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Kaen (J)

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Konzertbericht

Diskografie

Jahr vonJahr bisBezeichnungArtCover
2004 Danger Zone CD

Rezensionen

KAEN (J)

Danger Zone

2004, re-release 2006, Gan-shin, GSCD-022

Coveraufmachung, Motiv und Logo ließen auf gar finstere Burschen schließen. Kirchenanzünder. Kruzifixumdreher. Blutopferer. Black\'n Abdecker halt. So spielte ich also anfangs mit dem Gedanken, mir das gute Stück bis zum Schluss aufzuheben und vielleicht erst mit der Besprechung der neuen Mucc-CD zu beginnen. Aber nein. Die Pflicht zunächst, dann die Kür.

Todesverachtend feuerte ich den Silberling in den Schacht, um ihn kurz darauf mit einem Stirnrunzeln wieder herauszuholen. Da gab es doch bestimmt eine Verwechslung? - Nein, kein Zweifel. Es war tatsächlich die Kaen-CD, die zusammen mit einem Kaen-CD-Booklet in der Kaen-CD-Jewelbox auf meinem Tisch gelandet war.

Der Grund meiner Verwunderung? Gan-shin veröffentlichten das Album einer japanischen Gruppe, die mit J-Rock so wenig am Hut hat, wie Heino mit Reggae. Ok, ich lass mich gern auch mal überraschen, aber warum fragen sie nicht gleich Deep Purple, ob sie wieder mit Glenn Hughes zusammen ein neues Album aufnehmen wollen? Genau so klingen nämlich Kaen. Melodik, Riffs, Arrangements, ja sogar der typische Sound von Blackmores Gitarre und Lords Hammond wurden mit fast unheimlicher Präzision auf Kaens Eigenkompositionen übertragen.

Erklärlich wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass die Band bereits seit 1975 besteht, einer Zeit, als Deep Purple ihre instabile Phase kurz vor der Auflösung durchliefen und den erfolgreichen Klassikern Burn und Stormbringer der umstrittene Sargnagel Come Taste The Band folgte.

Damit sind Kaen (insbesondere für japanische Verhältnisse) echte Rockdinosaurier. Danger Zone, so unglaublich es scheint, ist ihr Debütalbum, und das nicht nur, weil sie ihren alten Namen Blaze wegen des ex-Wolfsbaine, ex-Iron Maiden Sängers Blaze Bayley ablegen mussten. Offenbar hat all die Jahre nie jemand daran gedacht, die Jungs mal unter Vertrag zu nehmen. Ihre durchgehend englischsprachigen Hardrock-Songs fließen zielstrebig ins Gehör, sind meisterhaft eingespielt und gut produziert. Mit Ausnahme von Ignorance, das eine Queen-Adaption von Led Zeppelins Stairway To Heaven mimt, klingt alles nach Purples glorreichsten Jahren. Es findet sich nur leider kaum ein Fünkchen Eigenständigkeit. Als einzigen Makel, den ich an Danger Zone erkennen kann, möchte ich dies jedoch nicht als Totschlagkriterium gewertet wissen. Das Album mag ein wenig unzeitgemäß erscheinen, stellt aber wenigstens keine Leichenschändung dar.

Jürgen Hornschuh

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