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Festivals in 2026

Herzberg goes Wilhelmsthal 2003

Burg Herzberg - East


Burg Herzberg Open Air - 2003

 

BURG HERZBERG FESTIVAL
Wilhelmsthal vom 17.07.2003-20.07.2003

Unsere Reise nachFreakcity führte uns dieses Jahr zum ersten mal nach Wilhelmsthal in der Nähe vonEisenach in Thüringen. Genauer gesagt in die kleine Gemeinde Eckardtshausen.

Um jeglichen Stress vorzubeugen trafen wir dort bereits am Mittwoch ein und das war eineweise Entscheidung, denn es waren bereits einige tausend Besucher mit ihren Zelten auf demzum Camping vorgesehenen Arial. Der Anblick der sich uns bot war der den wir noch in denHerzen hatten als wir letztes Jahr Freakcity gegenüber der Burg Herzberg verließen.

Mittwoch:

Viele bunte Zelte, Indianertipis, Wohnwagen und Wohnmobile standen da und vereinzelt stiegschon Rauch von einigen Grillfeuern auf. Viele buntgekleidete Menschen liefen oder lagenherum und das alte Feeling kam plötzlich wieder hoch. Schnell stellten wir unser Zelt aufund richteten uns ein. Klar Hammer für die Heringe vergessen, Nachbarn fragen und schon saß man erst einmal unter einen Pavillion und mussten einen Begrüßungswein trinken.Jetzt zog es uns aber erst einmal über das Gelände. Viele bunte Stände mit Hippieklamotten und allem was das Herz begehrte wurde angeboten. Natürlich waren die Plattenstände für mich erst einmal das wichtigste und so fand ich auch gleich etwas. Sehr zum Leidwesen meiner Frau die natürlich das Gelände erst einmal ganz inspizierenwollte. Der Umzug des Festivals von Herzberg in Hessen nach Thüringen hat mit Sicherheit nicht an Flair eingebüßt. Das Gelände von Wald umrahmt und an einem kleinen Weiher gelegen bot ein passendes Ambiente für das wohl verrückteste Festival auf deutschem Boden. Der reine Festivalplatz war zur Bühne hin in der Art einer Tribüne abschüssig,was sich bei den Konzerten in den nächsten Tagen von Vorteil erweisen sollte, da es sich nicht vor der Bühne staute, sondern die Besucher konnten auch in fast hundert MeterEntfernung noch dem Geschehen auf der Bühne folgen, während sie sich gemütlich auf einer Decke niederließen.

Das Kulturkollektiv Eisenach welches aus dem früheren Think Progressive entstanden ist hat diesen Platz sehr gut gewählt und mit der Hilfe vieler hundert Helfer zu einer würdigen Festivalarena umgestaltet. Da, wie es in einer Pressekonferenz berichtet wurde die alleinige Verantwortung nicht mehr auf den Schultern von Kalle Becker lastet, sondern wie es in einem Kollektiv sein sollte, viele Schultern gemeinsam die Last des Festivals tragen, deren Geschäftsführer Lee Harvey Oswald (hier handelt es sich um einenKünstlernamen) zwar dafür verantwortlich zeichnet, aber die Aufgaben klar definiert undabgesteckt sind. Lees Mentor, Kalle Becker, für den es wie er sagte sein letztes Festival sein werde, deshalb auch der Name des Festivals, The Last Waltz, war zwar immer zugegen,schwebte wie die graue Eminenz über allem und hielt dem jungen Team den Rücken so gut es ging frei. Allerdings wäre es schade, wenn Kalle sich aus dem Bild des Festivals ganz zurückziehen würde, denn er hat in diesem Land eine Bewegung und ein Lebensgefühl mitgeprägt und gestaltet das seines gleichen in diesem Ausmaß und dieser Form sucht. Ich glaube so ganz ohne sein Kind Freakcity kann Kalle Becker nicht und wir werden ihn mit Sicherheit nächstes Jahr wieder sehen und das ist auch gut so. Er gehört einfach zu dem Festival und auch, wenn er es etwas ruhiger macht, was auf seine angeschlagene Gesundheit zurück zu führen ist, so würden sich dann plötzlich alle aus der Festivalcrew wundern warum ihre Zigaretten so lange halten und sie nicht jeden Tag eine neue Packung kaufen müssen. (Hi hi, Kalle ich hoffe du verzeihst mir das, aber das musste ich mal schreiben). Ja so ist das halt mit Kalle Becker. Auch wenn er jetzt die Angelegenheit in andere und zudem viele Hände gegeben hat und auch viele nicht immer mit ihm einverstanden waren, sagen wir an dieser Stelle, vielen Dank lieber Kalle für Freakcity. Nach denWorten zur Veränderung im Rahmen des Herzberg Festivals sollte jetzt aber die Musik das Übergewicht erhalten.

Donnerstag:

Nach einer ersten noch etwas verregneten Nacht in unserem Zelt begaben wir uns erst einmal zu den Wasserplätzen um uns den Schlaf aus den Augen zu waschen und um am Informationswagen den Programmablauf des Donnerstags zu sehen. Es sollte die Nacht der Anarchie werden und das versprach auch das musikalische Programm welches angekündigt war. Drei Bands bei deren Namen man schon mit der Zunge schnalzt.

Nach einem doch recht angenehmen Tag mit Kaffee und noch viel Ruhe begaben wir uns gegen19.30 Uhr in Richtung Bühne wo noch eifrig an der PA gearbeitet wurde. Gegen 20.00 Uhr sollten Freygang die Bühne betreten aber wie es so üblich ist passte der Zeitrahmenüberhaupt nicht und so wurde der Start des ersten Gigs an diesem Abend immer weiter hinausgezogen.

Was ist schon Zeit bei einem Festival? Es gab weder Murren noch Knurren im Publikum und irgendwie vertrieb man sich die Zeit bis schließlich gegen 22.00 Uhr eine Stimme verkündete das Freygang jetzt die Bühne betreten werden. Riesiger Jubel und schon ging es in einem Spotgewitter auf der Bühne los. Freygang eine Band aus der ehemaligen DDR aus Berlin Ost vom Prenzlauer Berg legte los und Andre der charismatische Frontmann zeigte was verbotener Rock’ n Roll und verbotene Texte in der ehemaligen DDR bedeuteten. Das diese Band Auftrittsverbot hatte und noch zu den Zeiten der Mauer mehr im Untergrundagieren musste war allen schnell klar. Und auch die Texte ihrer neuen CD die vor allem vorgestellt wurde, lassen an Bissigkeit nichts zu wünschen übrig. Vor allem Songs wie Das Fest Ist vorbei, Bullencalypso oder Schall Und Rauch begeisterten die großeBesucherzahl vor der Bühne. Tatjana, die Frau am Bass mit der roten Löwenmähne zeichnete sich auch als hervorragende Performerin mit rauchiger Stimme aus. Leider hatten Freygang nur zwei Stunden Freigang und wurden nach einer Zugabe mit frenetischem Applaus verabschiedet.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann weiter mit der ehemaligen NDW Band Fehlfarben die zwar einige ihrer bekannten Titel spielten und auch den Rhein in Flammen aufgehenließen aber noch nicht einmal es für nötig hielten mit dem Publikum ihr Es geht voran,Geschichte wird gemacht, es geht voran zu spielen und zu singen. Sind denn die Fans so wenig wert das man den größten Hit dieser Band einfach unter den Teppich kehrt und so tut als hätte es diesen Song nie gegeben. Liebe Fehlfarben, so kann es nicht vorangehen. Zum Glück sollte dann noch Neues Glas Aus Alten Scherben die Nacht beschließen. Zwar hieß es jetzt wiederetwa 20 Minuten warten aber da es sich um einen Akustik-Gig handelte war es von Nöten die Instrumente und die PA sauber aufeinander abzustimmen. Dann war es aber endlich soweit und die Scherben begannen ein Best Of Programm mit alten Ton Steine Scherben Songs wie etwa Wenn Die Nacht Am Tiefsten, Mein Name Ist Mensch, Alles Verändert Sich, Steig Ein, Macht Kaputt Was Euch Kaputt Macht, aber auch Songs von der im Herbst erscheinenden Platte Lieder Aus Metropolis wurden zum besten gegeben. Es war wie immer ein Erlebnis und die Band hätte wohl für die ganz Harten noch bis in das Morgengrauen spielen können. So war aber auch hier nach 120 Minuten das Ende nahe und nach drei Zugaben konnte jeder mit einem kurzen Spaziergang über das Festivalgelände in Richtung seines Zeltes oder Wohnmobils gehen. Herzberg, oh sorry, Wilhelmsthal hatte begonnen.

Freitag:

Nach einer viel zu kurzen Nacht und einer jetzt schon unbarmherzig glühenden Sonne ging es erst einmal zu den Wasserwagen um sich zu waschen, Zähne zu putzen und die so sehr geliebten Dixi – Häuschen aufzusuchen. In der Hitze und dem Staub tut aber etwas Körperpflege und Hygiene echt gut. Und auch über den Tag verteilt den Kopf unter einenWasserstrahl zu hängen war nur zu empfehlen. Das nur als Tipp wenn ihr es mal vor habt Freakcity bei sommerlichen Temperaturen bei 40 Grad im Schatten und nahe an 50 Grad in derSonne zu besuchen. Bei nicht Abkühlen des Körpers und längerer Ruhepausen ist ein deftiger Hitzschlag schon vorprogrammiert.

So ist es glaube ich auch zu verzeihen, das ich nicht jeden Gig schauen konnte, und die Berichterstattung für einige Künstler in Nennung des Namens reichen muss. Gegen den frühen Nachmittag ging ich erst einmal zur Bühne, denn den Auftritt von Ritual ausSchweden die eine bemerkenswerte Tour mit RPWL hinter sich haben und von denen ich schon einiges gehört hatte. Ein toller Auftritt, der zeigt das die Schweden nicht nur brachialen Metal, sondern auch richtig geilen Psycho – Progressiven Rock spielen können. Was der Sänger der Band Patrick Lundström mit Gesang und Gitarre dem Publikum, leider waren wegen der großen Hitze und der frühen Zeit erst etwa 1000 Besucher vor der Bühne und auf dem Platz, darbot war eine perfekte Show. Irgendwie wirkte er wie ein schwedischer David Coverdale. Hört euch die neue CD Think Like A Mountain mal an und es gibt eigentlich kein Stück was den Zusatz Spitzenklasse nicht verdient. Beim Konzert wurde aber nur ein Teil der neuen CD gespielt und alle die vor der Bühne standen sangen lauthals mit und hatten mächtig Spaß.

Dann kam Carvin Jones, ein Bluesgitarrist wie er im Buche steht und der Schrecken einer jeden Security. Denn so schnell wie der in der Mitte des Publikums stand und dort seine Soli spielte da konnte auch die best trainierten Bodyguards nicht folgen. Nach einem Liter Wasser den ich durch meine Kehle rinnen ließ, ging es zum Konzert von She s China. Hinter der Bühne angekommen begrüßten mich erst einmal die Jungs von der Band und fragten mich wie ich denn Herzberg 2002 überlebt hätte. Mächtiges Lachen und erst einmal viel Umarmen mit der Band und Händeschütteln. Wir hatten letztes Jahr doch recht vie lgefeiert. Sherman der Sänger war schon sehr aufgeregt und konnte es dann auch nicht erwarten das es endlich losging. Bei einem Repertoire das alle fünfzehn Jahre der Bandumfasst konnte einfach keiner mehr stillstehen und wenn ihr Songs wie Moon of Love, RideOn Sally, Space Child , Heaven Can Wait, oder Make Love kennt, dann wisst ihr das ab jetzt das alte Hippie Feeling den ganzen Festivalplatz erfasste. Dann schlug der berühmte Herzberg Defektteufel zu und der Strom war weg. Kein Problem für Sherman, Malibu und Uwe.

Mit der Hilfe der ersten 100 vor der Bühne sowie zweier Akustikgitarren wurde halt unplugged gespielt und gesungen und siehe da, alle machten mit. Die Technik schaffte aber das Problem aus der Welt und unter riesigem Beifall für die Musiker und die Techniker konnte das Konzert dann ohne weitere Probleme weitergehen. Leider viel zu kurz und ohne den Song Woodstock Where Are You Now mussten die Jungs dann die Bühne räumen. Ten Years After warteten schon und der Umbau der Bühne nahm einige Zeit in Anspruch. Irgendwie konnte ich es nicht glauben das Ten Years After so ohne Alvin Lee die Massen die vor der Bühne bereits warteten irgendwie begeistern konnten. Aber Ric Lee an den Drums, Chick Churchill an den Keyboards, Leo Lyons am Bassund der Neue an der Gitarre, Joe Gooch rissen das Publikum vom ersten Takt an von den Hockern. Woke Up This Morning, Hear Me Calling, Red House waren gleich die ersten Hämmer die vergessen ließen das drei der Herren bereits in sehr hohem Alter auf der Bühne agierten und nach den ersten Gitarrensoli wusste man wer dieser Joe Gooch ist und hatte den Namen Alvin Lee für heute verdrängt. Ein würdiger Nachfolger, der die Gitarre zwar etwas härter spielt aber auch bei weitem moderner. Spätestens bei Love Like A Man und der Ten Years After Hymne Going Home gab es keinen mehr auf dem Festivalgelände der auchnur eine Minute hätte verpassen wollen. Nach dem Konzert kamen die Herren sogar an das Bühnengitter und gaben jedem, der wollte Autogramme und signierten CDs.

Auf der Bühnewurde jetzt schon für Vanilla Fudge umgebaut. So ging man erst einmal ein paar Schritte um nicht vor der Bühne festzuwachsen. Zu Vanilla Fudge muss ich sagen das ich nicht der Beat Fan bin und das Konzert nur so am Rande verfolgte zumal die Band sich auch in zu vielen Coverversionen, wie schon auf ihren ersten Platten in den 60er Jahren, ergab. Zum Abschluss der Nacht gaben sich dann die Mannen von Livin’ Blues die Ehre und es war schon fast drei Uhr morgens. Schnell noch ein paar Fotos, ein zwei Songs und dann aber ab zum Zelt. Denn ich hatte fast 13 Stunden vor der Bühne hinter mir und war für nichts mehr aufnahmefähig. Das Zelt erreichte ich gegen sechs Uhr am Morgen während die Sonne aufging. Ein kleiner Tipp für alle die nächstes Jahr auch zum Festival kommen wollen: Meidet das Coffee Shop Zelt wenn ihr schlafen wollt, denn mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit trefft ihr da irgendwelche netten Leute bei netter Goa Trance Music und der Apfelwein ist sehr zu empfehlen. Aber bitte nicht nach Kirschwein. Zudem sind die Preise sehr moderat und der Becher immer randvoll. Später seid ihr dann randvoll. Nun ja so könnt ihr euch vorstellen wie ich in mein Zelt kam und wie ich dann nach etwa drei Stunden Schlaf aussah.

Sonnabend:

Gnadenlos brannte die Sonne bereits wieder auf unser Zelt und an weiterschlafen war nicht mehr zu denken.

Der übliche Gang zu den Wassertanks war angesagt und überall duftete es an den Ständen schon nach frischem Kaffee. So kamen die Lebensgeister zurück und da es ja erst am Nachmittag wieder losgehen sollte und zudem erst einmal eine Pressekonferenz um 15 Uhr nahe Schloss Wilhelmsthal stattfand hatten wir viel Zeit jetzt einmal an den vielenVerkaufsständen vorbeizugehen. Hier wurde alles was das Hippieherz erfreute angeboten.

Auch an diesen Ständen waren die Preise in einem ordentlichen Rahmen und so war hier undda ein Schnäppchen zu finden. Da die Pressekonferenz sechs Km vom Festival entfernt warbekamen wir Caravan als Opener des Tages nicht mit. Aber Trigon, die zweite Band des Tages wurde ein wahres Klangerlebnis da hier wirklich experimentelle Musik mit riesigen Klangteppichen von der Bühne kam. Hier war eine Spielfreude und die Freude am Experimentieren in jedem Takt zu spüren. Wie mir Rainer Lange später am Merchandisestand erzählte gäbe es bereits zehn Trigon CDs. Geht doch einfach einmal in das Internet und besucht die Jungs von Trigon unter www.heavyzenjazz.de. Im Herbst werde ich wohl nochmal ein komplettes Konzert dieser Band mir zu Gemüte führen. Die nächste Band die andiesem Tag folgte war Wishbone Ash. Was sie darboten ließ jegliche Genialität der früheren Jahre vermissen und irgendwo sind diese Musiker im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben. Schade um so eine einstmals große Band. Als ich nach einer ganzen Weile den Festivalplatz wieder betrat war Tony Joe White auf der Bühne. Blues vom Feinsten. Jetzt füllte sich der Platz immer schneller und die Hippies, Freaks und anderenBesucher strömten in Scharen auf das Gelände. Nun erlebten die Getränkestände Hochkonjunktur. Auf dem Platz wütete die Sonne selbst in den Abendstunden unvermindert.Schattenplätze waren Mangelware und jeder Schirm und jeder noch so kleine Schutz wurde ausgenutzt. Die langsam hereinbrechende Dunkelheit und ein kleines aufkommendes Lüftchen waren schon als Wohltat zu bezeichnen. Langsam aber stetig füllte sich jetzt der Platzvor der Bühne. Kein Geringerer als Mr. Eric Burdon And The Animals wurden erwartet. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung von dem was mich erwartet, und so betrat ich den Graben vor der Bühne, den Fotoapparat im Anschlag. Eine recht große Crew huschte eifrig hin undher um die Bühne für den Meister herzurichten. Der zeitliche Fahrplan war schon wiederum eine Stunde überschritten aber was sollte es, wer auf einem Hippiefestival ist hatZeit. Dann war es soweit. Die Animals betraten die Bühne und begannen mit dem Intro. In riesigem aufbrausendem Jubel kam Eric Burdon und setzte sich auf einen Barhocker. PleaseDont Let Me Be Misunderstood , I wanna Get Out Of This Place und natürlich House Of The Rising Sun waren nur einige der großen Hits die Eric Burdon mit noch immer durchdringender Bluesstimme sang. Zeitweise standen mir die Haare auf den Armen zu Berge und ich hatte Gänsehaut. Nach allem was man gehört hatte, von Alkohol, Drogen undTherapie und abgebrochenen Konzerten, hier stand eine der größten weißen Bluesstimmen, zwar älter geworden aber in einem fitten und agilen Zustand und seine Stimme, wie inseinen Anfangstagen. Aber wie bei jedem Konzert, jeder Auftritt endet einmal, wobei ich hier sagen muss dass es wirklich schade war. Diesem Mann hätte ich die ganze Nacht lauschen können. Jetzt war Hektik angesagt. Nektar waren als weiterer Höhepunkt auf demProgramm. Vor der Bühne wurden die Projektoren und Beamer für die Videoprojektionenaufgebaut und der Rest der recht üppigen PA von Nektar in Position gerückt und verkabelt. Dann ging es los. Mir blieb fast das Herz stehen. Fantastische Farbenspiele und Videoprojektionen flimmert an der Rückwand der Bühne und bei Remember The Future war man bereits in eine andere Welt eingetaucht. Als dann noch Parts der LP Recycled gespieltwurden, sowie einige Stücke des neuen Albums The Prodigal Son lief Musik und Lightshow wie in einem Traum ab aus dem man erst bei dem letzten Takt erwachte und eigentlich nicht mehr Erdgebunden war. Zeit und Raum hatten sich verschmolzen. Leider war es der Band nicht möglich eine Zugabe zu spielen da das komplette Video und die Lightshow auf das Konzert zugeschnitten war. Aber nach fast drei Stunden gönnt man den Musikern auch ihre wohlverdiente Ruhe. Jetzt war ich voll zufrieden und merkte wie der Durst in mir aufstieg.Wie gesagt ich hatte Zeit und Raum vergessen und selbst in tiefster Nacht stand die Hitze noch auf dem Platz. Also, schnell ein Wasser nachtanken und zurück in Richtung Bühne. Hier bauten Epitaph bereits auf. Selbst um diese Uhrzeit am frühen Morgen waren bestimmt noch zweitausend Besucher vor der Bühne oder lagen etwas höher im Gras.

Epitaph lieferten geilsten Gitarrenrock und ließen es noch einmal richtig krachen. Wer kennt nicht ihre LPs wie Epitaph, Outside The Law oder Return To Reality. Hier gab es ein Best of Programm das nach einer Stunde abrupt beendet wurde da Man auf ihr Recht pochten zu der scheinbar in ihrem Vertrag stehenden Uhrzeit zu spielen. Woher nehmen diese Jungs ihre Arroganz ???? Nach einer kurzen Unterhaltung mit Cliff Jackson und Bernd Kolbe hinter der Bühne begab ich mich in Richtung meines Zeltes denn wenn eine Band wie Man sichgegenüber einer anderen Band so hochnäsig verhält sollte man auch erst einmal nicht mehr positiv über sie berichten, auch wenn sie große Musikgeschichte geschrieben haben.

So etwas muss einmal erwähnt werden, auch wenn es vielleicht den Musikern von Man nicht passt. So wurde die Nacht dann wieder sehr kurz.


Sonntag:

Wir fingen am Morgen an unsere Zelte schon einmal abzubrechen. Denn nach Orange wolltenwir in Richtung Allgäu zurück. Das war auch das letzte Konzert das wir uns anschautendenn irgendwann waren auch unsere Batterien leer und es ging nichts mehr. Nur Orange mitPercussion und Didgeridoo ist ein Erlebnis das man sich nicht entgehen lassen darf.

Luke, Niko und die anderen spielten ein Konzert das wie schon im letzten Jahr einHöhepunkt des Festivals war und von dem man noch lange reden wird. Eine Band die an einem Sonntag Abend noch Massen zum kochen bringt und die an einem Tag Hunderte von CDs verkauft ist einfach ein Megaevent.

Ein Thema was die Massen bewegte war das Thema der Security die von einem Motorradclub namens Stahlpakt gestellt wurde. Der Name stieß vielen auf da es eigentlich ein Name aus der nicht so tollen tausendjährigen Geschichte Deutschlands war. In mehreren Unterhaltungen mit Mitgliedern und in vielen Fragen von meiner Seite stellte sich aber heraus das es nichts mit Nazis und dergleichen zu tun hat. Die Jungs machten einen tollen Job, waren weder aggressiv noch gab es irgendwelche gewalttätigen Ausschreitungen. Selbst als sie von der Seite der Festivalbesucher auf das Übelste beschimpft wurden reagierten sie vorbildlich. Die Worte die da fielen möchte ich hier nicht erwähnen. Auch sah man sie oft genug mit Farbigen, Asiaten und anderen Ausländern zusammenstehen, lachen und trinken. Das machen bestimmt keine Faschos. Wie gesagt, der Name und die Schwarze Kleidung plus der Kutten die ja nun jeder Motorradclub hat, was halt einer Uniformierung gleichkommt, waren es nette Kerle die einen harten und guten Job trotz des wenigen Schlafes machten.

So das war es von meiner Seite und jetzt freue ich mich auf ein Widersehen im Jahr 2004 mit allen die Freakcity zu einem einmaligen Erlebnis haben werden lassen.

Michael Tölle


00_Plakat Burg Herzberg - East

00_Plakat Burg Herzberg - East

Carvin Jones auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Carvin Jones auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Epitaph auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Epitaph auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEpitaph auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEpitaph auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEpitaph auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Eric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Eric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleEric Burdon And The Animals auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Fehlfarben auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Fehlfarben auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Freygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Freygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleFreygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleFreygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleFreygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleFreygang auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Impressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Impressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleImpressionen vom Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Livin Blues auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Livin Blues auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleLivin Blues auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Nektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Nektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleNektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleNektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleNektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleNektar auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Neues Glas Aus Alten Scherben auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Neues Glas Aus Alten Scherben auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleNeues Glas Aus Alten Scherben auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Ritual auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Ritual auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleRitual auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

She s China auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

She s China auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleShe s China auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

Ten Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal Foto: Michael Tölle

Ten Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleTen Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleTen Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleTen Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael TölleTen Years After auf dem Burg Herzberg Festival in Wilhelmsthal  Foto: Michael Tölle

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