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Kravetz, Jean-Jaques

Biografie

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Konzertbericht

Hamburg, Stadtpark Freilichtbühne, 31.05.2008
Am Samstag, den 31.05.2008, wurde im Hamburger Stadtpark ein Event der Sonderklasse gefeiert. 40 Jahre Rockmusik, Jubilé, heißt es für den legendären Panik- und Maffay-Keyboarder Jean-Jacques Kravetz, der an diesem Abend all seine Wegbegleiter mitbringt, und gleich doppelten Grund zum feiern hat.
Neben dem Jubiläum seiner Musik-Geschichte dreht sich nämlich auch noch alles um die frisch gegründete Förder-Organisation, namentlich Entrée getauft. Hierin liegt das große Anliegen des Abends für Jean-Jacques, der jenes Projekt eigenhändig ins Leben gerufen hat. Eintrittsgelder der zahlreich erschienenden Stadtpark-Besucher und leidenschaftliches Engagement sollen dazu beitragen, die Stiftung zur Stunde der Zeit mal so richtig in Gang zu bringen.
Zwecks dessen werden wir Zeuge des großen Come-Together's einer Musiker-Familie, die es in dieser Kombination in 40 Jahren Rockmusik noch nie gegeben hat. Die Größten und kleinen Freunde des Gastgebers JJK geben Vollgas, um sich auf der Bühne vier Stunden lang die Ehre zu erweisen. Und wer kann dem schon widerstehen?
Angefangen bei der absoluten Geheimtipp-Newcomer-Band My Baby Wants To Eat Your Pussy, die jetzt schon im Munde aller jüngeren Experten liegt, beginnt das Konzert mit einem äußerst gelungenem Ohren- und Augenschmaus. Denn als Band der Pop-Akademie Mannheim, schließt sich MBWTEYP, wie auch die Fashionisten-Gruppe The Glam (mit Junior-Kravetz Julien am Schlagzeug), dem Ziel der Entrée an. Innovation, Progressivität und Unikaten-Reichhaltigkeit sind Stichworte, die wohl am Besten auf eben genannte Bands passen würden.
Für alle Fans der leichten Pop-Musik geht's mit Dorkas Kiefer ein bisschen Schlichtrock-artiger weiter, welcher dann Power-Frau Julia Neigel folgt. An dieser Stelle wird hier mit einer unfassbar starken Energie und einem lauten "Hallelujah" das erste Highlight von Frau Neigel gesetzt, die innerhalb 6 Minuten alles auf der Bühne verkörpert, worum es an dem Abend geht: SOUL!, was das Publikum mit einem wunderbaren Zuspruch honoriert.
Einen weiteren, kurzen Gastauftritt spendiert Heinz Rudolf Kunze, dicht gefolgt vom Überraschungsgast Achim Reichel, dessen Refrain Aloha Heya He sich kein Deutschrock-Fan der Publikumsrunde entgehen lässt, und wie in den guten alten Zeiten lauthals mitsingt.
Doch wirklich aufregend wird's erst jetzt, wo Jean-Jacques die Scorpions auf der Bühne begrüßt, welche, wenn nicht schon durch ihre Popularität, dann aber auf jeden Fall durch den Mörder-Sound on stage überzeugen und einheizen. Eine Band, die an diesem Abend nonstop und unumstritten, trotz gewohnter Zeitversetzung in die 80ger, den Laden rocken! Jean-Jacques' anschließende Performance, den Scorpions-Hit Winds Of Change an der Orgel zu begleiteten, bleibt jedenfalls legendär und wird in dieser Version wohl nicht so schnell wieder, und einzig und allein am Samstag im Stadtpark zu bewundern sein.
Einige Titel später geht es musikalisch mit einem nächsten Meilenstein in Jean-Jaque's Laufbahn auf höchstem Genuss-Niveau weiter. Die altbekannte Frumpy- und Atlantis-Sängerin Inga Rumpf gibt uns wieder mal den Blues und singt die gemeinsam mit Kravetz komponierten Hits aus den 70er Jahren auch heute noch mit Weltstimme. Ganz zu schweigen von den unfassbar hinreißenden Instrumental-Parts, die die Band, zusammengewürfelt aus dem Panik-Orchester und Frumpy, mit aller Hingabe präsentierten. 40 Jahre Rockmusik haben auch an dieser Stelle keinen Funken Leidenschaft verbraucht!
Doch freut euch nicht zu früh! Die heiße Show kommt erst noch mit dem Mann, auf den die Leute warten:"Ey! Im Oktober spielen wir in der Color Line Arena. Da können die das Dach aber ma' abschrauben, is doch klar!" begrüßt nächster, und freudig erwarteter Comeback-Star Udo Lindenberg das Publikum mit seinem Panik-Orchester. Selbstverständlich samt Kravetz persönlich, der seit über 30 Jahren mit im Boot sitzt. Der Abend hat mit ihm, den unschlagbaren Clown und Könner gleichzeitig, wohl die amüsanteste Wende in Sachen Entertainment genommen, nicht allein, weil er von Jean-Jacques als "wunderbarer Sänger" für den Titel Wozu Sind Kriege Da? angekündigt wurde, was allseits nettes Gelächter entfachte. Gesagt, getan. Der Song wurde im großen Stil mit Kinder-Chor und Pascal Kravetz, der ihn damals im Studio als 10-jähriger gesungen hatte, humorvoll und nostalgisch performt. Gut gelaunt und wacklig tänzelnd beglückt Udo also im wahrsten Sinne des Wortes den Stadtpark und haut eine Mischung aus seinen frühesten Schmankerln, aus der Ära der Candy Jane und zusätzlich den neuesten Song der Comeback-Platte Stark Wie Zwei raus. Ein netter Gast, den die Leute am liebsten wohl noch länger hätten sehen wollen! Doch wie das immer so ist, die Zeit drängt und ein ganz Großer, wenn auch Kleiner, wartet ja noch auf seinen Auftritt: Peter Maffay ist final an der Reihe und hält Ansprachen, die mindestens genauso feierlich zum Sternenhimmel passen wie seine Songs. Alle Hausfrauen aufgepasst, jetzt dürft ihr klatschen! Doch trotz Schmuse-Titel und zu enger Hose rockt Peter das Gelände und hat alle Anwesenden auf seiner Seite!
Ein grand final, das man nicht besser hätte hinbekommen können! Der letzter Auftritt von allen Künstlern gemeinsam auf der Freilichtbühne, ein mitgerissen und gerührtes Publikum, ein Wetter, das dazu einlädt und nicht zuletzt der gute Zweck, für den das alles organisiert wurde. "Am Ende bestimmt die Seele wohin man geht!" war der Mottogetreue Kommentar Jean-Jacques' zu dem Event, das die Leute bewegt und Musiker ambitioniert.
Gratulation also für einen gelungenen Abend, für grandiose Performances jeglicher Art und für einen Erlös, der sich gelohnt hat!
[Jana Hedrich]

Diskografie


Rezensionen

Jubilé-40 Jahre Rockmusik (2007, SPV/Adhip Records)
Aber Hallo! Jean-Jaques Kravetz macht schon 40 Jahre Rockmusik in Deutschland? Unglaublich! Mr. Keyboard ist und war immer dabei, so dass man richtig erschrickt, dass das schon so lange so ist. Er war in allen vier Dekaden immer da wo man gute Organisten brauchte. Ich habe ihn in den 70ern mit einigen Bands live erlebt. Optisch immer unauffällig - am Arbeiten. Doch er war nie zu überhören. Ich mochte ganz speziell seinen Hammondorgelsound. Doch auch am E-Piano setzte er Akzente, die jede Aufnahme klar als eine mit Kravetzbeteiligung kenntlich machte. Dass er auch ein begnadeter Komponist ist, das beweist diese CD.
Nun feiert er Jubiläum. Im Hamburger Stadtpark konnte er mit einem Wahnsinns- Line Up deutlich machen mit wem er denn so alles spielte. Natürlich sollte auch eine CD Jean Jaques Werdegang illustrieren. Doch er wollte kein Best Of mit alten Aufnahmen. Er bat die Beteiligten die Stücke mit ihm neu einzuspielen. Das ist oft ein zweischneidiges Schwert, da Hits ja nur schwer zu toppen sind. Doch hier hat es funktioniert und es sind bemerkenswerte Titel herausgekommen. Natürlich stammen alle aus seiner Feder. Insgesamt 10 Perlen finden sich auf Jubilé:
Es beginnt mit einem Klassiker von Frumpy. How The Gypsy Was Born. Das ganze Stück ist ein wenig wuchtiger geraten, obwohl es doch eine Minute kürzer ist. Inga Rumpf singt hier mit einer voluminöseren Stimme und tauscht jugendliche Aggressivität mit vokaler Autorität. Klasse! Das ist eine amtliche echte zweite Version.
Wunderbar dass dem gleich beim zweiten Stück I' d Like To Be A Child Again entgegengesetzt wird. Hier kommt der wunderbare "Waterkant" Blues durch, für den Inga wie keine Zweite steht. Auch hier wirkt sie noch überzeugender als beim Original. Und Jean-Jaques konnte an der Orgel mal so richtig in die Tasten greifen...
May Be It's Useless steht ebenfalls für Gefühl und Ballade. Großartig.
Beim vierten Titel singt dann Udo Lindenberg Bis Ans Ende Der Welt. Interessant ist hierbei, wie Jean Jaques sich beim Komponieren auf den jeweiligen "Auftraggeber" einstellen kann. So ist es ein ganz typisches einfaches und doch bewegendes Liebeslied von Udo, der diesen Titel in einer Art und Weise eingesungen hat, dass man glaubt er sei ein junger Mann...
Nachdenkliches gibt es in Dead Bird On The Beach. Hier singt Pascal Kravetz (Der älteste Sohn von Jean-Jaques) über den Sinn des Lebens. Toller Text und tröstlich zugleich. Eine Bilderbuchballade für die Jean-Jaques ja bekannt ist.
Ein langes Stück des musikalischen Weges geht Peter Maffay schon mit ihm mit, und so singt er den Titel Diese Sucht, Die Leben Heißt. Leise, sanft und wunderbar instrumentiert. Peter beeindruckt mit ungemein intensivem Gesang.
Tja, und dann wird - bevor es zu Balladenlastig wird mit I Need Your Company durch den leicht jazzigen Gesang von Caro die leicht funkige Seite gezeigt, mit der Jean Jaques ja auch glänzen kann.
Pascal Kravetz singt in A Change is Gonna Come von der Hoffnung auf die Zukunft. Das Ganze ist schön rockig unterlegt.
Like A Saint ist ein bewusst einfach gehaltenes Liebeslied. Hier stört kein Pathos nur die Stimme und die Liebeserklärung mit sparsamer Instrumentierung. Kommt gut.
Den Abschluss macht Timeflight. Dieser Song steht exemplarisch für die "Randy Pie-Richtung", wo Jean Jaques meiner Meinung nach wohl am meisten improvisieren durfte und oft genug der Rhythmusgeber war. Die Nummer beschließt schön als fett gemischte Rockballade ein Album, dass fast wie eine Unterschrift ist. Schön wenn ein Künstler sich so ein Geschenk selbst machen darf.
Die CD ist wohl als Digipak mit fettem Booklet und reichhaltigen Fotos erschienen (ich habe mich mit Jean-Jaques reichlich im Interview darüber unterhalten).
Uns als Schreiberlingen liegt nur eine sparsamst ausgestattete Promo-Ausgabe vor, so dass ich zum Artwork und so weiter leider nichts sagen kann - schade!
Fazit: Eine runde Sache. Wer Balladen und guten Rock liebt kann hier bedenkenlos zugreifen!
[Kurt Mitzkatis]

Interviews

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Musiker

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News

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NEWS:
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TOURDATEN:
(Kann sein wir haben auch nur vergessen nachzutragen... Wenn Konzerttermine bekannt sind, ist auf   j e d e n   Fall was in der allgemeinen Tourdatenliste drin.)

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