahnen... Innerhalb kürzester Zeit werden wir hier vorsätzlich mit Hirse-Schnaps abgefüllt, der nicht nur sehr hochprozentig ist, sondern auch sehr gut schmeckt, und es geschieht was geschehen muss. Das Essen wird zu einer heftigen Party und alles wird nur noch auf Ex weggezogen. ...übrigens, der Schnaps ist ein absolutes Lachmittel, wirklich empfehlenswert. Irgendwann gehen wir ins Bett, denn morgen fahren wir um 8.00h zum Kaiserpalast und anschließend geht es dann endlich zum absoluten Wahnsinn,- der chinesischen Mauer.

25.Oktober 2003

Teil zwei der Kaiserpalast Besichtigung: Diese vollkommene Schönheit und die Dimensionen kann man nicht in Worte fassen, schaut euch das einfach in China selbst an... Noch mal so am Rande erwähnt: Man nennt den Bereich des Kaiserpalastes auch "Die Verbotene Stadt", die Chinesen selbst sagen allerdings "Die Purpur-Stadt". Der Kaiserpalast galt damals als der Mittelpunkt der Erde und der Polarstern ("Purpurstern") als Mittelpunkt des Himmels und beide bildeten die zentrale Achse des "Seins". Gut 50 km von Peking-Innenstadt entfernt, aber noch zu Peking gehörend, stehen wir dann vor dem wohl allerallergrößten bzw. längsten Bauwerk unserer kleinen Erde,- der chinesischen Mauer. 11000 km lang und von einer unendlichen Schönheit sind wir mehr als beeindruckt, nein, das ist mehr als wir uns jemals erträumt hätten. Ein Traum ist wahr geworden.

Keiner weiß eigentlich so ganz genau, warum sich die Mauer so und nicht anders durch das Land schlängelt, da keine Grenzen dem Verlauf entsprechen bzw. entsprachen. Die Begehung dieses Wahnsinnswerks ist auf jeden Fall mächtig anstrengend, denn nicht nur die Steigungen sind extrem, auch die eingefügten Treppenstufen ändern sich von 10cm Höhe bis zu gut 70cm, sodass wir ordentlich ins Schwitzen kommen und ein gnadenloser Muskelkater droht.

O.K., weiter geht es nach Tianjin... Tianjin ist wie Peking ein Stadt-Staat, hat ca. neun Millionen Einwohner und wartet auf uns. Nach gut zwei Stunden Zugfahrt erreichen wir dann auch Tianjin und werden dort vom Veranstalter empfangen und zum Hotel kutschiert.

Das Abendessen im Hotel fängt dort an, wo wir gestern aufgehört haben,- beim Schnaps!!! Wir haben alle überhaupt keinen Bock mehr auf das Zeug, aber die Gastgeber prosten ständig mit uns an, so dass wir schlecht nein sagen können (es gehört sich in China so, das Angebotene auch anzunehmen). Wir schaffen es aber nach 90 Minuten zu entkommen und freuen uns auf die Nachtruhe, denn die Besichtigung des Kaiserpalastes und der chinesischen Mauer plus Reise waren doch mächtig anstrengend.

26.Oktober 2003

Wir fahren ins Theater zu Tianjin, das gut eine halbe Stunde vom Hotel entfernt liegt. Auf dem Vorplatz performed eine in Rosa gekleidete mit roten Kappen versehene Frauentruppe und wir denken für einen Moment an Miss Piggy. Der Gedanke verfliegt aber sehr schnell, als wir sehen was für ein Equipment uns zur Verfügung gestellt wird.

Das Drumset ist Ende der sechziger Jahre zuletzt gebaut worden, was nicht schlecht sein muss, nur die Felle wurden seit dem auch nicht mehr gewechselt!!! Die Gitarrenanlage sieht eher aus wie ein etwas größeres Transistorradio aus den 70ern und die Bass-Anlage lässt vermuten, dass sie den ersten Anschlag von Peter nicht überleben wird. Das Mischpult befindet sich unmittelbar neben den FOH-Boxen, sodass Mr. Rick Rolex (der hat sich nach dem Kaiserpalastbesuch vier Rolex-Fakes gekauft und sieht aus wie ein Edel-Lude) mit Sicherheit taub sein wird, wenn er die Anlage anschmeißt. Aber was nützt es, am Abend wird die Hütte voll sein. Die Leute haben viel Geld für das Konzert bezahlt und haben das Recht auf ein grandioses Konzert. Und so ist es dann auch,- das Theater tobt, alle stehen vor der Bühne und schreien sich die Seele aus dem Leib, klatschen, singen mit und wieder einmal wird Hey Jude zur alles vereinenden Hymne. Nach dem Konzert geben wir hunderte von  Autogrammen, und unser Posaunomo Plum bekommt sogar einen Heiratsantrag. Danke!

27./28.Oktober 2003

Früh aufstehen, denn die folgende Fahrt wird insgesamt gut 20 Stunden dauern, und ab nach Hangzhou, Zhou Yings Heimatstadt (auch so vier bis fünf Millionen Einwohner).

Dort angekommen, landen wir wieder in einem dieser Deluxe-Hotels und frühstücken erst einmal in aller Ruhe. So gegen 14.00 Uhr  machen wir uns dann auf den Weg in die Yellow Dragon Arena, ein riesiges Stadion in dem wir morgen abrocken werden und zu dem 40 000 Besucher kommen werden. Es ist nicht zu glauben, aber es ist wahr... Das Mischpult steht dieses Mal nicht vor der Bühne, wie man annehmen könnte, sondern unmittelbar am linken Bühnenrand. Wie sich sicherlich jeder vorstellen kann, ist es von dieser Position unmöglich einen Sound zu mixen, denn man hört ja nur die Reflexionen,- wenn überhaupt. Also versuchen wir stundenlang die Technikmeister zu überzeugen, dass es doch von unglaublichem Vorteil wäre, das Mischpult vor der Bühne aufzubauen. Doch vergebens,- es bleibt so wie es ist!!!

Wir bleiben sehr ruhig und gegen Ende des Abends entscheiden wir uns den Soundcheck morgen fortzusetzen.

29.Oktober 2003

Früh morgens machen sich die meisten von uns auf den Weg, um eine unserer gefürchteten Extrem-Shopping-Tours durchzuziehen. Hangzhou ist mit Sicherheit eine, wenn nicht sogar die schönste Stadt Chinas, so dass die Shopping-Tour auch sehr, sehr schön und extrem wird.

Zhou Ying ist im Handeln der Oberhammer, so dass halb Hangzhou aufgekauft wird. Die Frage stellt sich, wie wir den ganzen Kram nach Aachen bekommen... Und Zhou Ying lässt es sich nicht nehmen, uns einige wunderschöne chinesische Klamotten zu schenken. Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiielen Dank!!!!!!!!!!

Um 12.00 Uhr  speisen wir und düsen im Sauseschritt an den Westlake, einem sehr großen See direkt in der Stadt. Alle alten Gebäude sind oder werden zur Zeit restauriert, alles was nicht in die Atmosphäre passt wird abgerissen und es ist jetzt schon ein paradiesischer Platz. Eine große Pagode, sechs oder sieben Stockwerke müssen es wohl sein, fängt unsere Blicke sofort ein. Beeindruckend,- wir fahren weiter zum buddhistischen Kloster Hangzhous und treten zum ersten Mal auf unserer Reise ein in eine andere Welt. Ein Geschenk für die Ewigkeit...

Um 17.00 Uhr  sind wir wieder vor Ort, in der gewaltigen Yellow Dragon Arena, mit der Hoffnung, dass alles anders ist,- also das Mischpult am richtigen Ort directement vor der Bühne steht. Doch Irrtum,- das einzige was die Techniker gemacht haben, ist das Mischpult auszutauschen. Warum, ist nicht ganz zu verstehen... Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie am Vortag die Monitore auf der Bühne nicht an den Start bekommen haben und wohl glaubten, dass Mischpult sei defekt.

Gut, soll ja nicht unser Problem sein. Peter geht mit all den chinesischen Superstars derweil zum Interview. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wie es aussieht, wenn er neben zwei kleinen Chinesen sitzt... Ein Bild für Götter! Wir, die ja zum weiteren Soundcheck bestellt sind, verbringen unsere Zeit mit Warten, denn die chinesische Rockband ist kurz zuvor eingetrudelt und versucht ihren Kram an den Start zu bringen und haben natürlich das gleiche Problem mit der Mischpultposition wie wir.

Peter kommt so gegen 17.45 Uhr  wieder vom Interview und nichts ist passiert... Gut eine Stunde und 15 Minuten verbleiben noch, um irgendwie einen Sound hinzubekommen. ...und das in einer riesen Arena,-Hallojulia!

Nicht erwähnt ist bisher, dass die ganze Show von zig Fernsehanstalten aufgezeichnet wird. Ihr könnt euch also vorstellen wie wir uns fühlen, aber wer wären wir, wenn das nicht hinhauen würde... Irgendwie klappt es und wir stehen pünktlich um 20.10 Uhr  auf der Bühne und werden herzlichst von 40000 Besuchern empfangen.

Unsere Ouvertüre Pavian Masturbation ist noch nicht ganz zu Ende gespielt, da fallen schon die ersten Absperrzäune und wir denken alle für einen Moment an Roskilde und hoffen, dass das alles gut ausgeht. Von der Bühne sieht man halt nur diese riesige Menschentraube, die vielen Gesichter und weiß nicht was noch geschehen wird. Es geht auf jeden Fall gut aus, alle, definitiv alle lassen sich mitreißen und der Beatles-Klassiker Hey Jude ist wieder einmal der krönende Abschluss eines unvergesslichen Abends.

...nochmal so am Rande: Unser lieber Peter Sonntag, ja genau der, steht fett auf der Titelseite der Hangzhou News und wie jeder von euch weiß, kostet das eine Kiste Bier, die wir morgen einfahren werden.

30.Oktober 2003

Gegen 10.00 Uhr  werden wir von oberster Stelle aus Hangzhou verabschiedet und es ist wieder einmal nicht zu glauben, aber...ihr wisst schon! Wir stehen in zwei Zeitungen riesig fett auf den Titelseiten (und nebenbei bemerkt, wir haben den chinesischen Superstars den Platz auf diesen Seiten abgerockt)!! So lässt es sich leben. Gut,- 10.00 Uhr  losfahren ist die eine Sache, wie weit man dann kommt, ist die andere...

Der angemietete Bus gibt nach recht kurzer Reise die ersten Rauchzeichen mit der Nachricht, dass es wohl besser sei, den Bus an den Straßenrand zu stellen, einen anderen zu ordern und sich zur Überbrückung ein paar warme chinesische Biere zu gönnen. Gesagt getan,- mit kompletter Montur stehen oder sitzen wir am Straßenrand und schauen dem Busfahrer zu, wie er versucht den Bus wieder an den Start zu bekommen. Parallel dazu versucht er uns von der vollen Funktionsfähigkeit seines heiligen Busses zu überzeugen und betont unaufhörlich, dass der Bus erst gestern zur Inspektion gewesen sei. Er gibt erst in dem Moment auf, als einer der Kühlerschläuche platzt. Zhou Ying hat währenddessen schon wieder einen anderen Bus organisiert, sodass wir dann doch unsere Reise nach Nanjing fortsetzen können.

Zhou Ying und Peter, unser Mann vor Ort, müssen uns natürlich die Artikel der Titelblätter während der ganzen Fahrt nach Nanjing (auch so acht bis zehn Millionen Einwohner) wieder und wieder vorlesen!

Weitere fünf Stunden später landen wir sanft in Nanjing. Rick, Malin und Peter, unser Mann vor Ort, besichtigen schon einmal das Theater und den Club, in denen wir morgen abrocken werden, während der Rest der Familie sich ins Internet-Cafe begibt oder chillt.

31.Oktober 2003

Nach einem koffeinhaltigen Frühstück mit Brot und allem was so ein Westdeutscher benötigt, um in den Tag zu kommen, geht`s ab ins Theater, um die Backline aufzubauen und schon mal die ersten Töne über die Anlage in den Raum zu schmeißen. Im groben und ganzen läuft eigentlich alles soweit ganz o.k.,- es dauert halt alles ein bisschen länger und es muss auch nicht immer alles direkt funktionieren, aber zu guter Letzt packen wir es dann bis 16.00 Uhr.

Das Konzert beginnt wieder so gegen 19.30 Uhr,- der erste Blick in die Menge lässt schon einiges vermuten, aber was nach ein paar Takten passiert, haben wir nicht erwartet. Übers Internet haben sich die Rock-Fans Chinas kurzgeschlossen und kaum sind die ersten Töne unseres Pavians gespielt, stehen sie vor unserer Bühne und headbangen was das Zeug hält. Einige laufen während des Konzertes auf die Bühne, eine Chinesin küsst Reno voller Liebe auf die Wange,- ob klein, ob groß, ob alt, ob jung, das Haus tobt was das Zeug hält. Kaum ist das eine Konzert zu Ende, stehen wir schon auf der nächsten Bühne. Dieses Mal in einer Disco...

Liefen gerade noch stampfende Techno-Beats, blasen wir im nächsten Moment unseren Geist ins Publikum. Und auch hier sind alle vom ersten Ton an mit Leib und Seele dabei. Zwei Konzerte an einem Tag und zweimal ein fetter Event... da lässt es sich gut schlafen.

01.November 2003

Der letzte Tag beginnt und wir machen uns auf den Weg zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise - Shanghai.

Das letzte Konzert findet im hoteleigenen Club statt. Ein fettes Banner kündigt unser Konzert an,- auf chinesisch wie auch lesbar für Nicht-Chinesen. Auch hier sind wieder alle Altersklassen vertreten und genießen unser Abschlusskonzert.

Der letzte Ton bedeutet auch dann definitiv das Ende der Tour. Einerseits glücklich alles geschafft zu haben, liegt doch auch Wehmut in der Luft. Schwer vorzustellen, dass morgen alles zu Ende sein soll ?!? Aber gut, nächstes Jahr werden wir wiederkommen und, und, und... Ein großes Abenteuer nimmt sein Ende...

02.November 2003

6.00 Uhr Aufstehen, 6.30 Uhr Frühstücken, 7.30 Uhr Abfahrt zum Flughafen Shanghai-Pudong, 10.50 Uhr Abflug nach Helsinki, neun Stunden und fünf Minuten später Landung, 16.50 Uhr Ortszeit Abflug nach Düsseldorf, zwei Stunden und 10 Minuten später Landung in Düsseldorf.

Es dauert eine ganze Weile bis wir checken, dass wir die Menschen um uns herum wieder verstehen können. Surreal, wirklich surreal das Ganze... Wird wohl eine ganze Weile oder mehr dauern bis wir das alles klar bekommen.

Danke China, wir lieben Dich!!!

Peter Sonntag

keine Bilder zu diesem Konzert vorhanden

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