German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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2073 Deutsche Bands

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Brings, Köln

Biografie

Kölner Mundartband mit bundesweitem Anklang.

Wechselte Ende 1998 von der EMI zur BMG / Chlodwig.

[Mit Beiträgen von: Heribert Kalthoff, Harald Stimpel]

Bilder

Peter

1992
Foto: Heribert Kalthoff

2002
Foto: Harald Stimpel

2002
Foto: Harald Stimpel

2002
Foto: Harald Stimpel

Konzertbericht

24.04.2002, Hilden Stadthalle
Brings, viele von Euch haben den Namen möglicherweise noch nie gehört. In der rheinischen Metropole Köln und weitläufiger Umgebung gehört diese ,kölsche' mundartliche Rockband jedoch bereits seit geraumer Zeit zu den Top-Acts.
Ich selbst hatte Brings bereits vor ca. 4 Jahren in Solingen im Getaway erlebt und wusste, dass man bei einem Konzertbesuch eine gehörige Portion musikalischer Power einfangen kann. Auch wenn die Presse hierzulande eher den Schwerpunkt auf die fulminanten geradezu erdbebenartigen Einflüsse auf die letzen Karnevalssessionen legten. Diese Band ist in erster Linie eine ernstzunehmende Rockband. So begab ich mich also am 25.4. nach Hilden, einem Vorort von Düsseldorf, in die Stadthalle.
Mein erster Eindruck bezog sich auf das Publikum. Eher im gesetzten Mittelalter war es, ein Spektrum beginnend in den frühen 20igern bis hin zu jung gebliebenen Mittfünfzigern. Es drängte sich mir die Frage auf, ob wohl alle diese Leute, ca. 650 hatten sich eingefunden, dem Presserummel um den Karneval gefolgt sein würden?
Bereits der Opener Drachesteije von der 92iger LP Kasalla zeigte mir das Gegenteil. Das Publikum war sofort da, einige kannten den Text und sangen mit. Einige Stücke später kochte das Volk zum ersten mal dicke Bubbleblasen bei Nur Mer Zwei. Die Band nutzte das und setzte mit Nix Iss Verjesse gleich noch einen drauf.
Bereits jetzt war mir klar, 80% der Leute waren knallharte Brings-Fans....und das sozusagen in ,Feindesland', wer die ewigen Querelen zwischen Düsseldorfern und Kölnern kennt weiß wovon ich spreche. Es folgten wieder einige Stücke, bunt gemischt von Balladen bis zu Powerrock, dann der Titel, auf den nicht nur ich, sondern wohl auch alle anderen sehnsüchtig gewartet hatten: Superjeilezick für Nichtkölner: SupergeileZeit. Und nun erklang der Text aus tatsächlich 650 Kehlen.
Ich hatte Angst um die Statik der Halle! Dieser, eben tatsächlich im Karneval bekannt gewordene Song, hat einfach die Wirkung von einem Tetrapack Adrenalin intravenös gespritzt. Und die Band reizte den Song denn auch erbarmungslos mit Gitarrensoli und vorgetäuschtem Songende bis zum Anschlag aus.
Eine absolut überzeugende Live-Performance, und wenn Karneval so was hervorbringt, dann werde ich als absoluter Non-Karnevalistfür die Tollen Tage versöhnt. Wenn eine Band es sich erlauben kann, einen solchen Kracher in die Mitte des Programms zu setzen, statt wie meist ans Ende oder als Zugabe, dann bedeutet das, dass es noch genug anderes Material gibt, mit dem sie begeistern kann. Und genauso war es denn auch.
Es folgte Hit auf Hit, besonders hervorheben möchte ich nur noch Bis Ans Meer, ein gefühlvoller Song, der in seiner musikalischen Dramaturgie unverwechselbar gebracht wurde und textlich viel über die Erfahrungen der Musiker offenbart. Ein weiter Knaller, Niemols Im Laeve, beschließt die offizielle Spielzeit von zweieinviertel Stunden ohne Pause.
Natürlich wollten alle mehr hören, deshalb gab's noch zwei Zugaben....aber auch das reichte nicht! Mit viel Zugaberufen und Fußgetrampel wurden Brings erneut auf die Bühne geholt, spielten noch mal zwei Songs und verabschiedeten sich endgültig mit dem Song Zoo Foos Noh Kölle Jon vom begeisterten und überzeugten Publikum. Insgesamt spielten sie somit fast drei Stunden zum Preis von 16 Euro, ein Preis/Leistungsverhältnis, das heutzutage seinesgleichen sucht. Wer auch immer in seiner Nähe mal die Gelegenheit hat, ein Brings-Konzert zu besuchen, dem sei gesagt: Keine Angst vor Texten, die man als Nichtkölner nur schwer versteht, die Musik und die Show lässt alles vergessen und außerdem....es gibt auch kölsche Wörterbücher! ;o)
Noch sehr begeistert am Tag danach:
[Harald Stimpel]

Diskografie

Jahr vonJahr bisBezeichnungArtCover
1991 Zwei Zoote Minsche LP
1992 Kasalla LP
1993 Hex'n'Sex LP
1995 Glaube, Liebe, Hoffnung LP
1997 5+4 LP
1997 Live LP

Rezensionen

Interviews

Hilden, Stadthalle 25.04.2002
Nach dem Konzert in Hilden hatte ich die Gelegenheit, mit Sänger und Gitarrist Peter Brings ein Interview für euch zu machen, welches in sehr angenehmer Atmosphäre backstage einige Fragen, die mir in der Vorbereitung so eingefallen waren, beantworten sollte. Vielen, vielen Dank an Peter Brings und Ralf von Schönhauser Promotion!

GR: = Harald Stimpel für die German Rock News
PB: = Peter Brings für Brings

GR: Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zum heutigen Konzert, ich fand euch noch druckvoller als vor vier Jahren, als ich euch in Solingen gesehen habe. Wie war es für euch?
PB: Wir sind ganz zufrieden, man weiß ja nie vorher, wie die Band so drauf sein wird. Das ist bei uns sehr stark abhängig davon, was sich so im Vorfeld alles abgespielt hat. Ich denke da an Presserummel und so weiter, aber heute war alles bestens und dann sind wir eben auch auf der Bühne gut. Das liegt aber auch sehr daran, dass die Band von Jahr zu Jahr enger zusammenrückt und damit ein wirkliches Team geworden ist. Klar, es gibt immer mal Momente, wo nicht alles so gut stimmt, dann ist eben auch das Konzert versaut, aber heute und auch die letzten Konzerte war es eigentlich immer recht gut. Aber freut mich, dass du das sagst, schön, wenn es so rüberkommt.

GR: Mir ist aufgefallen, dass das Publikum meist mittleren Alters war, ist das von euch gewollt, eher zufällig oder gar eine Folge des Karnevals?
PB: Also, da muss man erst mal sagen, dass der Karneval da für uns echt ein Instrument ist, auch anderes Publikum für uns zu erschließen. Um eins gleich festzustellen, wir spielen im Karneval auf den Sitzungen kein bisschen anders als hier und heute. Und dann passiert das eben, dass die Leute da erst mal ganz verdutzt gucken, wenn sie plötzlich eine Rockband auf der Bühne haben, dann spielen wir Superjeilezick und die stehen auf den Tischen. Und dann kommen die eben auch mal zum Konzert, um mehr von uns zu sehen. Und das finde ich auch total gut so. Es ist doch ein Klasse Gefühl.... ich meine, ich hab da heute einen direkt vor mir gesehen, der war bestimmt weit über 50 und ist bei Superjeilezick total abgedreht vor der Bühne, aber was noch viel wichtiger ist, als wir dann Bis Ans Meer gespielt haben, da war der genauso am abfeiern, ich konnte das sehen.... und so was macht einen dann doch irgendwie zufrieden, weil man weiß, die Musik kommt an, egal wie alt die Leute sind.

GR: Wie passen denn Karneval und Rockmusik zusammen?
PB: Ich sagte ja schon, wir spielen beides gleich und um es mal ganz klar zu sagen, wir haben den eingesessenen Karnevalsbands richtig den Arsch aufgerissen, und die Karnevalisten haben uns da voll in ihr Herz geschlossen. Ich finde, der Karneval ist einfach etwas ganz anderes als ein Konzert wie das heutige. Da stehst du vor 1500 Leuten und spielst vielleicht zwei, drei Lieder, aber das in zehn Hallen am Tag... das ist ein total irres, anderes Feeling, aber im Endeffekt eben doch auch eine gute Basis für uns. Ich kann gut mit Karneval und Rock leben.

GR: Ich habe mir so eure Tourneedaten angeschaut, da fällt schon auf, dass ihr kaum aus dem Großraum Köln herauskommt. Habt ihr ‚da draußen' auch Fans?
PB: Ja klar, wir haben Fans quer durch die Republik, spielen auch regelmäßig z.b. in Hamburg oder Stuttgart, da sind die Leute genauso da wie hier.

GR: Habt ihr da nicht manchmal Probleme, weil ihr ja meines Wissens nach ausschließlich Texte in kölscher Mundart verwendet? Versteht man euch da? Ist es für euch wichtig, mundartlich zu bleiben?
PB: Weist du, wir sind ja nun mal alle Kölner Jungs, das heißt wir sprechen doch eigentlich nur unsere Muttersprache. Ob man jetzt englisch, deutsch oder italienisch singt oder was auch immer, es ist doch wichtig zu wissen woher man kommt und was man ausdrücken will. Köln ist halt unsere Heimat, der wir ja auch viel verdanken. Und für die Leute, die die Texte nicht verstehen.... die verstehen dafür immer noch die Musik, den Ausdruck, das Feeling das durch unsere Songs rübergebracht wird. Die sind genauso begeistert, als wenn da eine finnische Band stehen würde, da würde man ja auch nicht sagen: Spielt mal in Hochdeutsch, wir verstehen euch grade nicht.

GR: Habt ihr eigentlich ein Problem damit, dass ihr nach BAP bereits die zweite Band seid, die mit kölschen Texten bekannt wurden?
PB: Ach da gibt es doch noch viel mehr...De Höhner, Bläck Fööss,.usw...

GR: Ja klar, ich meinte Rockbands.
PB: Ach so, ja, da haben wir überhaupt kein Problem mit. Die haben sicher irgendwie schon einen Pfad in den Dschungel geschlagen. Aber da fragt niemand nach.

GR: Wie ist denn das Verhältnis zu den Jungs von BAP, habt Ihr Kontakt oder wie sieht das aus?
PB: Das ist einfach ´ne klasse Band. Wir haben auch schon mal was mit denen gemacht aber natürlich sind sie in erster Linie mal unsere direkte Konkurrenz, ist doch klar. Und da versuchen wir natürlich auch unser Stück vom Kuchen abzuschneiden.

GR: Was waren für dich die wichtigsten Erfolge von Brings?
PB: Natürlich Superjeilezick und dann...lass mal nachdenken...ja, da gibt es immer zu Ende der Popkomm noch so ein Konzert, den Kölnsommer, da hatten wir mal vor 30.000 Leuten gespielt, so was ist natürlich schon geil.

GR: Und was war eure bitterste Erfahrung?
PB: Unsere damalige Plattenfirma hat uns zwei Stunden vor einem Konzert gefeuert. Und das nach 9 Jahren Zusammenarbeit. Da kannst Du Dir vorstellen, wie wir da auf der Bühne standen.... aber es geht immer weiter.

GR: Hast du ein Lieblingslied in eurem Repertoire?
PB: Das wechselt. Man geht ja auch immer weiter, schreibt neue Stücke. Grade jetzt beschäftigt mich natürlich der Soundtrack zu dem Götz George Film Gott ist tot. Da steckst du natürlich total drin, das bewegt dich. Zumal der ganze Soundtrack an der Handlung orientiert wurde, also praktisch haben wir den ganzen Film vertont... und eben auch die Texte für die Songs am Film ausgerichtet. Aber ich meine, obwohl da sicher jedes Bandmitglied was anderes sagen würde, Bis ans Meer ist wohl sicherlich einer meiner Lieblingssongs, weil er so viel über die Band aussagt.

GR: Hast du eine Lieblingsband, ein Vorbild oder so?
PB: Na ja da gilt dasselbe. Aber Stoppok ist schon klasse. Der hat tolle Texte und die sind halt auch für uns sehr wichtig. Harry, Stephan und ich schreiben für die Band. Da fließen dann natürlich auch schon mal persönliche Erfahrungen mit rein. Deshalb sind auch manche Texte für den einen oder anderen von größerer Bedeutung, weil man halt so viel von sich reinlegt.

GR: Vor kurzem habe ich im WDR einen Beitrag über euch gesehen, da war auch von diversen Drogenproblemen in der Band die Rede. Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen, wie ist denn deine Einstellung zu Drogen?
PB: Stimmt, zur Geschichte unserer und vieler anderen Bands gehören Drogen einfach dazu, das ist einfach so. Keine Ahnung, es wäre sicherlich besser, ohne Drogen zu leben. Ich habe jetzt ja auch Kinder, da fände ich das auch besser, wenn die ohne klarkommen. Aber ich habe auch keine Lust mich jetzt hier zum Prediger zu machen und jetzt hier plötzlich alle Drogen zu verdammen und so. Ich finde, besser wäre ohne, aber das sollte jeder selber wissen und entscheiden.

GR: Was sind eure Ziele in der näheren Zukunft?
PB: Na ja, erst mal die Tour gut erledigen, da kommt ja noch einiges auf uns zu...möglichst weiter ins Land hinausziehen, also bundesweit und dann steht die Arbeit am neuen Album auf dem Programm, das soll möglichst Ende des Jahres noch fertig werden.

GR: Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche euch weiterhin viel Erfolg!

Musiker

Alfter, Harry - Gitarren, Gesang

Alfter, Harry

Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger bei Brings

Brings, Peter - Gesang, Gitarre

Brings, Peter

Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger bei Brings

Brings, Stephan - Baß, Gesang

Brings, Stephan

Gründungsmitglied, Bassist und Sänger bei Brings

Gottschalk, Matthias - Schlagzeug

Gottschalk, Matthias

Gründungsmitglied und Schlagzeuger bei Brings

Gründungsbesetzung :


1995

Alfter, Harry - Gitarren, Gesang

Blüm, Christian - Schlagzeug

Blüm, Christian

Ab 1995 Schlagzeuger bei Brings

Brings, Peter - Gesang, Gitarre

Brings, Stephan - Baß, Gesang

Engel, Kai - Keyboards

Engel, Kai

Sohn des Ex- Bläck Föös - Frontmanns Tommy Engel
Ab 1995 Keyboarder bei Brings

News

/a}
In letzter Zeit nix mehr von gehört... was ist denn aus denen geworden?

Bitte wendet euch an die Redaktion, wenn ihr Material bereitstellen könnt.

Danke [jg]

TOURDATEN:
(Kann sein wir haben auch nur vergessen nachzutragen... Wenn Konzerttermine bekannt sind, ist auf   j e d e n   Fall was in der aktuellen Vereinszeitung drin.)

Kontakt

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