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Blind Guardian Open Air 2003


BLIND GUARDIAN OPEN AIR 2003

13. und 14. Juni 2003 auf dem BGS-Gelände in Coburg

Alles begann mit der Information, dass in Coburg, quasi vor meiner Haustür, die momentan wohl begehrteste deutsche Heavy Metal Band ein Open Air veranstalten würde. Da liegt es ja auf der Hand, dass man sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen darf. Also sagte ich mir, da bist du dabei! Alles was ich in Coburg gesehen und erlebt habe will ich natürlich mit euch teilen...
Also leset und staunet...


Freitag, der 13.06.

Nachdem es am Donnerstag in der Coburger Gegend ein anständiges Unwetter gab fanden sich am Freitag, den 13. Juni bei erstaunlich schönen Wetter zahlreiche Metalheads auf dem Festivalgelände direkt gegenüber der HUK-Coburg ein.

Nachdem die ersten Hiobsbotschaften verdaut waren, Iron Savior und Mägo De Oz hatten abgesagt, konnten wir auch sofort das Gelände anchecken und den Newcomern Blackened lauschen.


Als erste Band des Festivals hatten sie es recht schwer und mussten trotz enthusiastischer Fans mit einigen Soundproblemen kämpfen. Sie nutzten ihre knappe Spielzeit gut aus und erreichten garantiert jede Menge neue Anhänger.

Überhaupt war das Coburger Publikum so richtig gut drauf, was wohl auch daran lag, dass in dieser Region recht wenig metallische Events veranstaltet werden.

Nach einer kleinen Umbaupause ging es sofort weiter mit White Skull. Die Italiener sind einigen vielleicht noch als Grave Digger Support von 2000 bekannt, Fakt ist, dass sie mit ihrem Oldschool Metal und ultra viel Power und Spielfreude so richtig gut ankamen. Der Sound war mittlerweile kein Problem mehr. Die Anlage klang fett und trotzdem sehr transparent, was das Festival zum wahren Genuss werden ließ.


An dieser Stelle muss man gerade den Tontechnikern ein riesen Lob aussprechen, machten sie ihre Arbeit doch während der beiden Tage sehr gut. Einzig und allein Blackened hat daswenig geholfen, da man sie noch zum Einfahren der Technik missbrauchte, denn alle folgenden Bands waren soundtechnisch wesentlich besser dran. Aber so ist das nun mal im Musikbusiness.

Um viertel sechs kam dann der Moment, an dem man sich fragte ob nun die Musik oder das Rumgeblödele auf der Bühne wichtiger war... Ich bin der Meinung, dass die Frankfurter A.O.K. nicht wirklich ins Billing passten und mit Abstand die schlechteste Band des Open Airs waren. Sorry Jungs, aber das ist kein Metal sondern nur billigster Trash!


Aber glücklicherweise ging es ja danach mit geballter Power weiter. Da Iron Savior, wie schon erwähnt, ausfielen konnten die Jungs von Brainstorm früher ran und die Meute vor der Bühne verzücken. Zur Freude der angereisten Fans verschenkten die Schwaben nicht nur eimerweise T-Shirts, Snippet-CDs zur neuen Scheibe, Bierdeckel und Flaschenöffner, nein sie ließen es auch amtlich krachen und stellten einige neue Songs zum allerersten mal live vor.

Musikalisch sind die Sympathiebolzen eh’ über jeden Zweifel erhaben, erwiesen sie sich als echter Glücksgriff, da sie mit einer Klasseshow zu überzeugen wussten.

Gleich im Anschluss kamen und siegten die Veteranen von Grave Digger und bewiesen, dass sie noch lange keinen ihrer Namensvetter anheuern müssen. Mit jeder Menge Spielfreude und Einsatz hatten die Jungs um Chris Boltendahl die Menge mühelos im Griff und zeigten einmal mehr, dass sie eine super Liveband sind. Was ihr neues Album Rheingold betrifft kann man sich ihnen eh’ nur vor die Füße werfen und den Helden huldigen.

Nach solch einer geballten Portion Metal wurde es Zeit für eine Band, die sich selbst als Engelskrieger betrachtet... Sie heißt: Subway To Sally. Keine andere Band musste sich in den letzten Wochen mit solch zwiespältiger Kritik zum neuen Album auseinandersetzen als diese Musiker. Mit ihrem Auftritt in Coburg sollten sie nun alle Zweifel ein für allemal ausgeräumt haben. Das neue unverbrauchte Material tat der Band richtig gut und erweiterte ihr riesiges Repertoire um einige frische, moderne Facetten. Der Gig verlief gewohnt stark mit jeder Menge Power und brachialen Vibes.

Kurz nach 22 Uhr war es dann endlich soweit. Der Vorhang fiel und Hansi Kürsch von Blind Guardian lud die Fans in ihr ganz persönliches Metal-Valhalla ein. Die Fans ließen sich nicht lumpen und gingen fantastisch mit. Dasselbe gilt auch für die Band, die jede Menge selten gespielte Songs zockte und in einer wahrhaft gigantischen Lichtshow präsentierte. Zusätzlich gab es einige wenige, aber sehr effektvolle Pyros, die den Gig den letzten Schliff verpassten. Die vier Krefelder Perfektionisten und ihre beiden Gastmusikerwarteten mit einer präzisen und energetischen Show auf. 

Da stellt sich nur eine Frage: „Sollten sie diesen Auftritt am Samstagabend noch toppen können?“ Wir werden ja sehen...

Samstag, der 14.06.

Galadriel eröffneten den zweiten Tag bei glühendem Sonnenschein. Normalerweise sind alle Bands vor 15:00 Uhr auf Open Airs die Wecktruppen, aber in Coburg waren schon erstaunlich viele Fans bereit zu neuen Taten und hatten sich vor der Bühne versammelt. So konnten Galadriel auf eine geballte Meute blicken und ihren melodischen Powerdeath á la In Flames in die Menge pusten. Sie lieferten zwar wenig Bühnenaction, aber geile wake up Musik. Alles in allem: Daumen hoch für die jungen Metaller!

Der Name der folgenden Band war Programm. Die Powermetaller um Stormhammer gaben sich die Ehre und rockten was das Zeug hielt.

Nicht spektakulär aber gekonnt. Überhaupt kann man den Samstag als den Heavy Metal Tag sehen. Alles Spitzenbands mit der Tendenz zum Headbangen ;). Stormhammer sind 100% Metal, oder wie ihr Shouter meinte: „Stormhammer is the law!“

Wer was Bierseliges wollte ist bei den Frankfurter Thrashern um Gerre genau richtig. Klar, die Rede ist von Tankard! Sie saufen und bangen sich durchs Leben, und das in gewohnt heftiger Manier. Coole Musiker, die ihr Handwerk verstehen und den Jungs von A.O.K. beweisen, dass es auch anders geht! Einfach Kult. Irgendwie werden sie immer besser...

Wer nun die volle Frankenpower erwartete wurde nicht bestraft. Freedom Call, quasi die Lokalmatadoren, rockten das Blind Guardian Open Air und die Fans vor der Bühne gingen sonst nur bei Blind Guardian in diesem Maße mit. Voller Einsatz also, der belohnt werden sollte. Um es mit den Worten von Hansi Kürsch zu sagen: Weltspitzenklasse, Coburg!

Wer es etwas deftiger und spannender mag, der war mit dem Soilwork-Gig gut beraten. Einfach Hammer was die jungen Kerle da ablieferten. Sie mauserten sich von der einstigen Deathmetal-Truppe zu einer vielseitigen und hochbegabten Melodic Deathband (BlöderBegriff, trifft aber was ich meine...) Brachialer Sound und geile Songs. Was will man mehr?

Passend zum Napalm Death – Gig gab es eine Unwetterwarnung, aber es stellte sich glücklicherweise nur als ein halbstündiger Sommerregen heraus. Der Rest zog an Coburg vorbei. Ob es an der guten Laune der Open Air Gäste lag?? Die Briten holten sprichwörtlich den Knüppel aus dem Sack und ließen die Kühe fliegen. Heftig aber eine willkommene Abwechslung.

Die folgende Band habe ich noch nie in solch einer Topform erlebt. Primal Fear entzündeten ein echtes Nuclear Fire, das die Meute zum Kochen brachte. Gnadenlose Power mit vielen tollen Songs. Die Band machte jede Menge Spaß und haben den Beifall mehr als verdient!

Rage verwöhnten ihre Fans mit einem Best- Of Programm vom feinsten. Los ging es mit dem Intro von Unity und dem Hammersong Don’t You Fear The Winter gefolgt von Send By TheDevil und Down! Einfach geil. Nach Solidary Man kamen dann das obligatorische Gitarrensolo und ein Drumsolo, bei dem „The Animal“, Mike Terrana, restlos austickte und alles kurz und klein trommelte. Einfach göttlich diesen Musikern zuzusehen und andächtig zu bangen. Ein saustarker Gig! So zu sagen Higher Than The Sky!!!

Auf die Frage ob es noch besser und noch geiler geht kann ich nun getrost ja sagen! Blind Guardian konnten den Vortagesgig noch toppen. Klasse. Ein Bestseller nach dem anderen, endlose Valhalla Chöre der Fans. Gänsehaut-Athmosphäre. So könnte man das Erlebte denke ich am besten beschreiben....

Das Blind Guardian Open Air nächstes Jahr wieder? Hansi Kürsch hat es den Fans versprochen an gleicher Stelle wieder die Sau rauszulassen. 

Also, ich bin garantiert wieder dabei! Egal ob es sich um Preise fürs Essen, Trinken oder Merchandise handelt, alles war super fair. Nette Security, gute Musik... Im Grunde genau das, was man sich als Fan wünscht. Macht weiter so Guardians!

Robin Franke


Grave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003 Foto: Robin Franke

Grave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin FrankeGrave Digger auf dem Blind Guardian Open Air 2003  Foto: Robin Franke

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