German Rock e.V. | Das Online-Archiv der Deutschen Rockmusik
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2072 Deutsche Bands

Anfangsbuchstabe

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Lords

Biografie

Gegen Ende der Fünfziger Jahre gründeten sechs Berliner Schüler eine Skiffle Combo. Diese Musikrichtung wurde von den Berliner Jugendlichen neben Jazz bevorzugt. Der Berliner Senat erkannte dies und förderte den Skiffle indem er alljährlich zum großen Wettbewerb um das „Goldene Waschbrett“ aufrief. Der Aufstieg stellte sich ein, als die Sieger in der Schöneberger Sporthalle am 07.04.1961 THE SKIFFLE LORDS hießen. Das war das Sprungbrett für künftige Auftritte in Westdeutschland, denn in jenen Jahren war Berlin in 4 Sektoren geteilt und good old Germany in zwei Teile zerrissen. Der Senat stellte die Gelder für die Reisen zur Verfügung. Die Skiffle Lords spielten nun auch außerhalb von Berlin und wurden so bekannt.

Die Lords waren im Skiffle – Rausch als ab 1962 der Twist rüberschwappte. Madison und Rock`n-`Roll beherrschten immer mehr die Musikszene. Banjo, Ulli`s selbstgebauter Kontrabass und das Waschbrett wurden beiseite gelegt um sich dem neuen Stil mit E.- Gitarren, E.- Bass und Schießbude (Schlagzeug) zu stellen.

Ulrich „Ulli“ Günther geb. am 24.07.1942 in Berlin Gesang und Erfinder des Lord – Outfits. Prinz Eisenherz Frisur Melone, Gamaschen, weißen Hemden Westen mit Uhrketten und Hosen mit Bügelfalten, waren das Markenzeichen das die Lords über viele Jahre prägte

Klaus Peter „Leo“ Lietz geb. am 31.12.1943 in Hammerstein Leadgitarre und die zweite Stimme der Lords, brachte mit vielen Liedern aus seiner Feder die Lords in die Hitlisten.

Rainer „Gandy“ Petry geb. am 05.07.1944 in Berlin, spielte die Rhythmusgitarre und konnte auch durch eigene Songs das Repertoire der Gruppe steigern.

Knud Kuntze geb. in Berlin, stand an der Hundehütte (für nicht eingeweihte, am Bass. Ein schwerer Autounfall beendete seine frühe Lord Karriere. Er wurde wenig später Diskjockey „Lord Knud“ beim Radio RIAS Berlin. Beste Sendung Lord Knud’s Superhits.

Heinz Hegmann. Nachfolger Knuds am Bass.

Bernd Zamulo geb. am 16.08.1946 in Cuxhaven kam Ende 1965 zu den Lords. In den 60’ern zählte er zu den Topbassisten Norddeutschlands .

Peter „Max“ Donath geb. am 11.08.1944 in Berlin erlitt in früher Jugend Klavierunterricht. Das konnte ihn nicht abhalten auch auf die Pauke zu hauen. In den 60ér Jahren zählte Max zu den Topdrummern Berlins.

Da der Skifflesound mit E.- Gitarren und Schlagzeug eine andere Musikform angenommen hatte, spielten die Lords verstärkt Madison, Twist und Rock `n-` Roll. Der Sommer 1964 begann mit einer Musik- Sensation. Die Beatles schon mit She loves you in den Charts flimmerten mit dem Film YeaH,YEAH, Yeah über die Deutschen Leinwände. Der Wunsch auch in Deutschland eine Vorzeigegruppe zu haben, brachte schlaue Manager von United Artists auf den Plan, einen Wettbewerb auszurufen. Slogan Gesucht: „Die Deutschen Beatles“. Die Lords haben nie gekniffen und sich, wo auch immer einem Wettkampf gestellt. Vor den Deutschen Gruppen The Echoes. The Minstrels, The Tornados, The Krauts, The Rivets und den Germans gewannen die Lords den Titel die Deutschen Beatles. Ullis Stimme und sein Charisma trugen wohl entscheidend dazu bei. Die Rattles und die Lords fochten in den 60èr Jahren ständig um den Titel „Beste Deutsche Beatband“ Wenn die Rattles einen Frontmann wie Ulli gehabt hätten, wer will sagen was dann geworden wäre. Ulli das waren die Lords, und die Lords waren Ulli. Fünf zusammen- geschweißte Freunde zeigten in unzähligen Live und Fernsehauftritten wer sie sind. THE LORDS aus Berlin. Als erste westliche Band spielten sie sogar in Polen. Der Run auf die Lords war dort so groß, das die Hallen zu klein waren.

Allein im Fußballstadion von Warschau kamen über 25000 Leute um die Lords Live zu erleben. Für die damalige Zeit eine Sensation. Bis dato hatten noch nicht einmal die berühmten Beatles vor so einem großen Publikum gespielt, geschweige denn im Ostblock. Die Garderobe der fünf Berliner hatte dazu beigetragen, das die Lords überall beliebt waren. In vielen Fernsehshows waren sie Gaststars und jeder Sender war froh darüber die Lords für einen Auftritt im TV zu buchen. Das lag daran, das der Beat noch „Halbstark“ war und viele Bands in Lederjacken und Nietenhosen aufgetreten sind. Der Name Jeans kam erst später und wurde über eine Werbekampagne der Lords für die Levis Jeans in Deutschland bekannt. Der Modeausstatter in Sachen Beatkleidung die Fa. H. Heinemann in Hamburg baten die Lords öfters, ob sie nicht ihre Bühnenkleidung auf den Markt werfen dürfe. Viele kamen zu den Liveauftritten nur um zu sehen was die Lords neues an Showkostümen an hatten. Die war über Jahre hinaus sehr vielfältig und immer originell.

Die besten Singles der Lords in der Top 40 Hitparade:
14.08.1965 Shakin`all over
09.10.1965 Poor Boy
15.01.1966 Que Sera
19.03.1966 Greensleeves
03.09.1966 What they gonna do
31.12.1966 Have a drink on me
16.09.1967 Gloryland
17.02.1968 John Brown`s Body
20.07.1968 And at night
02.11.1968 Good time Music
15.03.1969 People World
02.08.1969 Three-Five-Zero-Zero

Der Song People world und ihre Popolarität hatte dazu beigetragen, das die Lords 1969 von Bravo zur drittbesten Musikgruppe der Welt gewählt wurden und den Bronzenen Otto bekamen. Im Jahr 1971 trat für Lord Ulli die entscheidende Wende ein. Die restlichen Lords wollten wegen ihren Familien nicht mehr auf der Bühne stehen, sondern mehr Zeit für`s Privatleben haben. Mitte der siebziger Jahre wurde Beatmusik so populär wie nie zu vor. Ulli gründete die The New Lords, die Singleerfolge wie We go out in the Sunshine, Rooster und Radio hatten.

NEW LORDS:
Ulli Günther Gesang
Reinhard Bobb Gitarre
Günter Bobb Bass
Hans Habrecht Schlagzeug

Die Formation konnte aber nie an die Erfolge der „alten Lords“ anknüpfen. Zwar stieg die Beliebtheit von Jahr zu Jahr doch in Folge der Oldiebeliebtheit forderten die Fans wieder knallharten Beat und die alten Songs der Lords. Die 60èr Musik unter Oldies auf den Markt geworfen überstieg derart die Verkaufszahlen, so das Lord Ulli die nach dem „Bruch“ der Lords ins Leben gerufene Formation The New Lords auflöste um sich mit Leo, Gandy Max und Bernd wieder zu vereinen. Denn auch die Lords profitierten von der Oldiewelle und hatten Plattenerfolge in nie gekannter Größenordnung.

1999 feierten die Lords große Erfolge in den neuen Bundesländern und das größte Ereignis der Band war ihr 40- Jähriges Bühnenjubeleum. Am 8. Oktober 1999 während dieser Tournee traf es die Lords Hammerhart. Leo`s Blick gebot ihm Einhalt. Seine Frau Renate und seine Jung`s die Lords waren jeden Tag bei Lord Ulli im Krankenzimmer um ihm das Gefühl zu geben: Du bist nicht allein, wir sind hier bei dir. Zwei Tage später jedoch verstarb Lord Ulli in einer Berliner Klinik. Das Herz des Oberlords hatte für immer aufgehört zu schlagen.

Klaus Peter „Leo“ Lietz Leadgitarre, Songschreiber und Zweitstimmestimmte Bernd Zamulo, Jupp Bauer und Charlie T. zu, doch weiter zu machen. Auf einen Sänger wollten sie aber verzichten, da keiner den Platz von Ulli einnehmen sollte. Ein Jahr pausierten die Lords und arbeiteten an den Songs aus „alten Tagen“ um sie umzugestalten. Nun geht der deutsche Beatexpress wieder an den Start. Die Lords sind wieder da, - und wie !!!

Klaus Peter „Leo“ Lietz Gitarre und Gesang
Jupp Bauer Rhythmusgitarre und Gesang
Bernd Zamulo Bassgitarre und Gesang
Charlie T. Drums

[Uwe Brebeck]

[Mit Beiträgen von: Uwe Brebeck, Constanze Hegmann, Kurt Mitzkatis, Wolfgang Pokall, Ralf Saak, Dagmar Scherf]

Bilder

Quelle: Uwe Brebeck

Quelle: Uwe Brebeck

Quelle: Uwe Brebeck

Quelle: Uwe Brebeck

Quelle: Uwe Brebeck

Quelle: Uwe Brebeck

1999

Lord Uli
Foto: Dagmar Scherf, Berlin
5.6.1999

Lord Uli
Foto: Dagmar Scherf, Berlin
5.6.1999

Lord Uli
Foto: Dagmar Scherf, Berlin
5.6.1999

Konzertbericht

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Danke [jg]

Diskografie

Jahr vonJahr bisBezeichnungArtCover
0000 The Lords19641971 Single
0000 The best of the Lords Single
0000 The ASidesSingles Collection Single
0000 The A & B SidesSingles Collection Single
0000 Poor boy Single
0000 Ihre schönsten Balladen Single
0000 Gold collection Single
0000 Castle master collection Single
0000 Best Of The Lords Single
0000 Diverse Sampler: Single
0000 Shakin' All Over Single
0000 Poor Boy Single
0000 Have a drink on me Single
0000 Greensleeves Single
0000 Singles: Single
0000 Singles: Single
0000 Sampler: Single
0000 In Black And WhiteIn Beat And Sweet Single
0000 Good side of June Single
0000 Inside Out Single
0000 The Lords '88 Single
0000 The very best Single
0000 Live 99 Single
1966 The Lords 2 (Shakin' all over) Single
1967 Some folks by the Lords Single
1969 Ulleogamaxbe Single
1971 Birthday Album 15 Years Single
1971 New Lords Single
1971 Shakin' all over Single
1988 Stormy Single
2020 Jahre Lords / Gold collection Single
2020 ahre Lords Single

Rezensionen

Ihre schönsten Balladen (2000, Repertoire Records REP 4838-Wy)
Wieder ist ein Kapitel deutscher Rockgeschichte abgeschlossen. Was als Bonus zum 40jährigen Bestehen gedacht war ist nun tragischerweise auch Vermächtnis.
Lord Ulli selbst hat für diesen Sampler Balladen und seltene Stücke ausgewählt um noch einmal die ganze Bandbreite der Lords zu demonstrieren.
Die Band war nicht nur eine Hitparadenband der 60er, die schon lange vor Klaus und Klaus mit einer Volksliedadaption (Gloryland - Ja mir san mit 'm Radl da) einen Nr. 1 Hit landen konnte. Nein, es gab auch andere Seiten. So bietet dieser Sampler Gelegenheit, völlig neue Seiten der Lords zu entdecken.
Die Entdeckungsreise beginnt mit Blue Horizon. Hier herrscht klar der 60er Jahre-Sound vor. Doch schon bei Rooster lernen wir einen ganz anderen Ulli kennen. Klingt ein ganz klein bisschen nach Uriah Heep!! My Dream ist wieder in den 60ern. Bei Stormy klingt Ulli wie Chris Norman von Smokie! Easy way out gefällt mir, weil die Lords hier etwas experimentierten. Bluesig groovend. Ich glaube, niemand würde auf die Lords kommen! Linda ist der Brüller dieser CD. Wer diesen Titel heute hört, kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Mehr sei nicht verraten. Suspicious kommt in Sgt. Peppers Gewand daher. Peoples World war ein kleiner Hit in den frühen 70ern und ist meiner Meinung immer unterschätzt worden. Einfach schön! Calaba hat wieder etwas Experimentelles, in Richtung Musical gehendes. Eigenwillig. Dann folgt eine Ballade wie von den frühen Pink Floyd. Jawohl, in Perkinsons Ride kommt die Kirchenorgel wie bei Relics durch. Dann wird es mit I'm gonna get you in the end getragen feierlich. Live your live kommt im Roy Orbison-Stil daher. When I was young atmet wieder 60's Flair. Leicht folkrockig tönt One fine day. Sing Hallelujah klingt so wie man die Lords eben kennt. Seven Daffodils ist langsam und südlich. The Ballad of a condemned man klingt flockig im typischen Lords-Stil der 60er. That day will come belustigt durch den Akzent. Rolling back to Paradise ist getragen. Walking to the moon ist zeitlos schön. Dann gibt es noch zwei Coverversionen. Sehr gelungen: Three Five Zero aus dem Musical Hair. Völlig daneben Schwarze Lady (Lady in black von Uriah Heep). Sorry, aber in Deutsch mit falscher Übersetzung - Nö!
Fazit: Alles in Allem Klasse! Bye Ulli. Viel Spaß im Gloryland!
[Kurt Mitzkatis]Mangels eigener Kategorie wurde folgende Buchbesprechung an dieser Stelle veröffentlicht:

Ulli Günther: Ansichten eines Lords
Musik in Bildern und Worten.

Wer hört, der sollte auch lesen: Gedruckte Informationen zu Musikern und zur Entwicklung der Musikgeschichte findet man inzwischen in reicher Auswahl.
Da gibt es Ulli Günthers Fast-Autobiografie Ansichten eines Lords -ein feines Lesebuch für alle, die sich für die allerersten Schritte der deutschen "Pop"-Szene im allgemeinen und für Ulli und seine Jungs im Besonderen interessieren.
Auf 80 Seiten führt Ulli in Ich-Form durch die aufregendsten und erfolgreichsten Jahre seiner Band, würzt die Fakten mit allerlei Erinnerungen und Episoden, gibt aber auch bislang nicht bekannte Informationen zum Besten und schafft insgesamt mit diesem auch sehr humorigen Rückblick eine ausgesprochen lesenswerte Bestandsaufnahme der Lords und seiner selbst bis zum Jahr 1970. Sehr gelungen ist die optische Zuarbeit zum Text: Fotos von den ganz frühen bis zu den letzten Versionen der Lords (1970), Aufnahmen aus Ullis Privatarchiv, dazu jede Menge Pressezitate, die den Leser heute doch leicht schmunzeln lassen: Es gab schon Hype vor den Backstreet Boys!
Herausgeber Thorsten Schmidt hat dieses wunderbare Zeitdokument für Lord Ulli erarbeitet, die vielen erzählten Dinge in Zusammenhang gebracht und durch sorgfältigstes Layout ein sehr gut gelungenes Kleinod geschaffen, in dem sich immer wieder blättern lässt - es wird nie langweilig!
Zudem ist dieses Werk auch das Vermächtnis des kürzlich verstorbenen Ulli Günther - er hat sein Leben gelebt, und, wie es verlaufen ist, auch geliebt. So soll es sein. Das Buch erschien im Kultur Buchverlag , Bremen und ist u.a. bei Two Wolf Records, Celle erhältlich.
[Wolfgang Pokall]

Interviews

LORD ULLI ZUM GEDENKEN
Die deutsche Musikszene ist um eine Ikone ärmer: Im Verlauf des Konzertes zum 40-jährigen Jubiläum der Lords in Potsdam am 08. Oktober 1999 brach der Kopf der Band, Lord Ulli, zusammen , und verstarb zwei Tage später in einer Berliner Klinik.
Im vor kurzem erschienenen Buch "Ansichten eines Lords" schieb Ulli zum Abschluss "....spielen, spielen, spielen, bis wir von der Bühne fallen" (Zitat), was sich nun auf schreckliche Art und Weise bewahrheitet hat. Wie man hören konnte, war Ulli in der letzten Zeit gesundheitlich nicht ganz in Ordnung, doch diesen frühen Abschied hat sich niemand gewünscht, auch er selbst sicherlich nicht!

Zum Erinnern möchte ich kurz den langen Weg Ullis und seiner Lords umreißen, der auch eine ganze Zeit lang ein Stück meines und des Lebens vieler von uns gewesen ist: Geboren am 24. Juli 1942, gründeten Ulli und seine damaligen Freunde 1959 die Skiffle Lords, die sich in aufregenden Zeiten schnell zur Berliner Attraktion entwickelten. Als sich Anfang der 60er Jahre der Beat in Deutschland zu etablieren begann, tilgte man in Folge der eigenen musikalischen Entwicklung das "Skiffle" aus dem Bandnamen und orientierte sich an den glorreichen britischen Vorbildern - hauptsächlich durch Coverversionen bekannter und beliebter Standards. Der optische Kick kam dazu: Entsprechend dem Bandnamen trat die Band kostümmäßig als Formation englischer Adeliger auf.

Optisch absolut das Richtige für Ulli! Mitte des Jahrzehnts gewann die Band die Endausscheidung des Wettbewerbs "Die deutschen Beatles", was sofort einen Plattenvertrag nach sich zog. Mit diesem nun gelangten Ulli und seine Lords in den folgenden Jahren in die Gehörgänge so ziemlich aller: Shakin' All Over, Poor Boy, später dann Gloryland und John Browns Body, das sind die größten Hits, die die Jahre überdauert haben und die jedem damals jungen Musikinteressierten, ob er sie nun mochte oder nicht, auch heute noch vertraut sind. Bis Anfang der 70er Jahre waren die Lords stetig im Gespräch, immer in den Hitparaden und nie in den Schlagzeilen - eine Seltenheit im Bereich der Beat- und Rockmusik!

Sicherlich waren sie nie die wilden Rebellen, keine galaktischen Cowboys, dafür aber immer mit den Beinen am Boden, was sicherlich das Verdienst des Anführers Ulli war. Er konnte allerdings nicht verhindern, dass seine Band zu Zeiten des Hard- und Progressiv-Rocks kaum noch gefragt war. Die logische Konsequenz war die (vorüber-gehende) Auflösung der Truppe. Ulli formierte die New Lords, die fort-schriftlicher agierten, aber schon nach einer LP das Handtuch warfen. Danach versuchte sich Ulli an deutschsprachigen Songs, griff auch noch einmal in seine Skiffle-Vergangenheit und rief schließlich, als die Zeit reif war, seine wahren Lords wieder ins Leben. Seit etlichen Jahren tourten er und seine Jungs nun wieder quer durch die Republik, hatten reichlich Erfolg und auch enormen Spaß an der ganzen Kiste, weil heutzutage eben auch ein paar Taler damit zu verdienen sind.

Besonders freuten sich die Lords auf das oben bereits erwähnte Jubiläums-Konzert, denn 40 Jahre Bandkarriere sind, auch wenn kurz unterbrochen, absolut einmalig in Deutschland und wohl auch auf der Welt - mir ist jedenfalls keine Band bekannt, die über einen dermaßen langen Zeitraum Musik gemacht hat.

Lieber Ulli, es war eine schöne Zeit mit Dir und Deinen Jungs. Als ich von Deinem Tod hörte, fiel mir sofort eine Textzeile von Peter Maffay ein: Und wenn du gehst, dann geht auch ein Teil von mir. Ich muss sagen, es stimmt! Du bist ein Stück meiner Jugend, das ich nicht vergessen werde und auch nicht vergessen will, weil es gut gewesen ist, damals. Aber es ist vorbei. Ich danke Dir und hoffe, dass Du auch wirklich im Rock'n' Roll-Heaven angekommen bist, denn dort gehörst Du hin - auf einen guten Platz.
[Wolfgang Pokall]

Musiker

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News

/a}
Lord Ulli, Kopf der Band, verstarb am 10.Oktober 1999, nachdem er bei einem Gig in Potsdam auf der Bühne zusammengebrochen war. --> ein Nachruf von Wolfgang Pokall

TOURDATEN:
(Kann sein wir haben auch nur vergessen nachzutragen... Wenn Konzerttermine bekannt sind, ist auf   j e d e n   Fall was in der aktuellen Vereinszeitung drin.)

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